Luzerner Spitalpersonal erhält mehr Lohn

Das Personal des Luzerner Kantonsspital erhält mehr Lohn. Für das laufende Jahr gibt es rückwirkend eine einmalige Zulage. Die Behauptung, das Spital habe in den letzten Jahren Stellen abgebaut, sei schlicht falsch.

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Blick auf das Luzerner Kantonsspital. (Bild: Archiv Neue LZ)

Blick auf das Luzerner Kantonsspital. (Bild: Archiv Neue LZ)

Wie gross die Lohnerhöhungen konkret ausfallen, wollte Benno Fuchs, Chef des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) an einer Medienorientierung nicht sagen. Sie betreffe alle Lohnbereiche, aber nicht alle gleich. Insgesamt steigt der Lohnaufwand im nächsten Jahr um 5,6 Prozent. Darin enthalten sind aber auch 100 neue Stellen. Zurzeit arbeiten 5600 Personen im LUKS.

«Personal laufe nicht davon»

An der Medienkonferenz reagierte die Spitalleitung auch auf Kritik in den Medien, wonach dem LUKS das Personal davonlaufe. Es stimme nicht, dass man zu wenig qualifiziertes Personal habe und die Stimmung am Spital zum Heulen sei, sagte Fuchs.

Mehrheit der Mitarbeiter zufrieden

Im Gegenteil: Bei der letzten Mitarbeiterbefragung 2010 hätten sich rund zwei Drittel der Befragen als sehr oder eher zufrieden bezeichnet. Lediglich 4 Prozent seien sehr unzufrieden. Mit 9 Prozent sei die Personalfluktuation unter dem schweizerischen Durchschnitt. Richtig sei aber, so Personalleiter Hans-Rudolf Meier, dass es Kritik an den Löhnen und der Arbeitszeit gebe, insbesondere beim Ferienanspruch, wo die Minimallösung gemäss OR gilt.

Auch habe man mit Personalengpässen zu kämpfen, räumte LUKS-Chef Benno Fuchs ein. Das sei aber bei dem grossen Personalbestand nicht zu vermeiden und im übrigen auch ein schweizerisches Problem. Vor allem fehle es an hochqualifizierten Fachkräften. Dabei gehe es nicht ums Geld, sondern es seien einfach zu wenig Leute vorhanden.

Kein Stellenabbau

Im laufenden Jahr sei auch eine nicht erwartete, starke Zunahme an Patienten zu verzeichnen. Falsch sei die Behauptung, das LUKS habe Stellen abgebaut und stehe auf die Bremse. Seit 2005 habe das Spital 500 neue Stellen geschaffen.

Bei den Löhnen sieht die Spitalleitung jedoch Handlungsbedarf. Im zentralschweizerischen Vergleich zahle man marktkonforme Löhne, im schweizerischen Vergleich seien sie aber unter dem Durchschnitt. Mit substanziellen Lohnanpassungen will man Gegensteuer geben und sich dem Schweizer Mittel annähern. Das betrifft vorab jene Bereiche, wo der Arbeitsmarkt trocken ist.

Ein Problem ortet Michael Döring, Departementsleiter Pflege, denn auch bei den Pflegeberufen - sowohl bei der Ausbildung wie bei der Rekrutierung. Allerdings bewege sich die Zahl der unbesetzten Stellen beim LUKS im normalen Rahmen bei 1 bis 2 Prozent. Es habe nie Engpässe gegeben, die zur Abweisung von Patienten führten.

sda