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Luzerner Sportclub (LSC) feiert sein 100-Jahr-Jubiläum

«Sportversessene Jünglinge» gründeten am 1. Juli 1918 die beiden Vorläufer-Vereine des Luzerner Sportclubs. Dessen Geschichte ist reich an spannenden Episoden.
Hugo Bischof
Anfang 1920er Jahre: Robert Strebi (hinten), der damalige Präsident des Sportclubs Luzern, gibt den Startpfiff für einen Sprintlauf auf der Allmend beim Eichwäldli. (Bild aus der Jubiläumsschrift des LSC)

Anfang 1920er Jahre: Robert Strebi (hinten), der damalige Präsident des Sportclubs Luzern, gibt den Startpfiff für einen Sprintlauf auf der Allmend beim Eichwäldli. (Bild aus der Jubiläumsschrift des LSC)

Das waren noch Zeiten, als Fussballer vor Trainings und Matches die Tore herantragen und mühsam in die Erde rammen mussten. Unangenehme Folge: Die Tore waren nicht immer gleich hoch. Das wurde 1923 den Fussballern des Luzerner Sportclubs (LSC) zum Verhängnis. Weil findige Funktionäre die Tore nach dem entscheidenden Spiel nachmassen, verlor der LSC den sicher geglaubten Titel des Innerschweizer Fussballmeisters am grünen Tisch. Dafür jubelte der FC Luzern, der den Triumph erbte. Eines der Torgehäuse wies schlicht eine zu grosse Distanz zwischen Boden und Querlatte auf.

Einige wenige Zentimeter liessen 1923 also die Siegesfeier platzen. Immerhin: 1922 und 1924 holten die LSC-Fussballer den begehrten Titel. Dies ist eine der Episoden, die Bruno Affentranger, selber LSC-Mitglied, in der soeben erschienen 80-seitigen Broschüre zum 100-Jahr-Jubiläum des Luzerner Sportclubs erzählt.

Am 1. Juli 1918 gründeten «sportversessene Jünglinge» unabhängig voneinander die Clubs Sparta (Leichtathleten, Lauffreunde) und Young Fellows (Fussballer). Aus den «Bubenclubs», wie sie spöttisch genannt wurden, entstand 1920 der Luzerner Sportclub (LSC), heute neben dem 1910 gegründeten Bürgerturnverein (BTV) der zweitgrösste polysportive Sportverein Luzerns. Der Friedensschluss und die Rückkehr zur Normalität nach dem Ersten Weltkrieg hätten Energien und Zeit für sportliche Ertüchtigungen freigesetzt, so Affentranger. Der heutige LSC-Präsident Frank U. Kaulitz fügt hinzu: «Es ging wohl darum, in der besten Gesellschaft der Freunde die Geschehnisse des Krieges zu vergessen. Gemeinsame (Erfolgs-)Erlebnisse im Sport sollten diese ablösen.»

Frühe 1920er Jahre: Die späteren LSC-Präsidenten Jules Gut (ganz rechts) und Walter Strebi (Mitte) laufen mit zwei weiteren Athleten auf der Allmend auf der ersten Leichtathletik-Anlage beim Eichwäldli um die Wette. (Bilder aus der Jubiläumsschrift des LSC)
Eine der ersten LSC-Fussballmannschaften. Die jungen Spieler mussten vor jeder Partie die Holztorstangen aus einem Schuppen auf der Allmend hervorklauben und auf den Platz schleppen. Die Grösse der Tore variierte ab und zu um ein paar Zentimeter.
1924 wird der LSC Innerschweizer Fussballmeister: Im Tor steht Albert Schwebel, auf dem Feld aktiv sind Albert Baggenstoss, Oskar Willimann, Jakob Schwegler, August Bolz, Josef Tschupp, Jules Gut, Josef Curti, Moritz Tanner, Hippolyt Kempf, Alois Scherer und Ersatzspieler Walter Lanz.
Die erste Fussball-Nachwuchsmannschaft, die der LSC je hatte.
Der LSC organisierte auch früh schon Strassenläufe. Auf dem Bild Hans Zeier (1899-1989) als Sieger eines Strassenlaufs, der von Luzern nach Zug und wieder zurück nach Luzern führte.
1920er Jahre: Preisgekrönte LSC-Leichtathleten vor dem Löwendenkmal in Luzern. In der Bildmitte mit Nummer 74 ist wieder der erfolgreiche Läufer Hans Zeier zu erkennen.
1928: Die Clubmitglieder legen Hand an und bauen die erste Aschenbahn auf der Allmend.
1930 findet auf der Allmend zum ersten Mal die Leichtathletik- Schweizer-Meisterschaft statt. Im Cross-Lauf siegt Hans Wehrli.
1931 wurde die Männer-Landhockeyabteilung gegründet. Auf dem Bild die versammelten Trainer mit «Charly» Leutwyler (unten, zweiter von links) und Goalie Willy Stein (unten, zweiter von rechts).
Das erste Gruppenbild 1932 der Leichtathletik- Damenabteilung.
1933: Nach 7000 Frondienst-Stunden präsentieren sich die LSC Baumeister stolz vor der neuen Tribüne.
1935: Landhockey-Länderspiel Schweiz-Deutschland auf der Allmend. Die deutsche Mannschaft erhebt die rechte Hand zum Hitler-Gruss.
Luftaufnahme der Sportanlage Allmend. Rechts in der Mitte unten ist die LSC-Tribüne zu sehen, davor das Hockeyfeld. Die Tribüne des FCL (Mitte, oben) ist in den Vierzigerjahren noch nicht grösser als jene des LSC.
Der Luzerner Kunstmaler Hans Erni (hintere Reihe, dritter von rechts) war Mitglied des LSC-Landhockey-Teams, das 1947 Schweizer B-Hockeymeister wurde. Hinten von links: «Charly» Leutwyler, Werner Halm, Hubert Metz, Franz Utiger, Hans Erni, Konrad Ammann, Rolf Dunkel. Vorne: Adi Ammann, Walter Häfliger, Franz Widmer, Walter Roth.
Foto vom Final des ersten Fussball-Grümpelturniers, bei dem die Nationalspieler Hasler und Orpi zum Siegerteam zählten.
Junge LSC-Landhockeyaner, wohl in den 1960er Jahren.
Fussbal-Juniorenmannschaft, 1960er Jahre.
17 Bilder

Die LSC-Geschichte in Bildern

Fussball war neben Leichtathletik damals die populärste Sportart – nicht ganz unumstritten aber. «Schon seit meiner frühesten Jugend hatte ich Fussball gespielt, in einer Zeit, wo man dafür in der Schule noch Arrest und daheim Prügel bekam», schrieb in der Gründungszeit der damalige Präsident Robert Strebi. Weil die älteren Zürcher «Young Fellows» auf ihrem exklusiven Namensrecht beharrten, setzte sich schliesslich der Name Luzerner Sportclub durch. 1920 lehnten die Mitglieder eine Fusion mit dem 1907 gegründeten Fussballclub FC Kickers ab, ebenso wie ein Zusammengehen mit dem grossen FC Luzern. Ihr erstes festes Zuhause richteten die LSC-Mitglieder danach in 7000 Stunden Fronarbeit auf der Hubelmatt ein, wo ihnen die Stadt einen Platz zuwies.

Frauen gründeten die erste Landhockey-Abteilung

Der LSC war zuerst ein reiner Männerclub. Es waren aber die Frauen, die 1931 das erste LSC-Landhockey-Team formierten. Für den Autor der Jubiläumsschrift ist das nicht überraschend. «1928 hatte in der Schweiz ein landesweiter, durch die grossen nationalen Frauenorganisationen getragener Event mit erheblicher Ausstrahlungskraft stattgefunden, der die Stellung der Frau als Arbeitskraft betonte», schreibt er. «Zusätzlich motiviert waren die Frauen durch ihren Einsatz im Ersten Weltkrieg.»

Das LSC-Frauenteam aus der Gründungszeit 1931. (Bild aus der Jubiläumsschrift des LSC)

Das LSC-Frauenteam aus der Gründungszeit 1931. (Bild aus der Jubiläumsschrift des LSC)

1934 kamen die Boccianer dazu. Vorübergehend hatte der LSC auch eine Bogenschützen-Abteilung. Sie war mit mehreren Teilnehmerinnen an den Olympischen Spielen höchst erfolgreich, wurde 2003 aber wieder aufgelöst. Auch der Orientierungslauf hatte eine Weile seinen Platz; ausserdem wurden im LSC zeitweise Korbball, Handball und Volleyball gespielt. Eine Tennis-Abteilung konnte mangels Platz nicht gegründet werden. Die LSC-Fussballer – jetzt mit richtigem Feld und fix verankerten Toren – erlebten ihre grössten Erfolge in den 1940er Jahren. Im Schweizer Cup kamen sie als unterklassige Mannschaft regelmässig sehr weit. Die Folge war, dass Nationalliga-Mannschaften wie GC Zürich oder St. Gallen auf der Luzerner Hubelmatt/Allmend gastierten.

Vom Zweiten Weltkrieg war die Schweiz weniger stark als andere Länder betroffen. Dennoch bekam ihn auch der Luzerner Sportclub zu spüren: Sein Landhockeyfeld wurde für die Ernährungsversorgung der Bevölkerung, die legendäre «Anbauschlacht», zum Anbau von Gemüse und Getreide gebraucht. Kartoffeln statt Hockeybällen – auch das eine spannende Episode.

Auch der Kunstmaler Hans Erni war Mitglied

Der Luzerner Sportclub hatte prominente Mitglieder. Etwa den Kunstmaler Hans Erni (1909-2015), der als Landhockeyaner im LSC mitmachte. Club-Mitgründer Walter Strebi, später Stadtrat, Schuldirektor und Präsident der Luzerner Musikfestwochen, war ein hervorragender Leichtathlet (Bestzeit 11 Sekunden über 100 Meter) und der erste Olympiateilnehmer des Vereins: 1924 vertrat er die Schweiz in Paris, wo ihn aber eine Muskelzerrung behinderte.

Seinen zahlenmässigen Höhepunkt erreichte der LSC 1968 mit 900 Mitgliedern. Bis 1993 ging die Zahl auf 550 zurück. Die Leichtathletik-Abteilung stand mehrmals vor der Auflösung. Die Gymnastik- und Spielabteilung der Damen wurde 1990 aufgelöst. Im Landhockey gingen die Zahlen der Nachwuchsspielerinnen und -spieler nach mehreren Schüben etwas zurück. Arg traf es den Fussball, der von 2005 bis 2010 stark schrumpfte. In den letzten Jahren jedoch wächst der Verein wieder. Die Landhockey-Abteilung profitiert auf dem Utenberg von einer eigenen Anlage mit Kunstrasen und legt dank professioneller Nachwuchsförderung stark zu.

Schweizweit bekannte Landhockey-Abteilung

Heute hat der Luzerner Sportclub vier eigenständige Abteilungen mit insgesamt über 700 Mitgliedern: Boccia, Fussball (nur Männer), Landhockey und das Laufteam. Dazu kommt die ebenfalls eigenständige «alte Garde» mit allen Frei- und Ehrenmitgliedern. Die Fussball- und Hockeyabteilung stellen Mannschaften in der regionalen und nationalen Meisterschaft in diversen Alterskategorien. Die Klubfarben sind traditionell Grün/Schwarz/Weiss. Schweizweites Renommee geniesst der LSC heute vor allem dank seiner Landhockeyabteilung. Die Hockey-Damen- und Herrenmannschaften spielen beide in den höchsten Schweizer Spielklassen, der Nationalliga A. In der Saison 2006/2007 holte die Herrenmannschaft alle drei Schweizer Titel (Hallen- und Feldmeister sowie Cupsieger); im Europacup stieg man in die Serie A auf. Hinweis Heute Samstag, 12-16 Uhr, Luzerner Allmend: LSC-Jubiläumssporttag mit polysportiver Olympiade quer durch alle LSC-Abteilungen. Auch Kinder von Nicht-Mitgliedern dürfen teilnehmen.

Hinweis: Am Samstag, 9. Juni 2018, 12-16 Uhr, findet auf der Luzerner Allmend der LSC-Jubiläumssporttag mit polysportiver Olympiade quer durch alle LSC-Abteilungen statt. Auch Kinder von Nicht-Mitgliedern dürfen teilnehmen.

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