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Luzerner, seid politischer!

Gabriela Jordan vom Ressort Stadt/Region Luzern zur Politikverdrossenheit der Luzerner.
Gabriela Jordan
Gabriela Jordan, Ressort Stadt/Region Luzern (Bild: Manuela Jans-Koch (LZ) (Luzerner Zeitung))

Gabriela Jordan, Ressort Stadt/Region Luzern (Bild: Manuela Jans-Koch (LZ) (Luzerner Zeitung))

«Bei Bildung und Kultur wird auf Teufel komm raus gespart – und plötzlich hat der Kanton genug Geld, um neue Sitzbänke zu testen?» Ein solches Gespräch löste bei mir vor kurzem ein Stirnrunzeln aus. Nicht, dass sich Städter über die Folgen des kantonalen Sparprogramms nicht beklagen dürfen! Doch offensichtlich gerieten dabei wesentliche Fakten durcheinander: So ist es natürlich nicht der Kanton, der die neuen, leicht sonderbaren Sitzmöbel bezahlt, sondern die Stadt (und die hat im April einen Überschuss von 37 Millionen Franken verzeichnet).

Gewiss, nicht alle politischen Gegebenheiten hauen einen aus den Socken, genauso wie auch nicht jede Abstimmungsvorlage spannend ist. Hinzu kommt, dass die Stadt Luzern nicht die Bundeshauptstadt ist, wo politische Aktionen häufiger vorkommen. Das soll nicht heissen, dass Berner politisch versierter sind als Luzerner. Durch die vielen öffentlich wirksamen Aktionen wird man dort wohl aber eher auf solche Themen sensibilisiert. Das ist auch nötig. Denn viele Bürger wollen sich offenbar gar nicht genau informieren. Möglichkeiten dazu gäbe es in Luzern ja zur Genüge: Etwa spannende Podiumsdiskussionen – wo das Publikum aber häufig aus gerade mal 20 Nasen besteht. Luzern, ein verschlafenes Nest also? So weit würde ich nicht gehen. Und doch: Dass hiesige Lokalpolitiker die etablierte Plattform Twitter noch immer kaum nutzen, zeugt nicht gerade von Metropolismus – was wiederum das Interesse an politischen Abläufen nur schwer zu wecken vermag.

Kein Wunder also, hält sich der politische Aktivismus ausserhalb des Politkuchens in Grenzen. Ausnahmen gibt es zum Glück, meistens wenn sich Direktbetroffene wehren: Lob gebührt etwa der Kulturszene, die mit provokanten Aktionen durchaus auf sich aufmerksam zu machen weiss. Davon abgesehen dürften Luzernerinnen und Luzerner aber noch einen Zacken zulegen. Leuten, die dieser Tage also über die kantonalen Sparmassnahmen diskutieren, sich sonst aber nicht gross mit Politik auseinandersetzen, sei gesagt: Diskutiert öfter, seid politischer, seid aktiver! Dazu passen die Worte der weltbekannten Violinistin Anne-Sophie Mutter in einem Interview von letzter Woche. Diese sollte sich, obschon sie nicht in einem politischen Kontext gesprochen wurden, trotzdem jeder zu Herzen nehmen. Sie sagte: «Entweder man ist ein leidenschaftlicher Mensch oder man ist eine lahme Socke.» Was sind Sie?

Gabriela Jordan

Ressort Stadt/Region Luzern

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

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