Luzerner Stadtparlament redet über Fussball

Der Aktienkauf durch Bernhard Alpstaeg gab im Stadtparlament zu reden. Der Stadtrat bekräftigte seine Haltung: Alpstaeg ist gut für den FCL – und damit auch für die Stadt.

Robert Knobel
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Die Swissporarena des FC Luzern. Fotografiert am 06.11.2019.

Die Swissporarena des FC Luzern. Fotografiert am 06.11.2019.

Jakob Ineichen

Der FC Luzern sorgt zurzeit fast täglich für Schlagzeilen: Entlassung des Trainers, Querelen im Verwaltungsrat – aber auch die Übernahme der Aktienmehrheit an der «Stadion Luzern AG» durch Bernhard Alpstaeg, welche im Oktober durch unsere Zeitung publik wurde (wir berichteten). Dieses Aktiengeschäft war am Donnerstag auch im Luzerner Stadtparlament ein Thema. Denn: Bevor Bernhard Alpstaeg die Aktien kaufen konnte, wurden sie der Stadt Luzern zum Kauf angeboten. Der Baurechtsvertrag zwischen Stadt und Stadion AG sieht nämlich ein Vorkaufsrecht für die Stadt vor. Doch der Stadtrat lehnte das Angebot ab und machte Alpstaeg damit faktisch zum Alleinbesitzer der Swissporarena.

Wieso verzichtete der Stadtrat freiwillig darauf, beim Allmend-Stadion mehr Einfluss zu erhalten – das ja immerhin auf stadteigenem Boden steht? Diese Fragen stellten SP, Grüne und CVP in zwei Interpellationen an den Stadtrat. Bereits in seiner Antwort auf die Vorstösse hatte der Stadtrat festgehalten, dass man die dominante Stellung Bernhard Alpstaeg begrüsse – zumal dieser die Interessen des FCL vertrete. Und für den FCL sei das Stadion schliesslich gebaut worden.

Erfolgreicher FCL hilft, das Stadion in Schuss zu halten

Diese Haltung bekräftigte Stadtpräsident Beat Züsli (SP) im Parlament: «Die ganze Region hat ein grosses Interesse an einem gut funktionierenden FCL.» Mit Bernhard Alpstaeg sei dies gewährleistet. Anders würde es aussehen, wenn das Stadion zweckentfremdet oder zum Spekulationsobjekt würde. Dann, so Züsli, könnte die Stadt mit einer Aktienübernahme korrigierend eingreifen. «Bei den bisherigen Aktienverkäufen gab es dazu aber keinen Grund», erklärte Züsli. Der Baurechtsvertrag mit der Stadion AG biete grundsätzlich genügend Sicherheiten, um die Interessen der Stadt zu wahren. Züsli erwähnt etwa den Erneuerungsfonds, in den die Stadion AG jährlich mindestens 575'000 Franken einzahlen muss. So wird sichergestellt, dass die Besitzerin das Stadion nicht einfach verlottern lassen kann. Damit die Stadion AG diese Zahlungen auch stets zuverlässig leisten kann, brauche es einen erfolgreichen FCL, fügte Züsli hinzu.

«Jetzt haben wir einen FC Alpstaeg»

Nicht alle im Parlament sahen dies so entspannt wie der Stadtrat. «Jetzt haben wir einen FC Alpstaeg», meinte Michael Zeier-Rast (CVP). Gianluca Pardini (SP) nannte die «Monetarisierung des Spitzensports» als zunehmendes Problem. Er könne dem Luzerner Spitzenfussball nur raten, sich irgendwann davon abzuwenden – «vielleicht mit Unterstützung der öffentlichen Hand?»

«Null Aktien - null Mitspracherecht»

Christian Hochstrasser (Grüne) kritisierte die widersprüchliche Haltung des Stadtrats, wonach man zwar keine Aktien will, aber trotzdem eine städtische Vertreterin in den Verwaltungsrat der Stadion AG delegiert. «Wenn man null Aktien hält, hat man auch null Mitspracherecht», so Hochstrassers Schlussfolgerung.

Bei soviel Kritik waren Sandra Felders (FDP) Worte geradezu Balsam für den krisengeschüttelten Fussballclub:

«Der FCL macht vieles gut – zuletzt hat er sogar gegen Basel gewonnen.»