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Luzerner Stadtparlament findet: Eine «Metro» ist genug

Die Schwanenplatz-Metro fällt im Grossen Stadtrat durch. Die Stadt solle sich besser auf das andere unterirdische Jahrhundertprojekt konzentrieren - den Durchgangsbahnhof.
Robert Knobel
So könnte die unterirdische Metro aussehen. (Visualisierung: PD)

So könnte die unterirdische Metro aussehen. (Visualisierung: PD)

Am 20. Februar 2020 stimmen die Stadtluzerner über die «Metro-Initiative» ab. Diese fordert den Stadtrat auf, eine Kosten-Nutzen-Analyse für eine unterirdische Bahnverbindung zwischen der Reussegg (Nähe Autobahnanschluss) und dem Schwanenplatz zu erstellen. Zudem sollen vorsorglich schon einmal die nötigen Grundstücke gesichert werden, die es für den Bau der Metrolinie und eines Parkhauses in der Reussegg bräuchte. Nach dem Stadtrat lehnt nun auch das Stadtparlament die Initiative mit 35 zu 10 Stimmen ab. Wie zu erwarten sprachen sich in der Parlamentsdebatte einzig SVP und GLP für das Anliegen aus. Der Streit um die Metro dreht sich im Wesentlichen um folgende drei Punkte:

Finanzierung: Kann eine Metro rentabel sein?

Die Initianten des Metro-Projekts setzen auf private Investoren, welche die unterirdische Bahn finanzieren sollen. Auch der Betrieb könne durchaus wirtschaftlich sein, wie SVP und GLP betonten. Dem widersprachen die übrigen Parteien vehement: «Es gibt praktisch kein ÖV-System, das nicht defizitär wäre», sagte Yannick Gauch (SP). Genau deshalb würden Bahn- und Busangebote normalerweise auch nicht von privaten Investoren betrieben, sondern von der öffentlichen Hand. Gauch befürchtet, dass «die Steuerzahler Millionen für Instandhaltung und Betrieb bezahlen müssten». Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) bestätigt dies: «Investoren erwarten eine Rendite. In der Region Luzern gibt es aber nur eine einzige ÖV-Linie, die knapp kostendeckend ist: Die Linie 1 nach Kriens.» Alle anderen müssten von der öffentlichen Hand teils massiv subventioniert werden. Peter Gmür (CVP) zweifelt zudem an den von den Initianten angegebenen Baukosten von 400 Millionen Franken: «Realistisch sind wohl eher 800 Millionen. Wer das bezahlen soll, ist mir schleierhaft.» Und selbst wenn sich ein Investor finden lässt - für die Grüne Mirjam Landwehr wäre er nicht willkommen: «Wenn, dann müsste eine Metro unbedingt von der öffentlichen Hand finanziert werden. Alles andere wäre undenkbar.»

Wie kann die Erschliessung des Kantonsspitals verbessert werden?

Ein grosser Pluspunkt einer Metro zwischen Reussegg und Schwanenplatz wäre der vorgesehene Zwischenhalt im Kantonsspital. Dies würde die heute teils ungenügende Erreichbarkeit des Spitals deutlich verbessern. Das mussten auch die Gegner der Metro-Initiative einräumen. Doch auch hier gebe es andere geeignete Mittel, um das Spitalareal besser zu erschliessen, sagte Adrian Borgula. Eine erste Massnahme sei die elektronische Busspur gewesen, dank der die Busse die Staus auf der Spitalstrasse umfahren können. Künftig soll das Kantonsspital zudem mit zusätzlichen Buslinien erschlossen werden: Bereits ab Dezember fährt eine neue Buslinie Littau-Ebikon via Kantonsspital. Geplant ist auch, dass irgendwann die Linie 8 zum Spital fahren soll. Weitere Massnahmen sollen geprüft werden. Das fordert das Stadtparlament vom Stadtrat mittels einer Protokollbemerkung.

Passt die Metro ins Luzerner ÖV-Netz?

Die Gegner der Initiative kritisieren, eine Metro wäre eine isolierte Lösung, die das bestehende ÖV-Netz sogar konkurrenzieren könnte. Peter Gmür (CVP) gab zu bedenken, dass die Metro einzig für Personen interessant sei, die via Autobahn nach Luzern kommen. Für alle, die per ÖV anreisen, sei die Metro keine Option - genausowenig wie für die Einwohner der Stadt selber. Auch Yannick Gauch (SP) sagte: «Eine Linie, die nicht ins ÖV-Gesamtsystem eingebunden ist, macht keinen Sinn.» Die FDP forderte die Initianten sogar auf, ihre Initiative zurückzuziehen. Die Gegner waren sich einig, dass die Stadt nun alle Kräfte bündeln soll, um das Jahrhundertprojekt Durchgangsbahnhof zu unterstützen. Dieser - und nicht die Metro - bedeute einen Quantensprung für den ÖV. Judith Wyrsch (GLP) sah dies anders: «Der Stadtrat klammert sich an den Tiefbahnhof.» Die Probleme rund um die Spitalstrasse könne dieser aber nicht lösen. Sie betont zudem, dass die Initiative noch nicht die Planung einer Metro verlange, sondern bloss deren Prüfung. Für Marcel Lingg (SVP) würde eine Metro dazu beitragen, die Innenstadt massiv vom Verkehr zu entlasten - was ja schliesslich der städtischen Politik entspreche. «Die Metro ist der wahre Quantensprung», so Lingg. Hingegen bringe der Durchgangsbahnhof im Grunde bloss einen Ausbau der bestehenden Kapazitäten.

Das Projekt Metro im Detail auf der Website der Initianten.

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