Luzerner Stadtrat hält an Entschluss fest – keine weitere Finanzspritze für das Blue Balls

In einer Motion forderten Vertreter der SVP-Fraktion den Luzerner Stadtrat dazu auf, dem Grossen Stadtrat einen Planungsbericht zu den Verhandlungen rund um das Blue Balls vorzulegen. Das Anliegen scheiterte, der Verein Luzerner Blues Session distanziert sich.

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(sda) Der Luzerner Stadtrat hält an seinem Entscheid fest: Er lehnt das angedachte Stiftungsmodell und ein weitergehendes Engagement für das Blue Balls Festival, das vor einer ungewissen Zukunft steht, ab. Dies betont er in seiner Stellungnahme zur SVP-Motion, welche einen Planungsbericht zu den Verhandlungen zur Zukunft des Festivals verlangt.

Die SVP-Politiker Marcel Lingg und Jörg Krähenbühl verlangten in der abgelehnten Motion einen Bericht, der jenem zum Luzerner Stadtfest aus dem Jahr 2019 ähnlich sein soll. Dabei solle der Stadtrat vorab seine generelle Einstellung zum Festival aber auch seine Gründe detaillierter darlegen, welche zum Scheitern des Stiftungsmodells führten.

Weiter solle er dem Parlament Varianten vorschlagen, wie das Festival ab 2021 durch die Stadt Luzern «ideologisch, durch Sachleistungen oder finanzielle Beiträge» unterstützt werden könnte. Und er soll im Bericht aufzeigen, welche Erwartungshaltung die Stadt Luzern an den Veranstalter habe.

Der Stadtrat hält an seinem Entschluss zur Zukunft des Blue Balls Festivals fest und lehnt einen Bericht an den Grossen Stadtrat ab.

Der Stadtrat hält an seinem Entschluss zur Zukunft des Blue Balls Festivals fest und lehnt einen Bericht an den Grossen Stadtrat ab.

Bild: Jakob Ineichen
(Luzern, 24. Juli 2019)

«Falsches Mittel»

Die Motionäre würden nun faktisch fordern, dass der Stadtrat auf seinen Entscheid zurückkomme und letztlich die Diskussion dem Grossen Stadtrat überlasse, schreibt der Stadtrat in seiner am Montag veröffentlichten Antwort.

Allerdings forderten sie dies auf der Basis eines Planungsberichtes anstatt eines Berichtes und Antrages, was nach Auffassung des Stadtrates rechtlich nicht das richtige Mittel ist. «Mit einer allfälligen Gutheissung eines Planungsberichtes würde der Stadtrat beauftragt, einen Bericht und Antrag auszuarbeiten, was in zeitlicher Hinsicht nicht zum Ziel führen würde, da für die Durchführung des Blue Balls Festivals 2021 vorbereitende Entscheidungen bereits ein Jahr im Voraus gefällt werden müssen», betont die Stadtregierung. So hält sie an ihrem Entscheid fest, das Blue Balls Festival im bisherigen Umfang zu unterstützen und lehnt es weiterhin ab, sich weitergehend zu beteiligen.

Konkret heisst das: Die Stadt will sich auch künftig mit 130'000 Franken pro Jahr finanziell am Festival beteiligen. Sie gewährt die Nutzungsrechte im KKL Luzern und stellt den öffentlichen Grund unentgeltlich zur Verfügung. Der Wert dieses Engagements beläuft sich laut Stadtpräsident Beat Züsli (SP) auf rund 750'000 bis 1 Million Franken.

Über diese Absicht hatte die Stadtregierung bereits Anfang April informiert. Auch darüber, dass sie das angedachte Stiftungsmodell und ein weitergehendes Engagement ablehne. Sie wolle kein Präjudiz schaffen.

Abendstimmung am Blue Balls Festival 2019. Die Zukunft für das Blue Balls 2021 ist ungewiss.

Abendstimmung am Blue Balls Festival 2019. Die Zukunft für das Blue Balls 2021 ist ungewiss.

Bild: Jakob Ineichen
(Luzern, 24. Juli 2019)

Verein distanziert sich von Motion

Der Entscheid der Stadt Luzern war vom Verein Luzerner Blues Session schon damals nicht verstanden worden, Festival-Direktor Urs Leierer zeigt sich erstaunt über die Absage der Stadtregierung.

Am Montag äusserte sich der Verein erneut zu dieser Angelegenheit in einer Medienmitteilung. Darin betonte er, dass er nichts mit dieser SVP-Motion zu tun habe. Der Verein sei darüber nicht informiert gewesen und habe keinen Kontakt zu den Verantwortlichen.

Er verlieh erneut seinem Bedauern der Situation Ausdruck. Wie der Verein schreibt, wolle er festhalten, dass er das vorgeschlagene Modell der Stiftung vollumfänglich nach den Wünschen und Vorschlägen der Stadt Luzern umgesetzt hätte. Er fügt an: «Aus diesem Grund fragen wir uns natürlich auch, wieso er dies nun nicht mehr weiterverfolgen wollte.»

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