Luzerner Stadtrat muss sich nicht mit allen Mitteln gegen Bypass-Lüftung einsetzen

Das Stadtparlament hat einen entsprechenden Vorstoss der Jungen Grünen abgelehnt. Der Stadtrat betonte, dass es die Lüftung im Gütschwald brauche – die Planung werde er sich aber genau anschauen.

Roman Hodel
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Blick in den Gütschwald.

Blick in den Gütschwald.

Archivbild: LZ

Der Luzerner Stadtrat soll sich mit allen Mitteln gegen die geplante Bypass-Lüftungszentrale im Gütschwald einsetzen. Dies verlangte ein Postulat der Jungen Grünen/Grünen. In seiner Stellungnahme hat der Stadtrat aber bereits klargemacht, dass er grundsätzlich hinter dieser Lüftung stehe, den Vorstoss aber teilweise entgegennähme. Das war Postulantin Irina Studhalter jedoch zu wenig: «Der Gütschwald ist zentrale Ressource gerade auch für die Bevölkerung – wir müssen ihn schützen.» Wegen der Zentrale müssen voraussichtlich mindestens 80 Bäume gefällt werden. Daher plädierte Studhalter am Donnerstag im Grossen Stadtrat für die komplette Überweisung. Daraus wurde allerdings nichts: Das Parlament sagte mit 21 zu 24 Stimmen Nein. SVP, FDP, CVP und GLP waren dagegen.

«Ich wünsche mir diese Lüftungszentrale auch nicht von Herzen, aber wenn wir Ja sagen zum Bypass, sagen wir auch ja zur Lüftungszentrale», sagte Roger Sonderegger (CVP). «Diese bläst ja nicht dauernd Abgase raus, sondern nur im Notfall.» Patrick Zibung (SVP) hielt derweil einen Vortrag über die Grösse des Gütschwaldes. Dieser messe eine Million Quadratmeter, wovon jetzt 1250 Quadratmeter für «eine sinnvolle Nutzung» gebraucht würden – «es geht letztlich um die Verkehrssicherheit», sagte Zibung. Das brachte Stefan Sägesser (GLP) – passend zum Thema – auf die Palme:

«Diese fundamentalistische Haltung hüben wie drüben regt mich einfach auf.»

Der Lüftungsturm werde dämonisch an die Wand gemalt. «Ich find die Zentrale auch nicht toll, aber sie ist das kleinere Übel», sagte er mit Blick auf die erwartete Verkehrsentlastung in der Stadt durch den Bypass.

Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) sagte: «Es braucht eine Notfalllüftung und diese sieht der Stadtrat, so leid es mir tut, im Gütschwald.» Diese würde zwar nur im Notfall gebraucht, aber die Luft, die dann dort rauskomme, sei ungefiltert. «Deshalb wäre der Schaden viel grösser, würde eine solche Lüftung bei den Tunnelportalen realisiert, wo auch gewohnt wird.» Er betonte aber, dass der Stadtrat die Planung der Zentrale genau anschauen werde: «Das ist ohnehin unsere Aufgabe.»

Ob der Stadtrat wie etwa für den Erhalt des Dammgärtlis eine Einsprache plant, lässt er noch offen. Zuerst will er während der in diesem Monat geplanten öffentlichen Auflage das Projekt im Detail studieren.

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