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Luzerner Stadtrat beantragt 4,22 Millionen Franken für Schulreisen und Klassenlager

Weil Eltern keinen finanziellen Beitrag mehr an obligatorische Schulausflüge zahlen dürfen und der Kantonsbeitrag nur einen Teil der kalkulierten Kosten deckt, muss die Stadt selbst in die Tasche greifen. Jährlich 422'000 Franken will der Stadtrat für Schulreisen und Klassenlager ausgeben.
Beatrice Vogel
Eltern zahlen künftig nicht mehr an Schulreisen und Klassenlager. (Symbolbild: Manuela Jans-Koch)

Eltern zahlen künftig nicht mehr an Schulreisen und Klassenlager. (Symbolbild: Manuela Jans-Koch)

Schulreisen, Exkursionen, Sporttage – Aktivitäten wie diese sind gemäss dem Kanton Luzern für Schüler der Volksschule obligatorisch. Seit einem Bundesgerichtsurteil von Ende 2017, das medial hohe Wellen schlug, dürfen Eltern für die Kosten solcher Veranstaltungen jedoch nicht mehr zur Kasse gebeten werden (wir berichteten).

Stattdessen übernimmt der Kanton einen Teil der Kosten, im Durchschnitt 42 Franken pro Kind und Schuljahr. Für die Stadt Luzern bedeutet das, dass sie für ihre rund 5900 Schüler vom Kanton maximal 248'000 Franken für Schulausflüge erhält. «Wir hoffen, dass der Kanton den Maximalbeitrag rückvergütet», sagt Rektorin Vreni Völkle. Das Minimum wären rund 207'000 Franken.

Abstriche bei der Häufigkeit der Ausflüge

Gemäss den Berechnungen der Stadt reicht dieser Beitrag aber nicht für die weiterhin erwünschten Aktivitäten. Dazu gehören neben den oben erwähnten Ausflügen auch Museums- und Konzertbesuche. Sollen alle Angebote durchgeführt werden, rechnet die Stadt mit knapp 500'000 Franken pro Schuljahr, also 84 Franken pro Kind – rund das Doppelte des Kantonsbeitrags. Ein Vergleich mit den Agglomerationsgemeinden zeige, dass auch diese zwischen 62 und 92 Franken pro Kind ausgeben.

«Wir haben überprüft, wo Abstriche gemacht werden können und uns auf Aktivitäten geeinigt, die in den meisten Schulhäusern angeboten werden», sagt Völkle. Hauptsächlich habe man die Schulen angehalten, die Frequenz der Ausflüge zu reduzieren. Wer etwa in der 2. Klasse einen Bauernhof besucht hat, wird dies in der 4. nicht nochmals tun können.

Die verbliebenen Ausflüge seien pädagogisch begründet, so Völkle weiter: «Ausserschulische Aktivitäten bereichern den Erfahrungsschatz und die Lernmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen.» Hinzu kommt, dass mit dem neuen Kostenteiler die Chancengleichheit gewährleistet ist. Völkle:

«Es gab immer wieder Eltern, die Mühe hatten, ein Klassenlager mit zu finanzieren. Werden die Kosten durch die öffentliche Hand übernommen, werden diese Eltern entlastet.»

Klassenlager zählt der Kanton Luzern allerdings nicht zum unentgeltlichen Volksschulangebot. Er beteiligt sich deshalb nicht an den Kosten. Trotzdem möchte die Stadt weiterhin Klassenlager durchführen, und zwar je eines auf Primar- und Sekundarstufe. Die Kosten dafür werden auf 200 respektive 300 Franken pro Kind und Woche geschätzt. Dieser Betrag lässt sich reduzieren, indem den Eltern ein Verpflegungsbeitrag in Rechnung gestellt wird.

Stiftung unterstützt Klassenlager

Einen nicht unwesentlichen Anteil der Lagerkosten übernimmt die Stiftung «Unterstützung von Ferienaktivitäten und Lagern der Volksschule Stadt Luzern», die aus dem Verkaufserlös der Ferienheime der Stadt geäufnet wurde. So müsste die Stadt voraussichtlich nur 50 beziehungsweise 120 Franken pro Kind für das Klassenlager zahlen. Für den nun beantragten Kredit rechnet die Stadt jedoch mit den Bruttokosten. «Wir müssen sicherstellen, dass die Lager finanzierbar sind, wenn diese Beiträge ausbleiben», so Völkle.

Total muss die Stadt künftig jährlich rund 176'000 Franken für Klassenlager sowie 246'000 Franken für andere Schulausflüge selbst berappen. Deshalb beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Sonderkredit über 4,22 Millionen Franken die nächsten 10 Jahre. Des Weiteren beantragt er einen Nachtragskredit für 2019 über 90'550 Franken, da die budgetierten Mittel für die diesjährigen Veranstaltungen nicht ausreichen.

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