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Luzerner Spielleute zelebrieren Ritterepos lustvoll

Die Luzerner Spielleute zeigen ab Freitag ein tiefgründiges Merlin-Kaleidoskop. Die zeitgemässe Sprache und eine gute Prise Humor machen aus «Merlin oder das wüste Land» einen aufregenden Kulturabend.
Yvonne Imbach
Die Luzerner Spielleute mit ihrer Produktion «Merlin oder das wüste Land» von Tankred Dorst Merlin im Theater Pavillon Luzern.(Bild: Eveline Beerkircher, Luzern 29. August 2018)

Die Luzerner Spielleute mit ihrer Produktion «Merlin oder das wüste Land» von Tankred Dorst Merlin im Theater Pavillon Luzern.
(Bild: Eveline Beerkircher, Luzern 29. August 2018)

Das Erste, was dem Zuschauer ins Auge fällt, ist das Bühnenbild, vor dem «Merlin oder das wüste Land» von den Luzerner Spielleuten inszeniert wird. Im Zentrum steht eine fast raumfüllende Drehscheibe, die sich später als Tafelrunde herausstellt. Bühnenbauer Adrian Hossli hat ein Ereignis geschaffen: Rings um die Tafelrunde stehen Gerüste, an denen kiloweise Altmetall hängt. Es seien dies Reste aus der Verbrennungsanlage, wie Regisseur Ueli Blum erklärt. «Das symbolisiert den hässlichen Rest der Welt, der noch übrig bleibt.»

Schräge Einfälle und groteske Figuren

Ueli Blum malt mit Tankred Dorsts Ritterepos in zwei Stunden ein Kaleidoskop, in dem Machtkämpfe, Schlachten, Eifersucht, Betrug und die Suche nach dem Heiligen Gral lustvoll zelebriert werden. Er hat die Schweizerdeutsche Fassung in zeitgemässer Sprache geschrieben. Schräge, humorvolle Einfälle und die herrlich grotesken Figuren machen den Blick auf die Menschengeschichte originell, leicht und aufregend. «Das Stück ist sehr vielschichtig und breit in seinen Aussagen. Der aktuelle Bezug ist auffällig: Auch heute setzen sich Machtmenschen an den runden Tisch und stellen die Demokratie in Frage», sagt Ueli Blum. In seiner Inszenierung verknüpft er Spiel, Musik, Gesang und Choreografie zu einer fantasievollen, die Sinne reizenden Geschichte. Choreografin Mariana Coviello erarbeitete mit dem Ensemble Lautes und Leises, Mächtiges und Sensibles.

Generationen vermischen sich

Rund dreissig Musikeinsätze, arrangiert von Roman Glaser, fügen sich dicht ins tiefgründige Spiel ein. Das neue Ensemble der Luzerner Spielleute tritt mit zwanzig Spielerinnen und Spielern auf. Erfahrene und neue Akteure beleben die schillernden Figuren. Auch von den «Stachelbeeren», dem Jugendensemble der Spielleute, sind erstmals Mitglieder dabei. Diese Vermischung der Generationen gibt dem modernen Märchen zusätzliche Authentizität. Die pralle Gesamtleistung aller begeistert. Hinter den Spielleuten liegt ein intensives halbes Jahr. «Wir probten zwei Mal die Woche und einige Wochenenden. Es war wie Hochleistungssport», sagt Ueli Blum. Die Arbeit gipfelt heute Abend in der Premiere. Das Publikum darf schauen, hören, lachen, staunen und nachdenken.

Premiere Freitag 20 Uhr. Weitere 12 Aufführungen bis 22. September. Theaterpavillon Luzern. Reservationen: Telefon 079 698 31 52 (Mo bis Fr, 15 bis 18 Uhr) oder www.spielleute.ch/merlin

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