Luzerner Stadtrat muss eine
Tourismus-Quote prüfen

Welchen Tourismus will die Stadt Luzern im Jahr 2030? Darauf muss die Stadtregierung nun eine Antwort suchen. So will es das Parlament. Die Tourismus-Frage wird wohl noch für hitzige Diskussionen sorgen.

Robert Knobel
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Touristen vor den Uhrenläden am Schwanenplatz. (Bild: Boris Bürgisser, 4. September 2018)

Touristen vor den Uhrenläden am Schwanenplatz. (Bild: Boris Bürgisser, 4. September 2018)

Das hat Seltenheitswert: Die Motion der Grünen «Vision Tourismus Luzern 2030» wurde im Stadtparlament ohne jegliche Diskussion überwiesen. Auch der Stadtrat war dem Vorstoss wohl gesonnen. Nun muss der Stadtrat einen Planungsbericht ausarbeiten. Darin wird die Frage geklärt, welche Art von Tourismus die Stadt in Zukunft fördern will. 

Gegen eine solche Klärung der Situation hat niemand etwas. Doch spätestens wenn der besagte Planungsbericht dann vorliegt, wird es wohl mit der Einigkeit vorbei sein. Denn die Vorstellungen, wie die Tourismusstadt Luzern 2030 aussehen soll, gehen weit auseinander. Die Grünen, welche die Motion eingereicht haben, wollen auch radikale Massnahmen prüfen. So zum Beispiel eine Obergrenze für Hotelbetten oder eine Steuerung der Touristenströme über den Preis. Von solchen Massnahmen wollen die Bürgerlichen nichts wissen (wir berichteten). 

Stadt soll gegen Airbnb vorgehen

Einen Richtungsentscheid hat das Stadtparlament aber bereits zur Vermietungsplattform «Airbnb» gefällt. Es hat ein SP-Postulat überwiesen, das den Stadtrat auffordert, gegen überbordende Airbnb-Angebote in der Innenstadt vorzugehen. Insbesondere soll ein Modell der Stadt Bern geprüft werden, wonach professionelle Vermieter in der Altstadt keine Wohnungen mehr an Touristen vermieten dürfen. Auch der Stadtrat war zwar bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Allerdings hat die SP Zweifel, ob der Stadtrat den Vorstoss auch wirklich ernsthaft genug umsetzen wird. Deshalb hat sie gleich nach der Parlamentsdebatte eine Motion mit derselben Forderung eingereicht.

Ein wichtiger Aspekt in der Stadtluzerner «Tourismus-Vision 2030» wird auch die Carparkierung sein. Der Grosse Stadtrat hat eine entsprechende Motion der Grünen/Jungen Grünen ebenfalls diskussionslos überwiesen - als Postulat. Zu reden gab hingegen eine Motion der FDP zum Thema Projektevaluation Parkierungsanlage. Der Stadtrat war zur Entgegennahme als Postulat bereit - was für Motionär Fabian Reinhard (FDP) zwar okay war. Doch die SP stellte sich quer. «Wir sind generell gegen neue Parkierungsanlagen», sagte Nico van der Heiden. Zum Ärger von SVP, CVP und GLP. Die SP verweigere das Gespräch, wurde moniert. Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) bat derweil ausdrücklich um Überweisung des Vorstosses als Postulat: «Es hat viel Kommunikation zwischen den Fraktionen und dem Stadtrat stattgefunden und wir sind an einer langfristigen Lösung zu dem ganzen Thema interessiert.» Der Vorstoss wurde schliesslich als Postulat überwiesen.