Luzerner Stachelbeeren: Der neue Kinderclub feiert seine erste Theater-Premiere

Zu viele Kinder haben sich für die Produktion der Luzerner Stachelbeeren angemeldet. Deshalb wurde im letzten Sommer der Kinderclub gegründet.

Yvonne Imbach
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Szene aus der Hauptprobe des Kinderclubs der Luzerner Spielleute. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 19. Juni 2019)

Szene aus der Hauptprobe des Kinderclubs der Luzerner Spielleute. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 19. Juni 2019)

Wo andere Vereine über Nachwuchsprobleme berichten, standen die Luzerner Stachelbeeren, das Kinder- und Jugendtheater der Luzerner Spielleute, letztes Jahr vor einer anderen Herausforderung: Es hatten sich mehr Kinder für die neue Produktion angemeldet, als es Rollen zu besetzen gab. Urs Achermann, Leiter der «Stachelbeeren», wollte die jungen, theaterinteressierten Kinder nicht abweisen und gründete den «Kinderklub». Der vor einem Jahr ins Leben gerufene Verein steht Primarschülern im Alter von sechs bis zwölf Jahren offen. Vierzehn Kinder wagten sich an das neue Hobby Theater.

Seit Oktober 2018 probte die Gruppe unter der Leitung von Fiona Limacher und Mélanie Reber ihr selbst entwickeltes Stück «Monster sind keine Vegetarier!». Theaterpädagogin Mélanie Reber blickt zurück: «Wir Regisseurinnen brachten als Grundidee das Thema Plastikmüll ein. In der ersten Phase forschten wir, was ist Theater, was will Theater und was ist an Plastikabfall spannend?» In vielen Improvisationen konnten die Kinder ihre Rolle selber entwickeln, sie gaben sich Namen und Berufe und bastelten mit tatkräftiger Hilfe der Eltern ihre prächtigen Plastikkostüme selbst.

Das Monster frisst jeden Tag jemanden

Die Geschichte um das Monster Fleischi, das nimmersatt jeden Tag einen anderen Dorfbewohner frisst, ist hinreissend und voller Witz. Als selbst die Bürgermeisterin in Fleischis Magen landet und sich durch den Plastikabfall im Bauch des Monsters umsonst raus kämpfen will, stehen die noch verschonten Bewohner zusammen und suchen nach einer Lösung, Fleischis Hunger anderweitig zu stillen. Zip, Zap und Peng erkennen parallel im Traum, wie sie Fleischi überlisten können. Warum ein Rüebli schliesslich zum wichtigen «Kampfinstrument» wird, erfahren die jungen Zuschauer am Ende des rund einstündigen Theaterspektakels. Es ist Freude pur, dabei zuschauen zu dürfen. Jasmin König (8) spielt Fleischi und spürte an der Hauptprobe schon ein Kribbeln im Bauch vor Aufregung und schwärmte. «Ich mag keine Prinzessinnen, diese Rolle macht mir sehr viel Spass».

Hinweis: Die Aufführungen finden an folgenden Daten statt: 22. Juni, 19.30 Uhr, und 23. Juni, 17 Uhr. Theater Pavillon Luzern, Studio 1 (UG). Ticketreservation an lisa.bachmann@bluewin.ch.