Luzerner Seelsorger begrüssen Werlens Appell

Abt Martin Werlen erhält für seine Kirchenkritik das Lob der Luzerner Seelsorger. Endlich stelle ein offizieller Vertreter der Kirche in aller Öffentlichkeit seit Jahren bekannte, aber oft tabuisierte Probleme und Reformanliegen zur Diskussion.

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Dürfen dereinst auch Frauen die Kardinals-Kopfbedeckung tragen? Ein Würdenträger Ende September bei der Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen in der Kathedrale in St. Gallen. (Bild: Keystone)

Dürfen dereinst auch Frauen die Kardinals-Kopfbedeckung tragen? Ein Würdenträger Ende September bei der Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen in der Kathedrale in St. Gallen. (Bild: Keystone)

Abt Werlen, der dem Kloster Einsiedeln vorsteht, hat in seiner Denkschrift «Miteinander die Glut unter der Asche entdecken» die Kirche dazu aufgerufen, sich den aktuellen Problemen zu stellen. Sonst verliere sie noch mehr an Glaubwürdigkeit.

Der Katholische Seelorgerat des Kantons Luzern (KSRL) nimmt Werlens Appell mit «Freude und Dankbarkeit» zur Kenntnis, wie er am Freitag mitteilte. Die Denkschrift lade als «Arbeitsdokument» zur Diskussion ein und baue Brücken.

Positiv hebt der KSRL hervor, dass Werlens Schrift zwischen Glaubensgut und äusseren Strukturen unterscheide und «in befreiender Weise» auf legitime unterschiedliche Traditionen hinweise. Werlen nehme Kritik ernst und ermutige zur Kritik.

Der KSRL geht mit Werlen einig, dass das zentrale Problem der Kirche das Fehlen des Feuers der Begeisterung sei. Sie hofften, dass der Mut, die Ehrlichkeit und Offenheit Wehrlens viele andere anstecke zum offenen Meinungsaustausch, in den Pfarreien, aber auch in der Schweizerischen Bischofskonferenz.

sda