Luzerner Staatsschreiber Lukas Gresch wird Generalsekretär beim Bund 

Seit 2012 war Lukas Gresch beim Kanton Luzern tätig. Ab Mai wird er Generalsekretär des Eidgenössischen Departements des Innern.   

Janick Wetterwald
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«Das ist für mich eine Traumfunktion», sagt der Stadtluzerner Lukas Gresch-Brunner zu seinem zukünftigen Job beim Bund. Der 48-jährige Vater von drei Kindern gibt nach fast zehn Jahren sein Amt als Staatsschreiber beim Kanton Luzern ab und wird ab dem 1. Mai Generalsekretär des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), wie der Kanton mitteilt. Gresch wird somit beim Bund direkt Departementsvorsteher und Bundesrat Alain Berset (SP) unterstellt sein.

Aufwärts auf der Karriereleiter: Lukas Gresch wechselt nach Bern zum Bund.

Aufwärts auf der Karriereleiter: Lukas Gresch wechselt nach Bern zum Bund.

Lukas Gresch war vor seiner Zeit beim Kanton Luzern bereits zehn Jahre in diversen Funktionen beim Bund angestellt – unter anderem als Referent von Bundesrat Joseph Deiss und Bundesrätin Doris Leuthard.

«Eine Rückkehr zum Bund ist für mich immer eine Option gewesen. Nun habe ich diese Chance bekommen.»

Er sei sehr dankbar für die Erfahrungen beim Kanton, die er jetzt auch nach Bundesbern mitnehmen werde. Mit seiner Familie werde er in Luzern wohnen bleiben und jeweils mit dem Zug zur Arbeit fahren.

Paul Winiker: «Abgang ist bedauerlich»

Als Staatsschreiber hat Gresch die Digitalisierung im Kanton Luzern vorangetrieben. Als Meilensteine nennt er die Einführung von modernen und effizienten Arbeitsstrukturen bei Regierung und Kantonsrat, wie etwa das papierlose Arbeiten. «Luzern gehört in diesen Bereichen zu den fortschrittlichen Kantonen», sagt Gresch. Er gibt seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger mit auf den Weg: «Es ist ein Vorteil für den Kanton Luzern, dass der Staatsschreiber für die Regierung und das Parlament gleichzeitig verantwortlich ist. Die Kultur zwischen diesen zwei politischen Organen und in der ganzen Verwaltung ist sehr gut und soll auch in Zukunft gepflegt werden.»

In einer Mitteilung lässt sich Regierungspräsident Paul Winiker (SVP) wie folgt zitieren: «Wir verlieren einen innovationsfreudigen und gestaltungskräftigen Stabschef – das ist bedauerlich.» Eine Findungskommission kümmere sich um die Nachfolge. Auf Nachfrage schreibt Winiker: «Wir werden uns vermutlich analog der Findungskommission 2011 aufstellen. Das heisst: der Regierungspräsident und sein Vize, dazu der Kantonsratspräsident sowie je eine Person aus den Fraktionen.»

Lukas Gresch-Brunner (links), hier bei der Auslosung der Listennummer für die Wahlen 2019 im Kantonsratssaal, zusammen mit Justizdirektor Paul Winiker.

Lukas Gresch-Brunner (links), hier bei der Auslosung der Listennummer für die Wahlen 2019 im Kantonsratssaal, zusammen mit Justizdirektor Paul Winiker. 

Bild: Pius Amrein (Luzern, 27. August 2018)

Bis ein neuer Staatsschreiber gefunden ist, gibt es eine Übergangslösung: Interimistisch übernimmt Rechtskonsulentin Judith Lipp die Stabsaufgaben im Bereich des Regierungsrats und Karin Schumacher, Leiterin der Parlamentsdienste, jene im Bereich des Kantonsrats. Zu den Kernkompetenzen eines Staatsschreibers gehören laut Winiker unter anderem ausgezeichnete Kenntnisse der politischen Verhältnisse und des Verwaltungswesens sowie Know-how in der Abwicklung von komplexen Projekten.

Chef von 95 Mitarbeitern beim Bund

Das EDI schreibt in seiner Mitteilung über Lukas Gresch: «Er verfügt über langjährige Führungserfahrung und ein sehr gutes Verständnis des politischen Systems.» Kommunikationschef Peter Lauener lässt auf Anfrage schriftlich ausrichten, der Luzerner habe sich in der letzten Runde gegen drei Mitbewerber durchgesetzt. Das Generalsekretariat sei unter anderem die Schaltstelle zwischen dem Departementsvorsteher und den Bundesämtern.

Gresch werde 95 Mitarbeiter unter sich haben und gemäss Lohnklassen des Bundes rund 300000 Franken im Jahr verdienen. Gresch folgt beim Bund auf Lukas Bruhin, der das EDI nach acht Jahren auf Ende Februar verlässt und ab Mai den Institutsrat des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic präsidiert.