Luzerner Schrebergärten: Öfen sorgen für Ärger

Eine Anpassung der Regeln über die Familiengärten-Beheizung durch die Stadt Luzern stösst auf Unverständnis. In Ebikon und Kriens geht es auch anders.

Sandra Monika Ziegler
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Andrej Ahcin in seinem Schrebergarten-Häuschen auf dem Areal Rütihof in Ebikon. (Bild: Sandra Monika Ziegler, 12. September 2019)

Andrej Ahcin in seinem Schrebergarten-Häuschen auf dem Areal Rütihof in Ebikon. (Bild: Sandra Monika Ziegler, 12. September 2019)

«Vor fünf Jahren haben wir die neuen Verträge unterschrieben. Doch damals war den meisten gar nicht bewusst, was das für Auswirkungen hat», erklären Peter und Heidi Meier. Das Corpus Delicti ist ihr Ofen, der im Schrebergarten-Häuschen steht. Er wird zwar, wie der Grill im Garten, nur mit heimischem Holz gespiesen. Doch mit dem Benutzen des Ofens ist Ende Jahr Schluss – so will es eine städtische Verordnung.

Meiers haben eine Parzelle auf dem Areal Rütihof in Ebikon. Dort betreibt die Stadt Luzern ein Familiengartenareal.Nach einigen Treffen, etlichen Gesprächen und einem regen E-Mail-Verkehr sind die Gründe für das Verbot von Holzfeuerungen immer noch nicht nachvollziehbar. Es fehle schlicht das Augenmass, sind sich die Betroffenen einig. «Der Ofen ist nur zum Feuern im Winter. Dann etwa, wenn wir einen Jass klopfen oder uns drinnen aufhalten.

Wo ist der Unterschied?

Es trifft nur wenige von uns, das sind aber die Ganzjahresgärtner», erklärt Peter Meier. Geradezu in Rage versetzte das neue Verbot Andrej Ahcin. Er ist praktisch das halbe Leben aktiv auf dem Areal Rütihof, das 1962 gegründet wurde und 51 Parzellen umfasst. «Das verstehe ich gar nicht. Wo bitte ist der Unterschied, ob ich das Holz im Garten oder drinnen im Ofen verbrenne?», fragt Ahcin in die Runde.

Nicht alle geben ihrem Frust freien Lauf, einige wollen kein Aufsehen und machen lieber die Faust im Sack. Entstanden ist das Verbot im Zusammenhang mit dem Bericht und Antrag «Städtische Familiengartenstrategie» aus dem Jahr 2012.

Darin steht: «Der Einsatz von Einzelfeuerungsanlagen in den Gartenhäusern wird unter besonderer Berücksichtigung lufthygienischer Aspekte zukünftig auf Gasöfen beschränkt. Holzöfen müssen unter Einhaltung einer Übergangsfrist von fünf Jahren stillgelegt oder ersetzt werden. Mit dieser Massnahme können die Feinstaubimmissionen deutlich reduziert werden, zudem kann auch der Problematik der illegalen Verbrennung von Abfällen wirksam begegnet werden.»

«Wir hätten den Kaminfeger selber gestellt»

Im gleichen Dokument wird festgehalten, dass «keine vollständige Einigkeit erzielt werden konnte». Die Stadt Luzern hält fest: Trotz der Widerstände der Vereine wolle sie an den vorgesehenen Regelungen festhalten.Die Vorschriften für die städtischen Familiengärten müssen bis Ende dieses Jahres umgesetzt werden.

Die wenigen Pächter, die durch die kalte Jahreszeit in ihrem Garten werken, stehen damit auf verlorenem Posten. Sie müssen auf Gas umstellen oder den ganz Ofen entfernen. Ebikon kennt das Problem nicht Der Vorschlag, den Kaminfeger selber zu stellen, fand kein Gehör.

Und was, wenn dem Verbot nicht Folge geleistet wird? Das hat die Kündigung zur Folge. Doch diese stellt nicht etwa die Stadt aus, sondern muss vom Areal-Präsidenten ausgesprochen werden. Ihm wird dann der Schwarze Peter zugeschoben.

Im nahegelegenen Familiengartenverein Ebikon kennt man das Problem nicht. Areal-Chef Markus Amrein sagt: «Wir sind von der städtischen Verordnung nicht betroffen. In den etwa 90 Häuschen wird selten mit Holz gefeuert und es wird auch nicht illegal Abfall verbrannt. Wir kennen das Problem nicht.» Ebenfalls nicht betroffen sind in Kriens die Familiengärten Meiersmatt und Oberstudenhof.