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Luzerner Stadtparlament macht zusätzliches Geld für Senioren locker

Der Verein Vicino kümmert sich um ältere Menschen in den Luzerner Wohnquartieren. Nun erhält er von der Stadt mehr Geld als geplant – dafür soll er den Aufbau von neuen Standorten schneller vorantreiben.
Robert Knobel
Tamara Renner, Co-Präsidentin des Vereins Vicino, und Stadtrat Martin Merki vor dem provisorischen Vicino-Pavillon im Bleichergärtli in der Neustadt. Bild: Nadia Schärli (Luzern, 6. Mai 2019)

Tamara Renner, Co-Präsidentin des Vereins Vicino, und Stadtrat Martin Merki vor dem provisorischen Vicino-Pavillon im Bleichergärtli in der Neustadt. Bild: Nadia Schärli (Luzern, 6. Mai 2019)

Luzern gehört zu den Städten mit dem höchsten Senioren-Anteil. Heute leben in Luzern mehr als 5000 Bewohnerinnen und Bewohner, die über 80 Jahre alt sind. In den nächsten zwei Jahrzehnten wird die Zahl auf 7500 steigen. Der Stadtrat will dafür sorgen, dass diese Menschen möglichst lange eine hohe Lebensqualität geniessen können - und dies vorzugsweise in ihrem vertrauten Umfeld, in ihrem Wohnquartier.

Aus diesem Grund schliesst die Stadt eine Leistungsvereinbarung mit dem Verein Vicino ab (wir berichteten). Der Verein kümmert sich um Nachbarschaftshilfe, koordiniert verschiedene Angebote für Senioren und stellt bei Bedarf den Kontakt mit Behörden und Anlaufstellen her. Dafür betreibt er bereits einen Pavillon als Quartier-Treffpunkt im Bleichergärtli in der Luzerner Neustadt.

Vicino erhält 4,6 statt 3,74 Millionen

Zurzeit ist der Verein dabei, in weiteren Quartieren entsprechende Infrastrukturen aufzubauen. Dafür soll Vicino nun längerfristig Geld von der Stadt erhalten - das Stadtparlament hat den vom Stadtrat beantragten Kredit sogar noch erhöht: Von 3,74 auf 4,6 Millionen Franken, verteilt auf zehn Jahre. Dies auf Antrag der vorberatenden Sozialkommission.

Der erst 2016 gegründete Verein Vicino erhielt im Parlament für seine bisherige Arbeit viel Lob. Er sei ein «Glücksfall für Luzern», sagte etwa Marco Müller (Grüne). Das Angebot sei auch im schweizweiten Vergleich einzigartig. Agnes Keller (CVP) wies auf die präventive Wirkung der Quartierarbeit für Senioren hin: «Damit können wir Pflegekosten vermeiden.» Für die CVP sei «wichtig, dass das Projekt jetzt zum Fliegen kommt und nicht durch fehlende Ressourcen gebremst wird.» Daher sei auch eine Erhöhung des Kredits gerechtfertigt.

Zahlreiche neue Anlaufstellen geplant

Mit dem zusätzlichen Geld soll insbesondere der Ausbau der Vicino-Infrastruktur in den Quartieren beschleunigt werden. Eine weitere Anlaufstelle wird in diesen Tagen im Fanghöfli in Littau eröffnet. Im Herbst soll ein dritter Standort bei der ehemaligen Post Würzenbach folgen. Der Stadtrat war der Meinung, dass Vicino mit dem Aufbau dieser drei Standorte mehr als genug zu tun hat. Doch für die Mehrheit des Stadtparlaments ist klar, dass weitere Standorte unverzüglich geplant werden müssen, insbesondere in den Quartieren Wesemlin und Langensand/Matthof.

Grundsätzliche Opposition gegen die Zusammenarbeit der Stadt mit Vicino kam von der SVP. Diese stellte den Nutzen infrage. Jörg Krähenbühl:

«Man könnte manchmal meinen, die Jugend sei nicht mehr in der Lage, die Freizeit ohne staatliche Animation zu gestalten. Nun erweckt der Stadtrat den Eindruck, dass auch die Senioren nicht mehr ohne Hilfe von Vicino leben können.»

Das sei geradezu diskriminierend für all diejenigen Senioren, die ihr Leben selbständig gestalten wollen. «Die Generation 60plus ist mündig genug, um selber ein attraktives Angebot im Alter aufzubauen», so Krähenbühl.

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