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Luzerner Stadtrat will alten Posttunnel mit Veloparkplätzen füllen

Die Diskussion um den Luzerner Velotunnel beim Bahnhof geht in die nächste Runde: Zwar präsentiert der Luzerner Stadtrat eine neue Zufahrtsrampe zum ehemaligen Posttunnel. Darin will er nun aber vor allem Veloparkplätze erstellen.
Simon Mathis
Velofahrer in Luzern. (Symbolbild: Boris Bürgisser)

Velofahrer in Luzern. (Symbolbild: Boris Bürgisser)

Seit über zehn Jahren ist sie im Gespräch, bald soll sie wahr werden: die Velo-Unterführung an der Habsburgerstrasse, die in den ehemaligen Posttunnel unter dem Bahnhof Luzern führt. Gestern hat die Stadtregierung ein entsprechendes Projekt vorgestellt, wofür sie beim Parlament einen Projektierungskredit von 1,27 Millionen Franken beantragt.

Die Realisierung wird voraussichtlich 7,48 Millionen Franken kosten. Die Investition fliesse grösstenteils in eine Velorampe an der Habsburgerstrasse und in die besagte Unterführung unter der Zentralstrasse. Die Rampe sei etwas steil, aber grundsätzlich befahrbar, heisst es im Antrag des Stadtrates. Ausserdem soll die Wendeltreppe zur Fussgängerunterführung abgebrochen und durch eine gradlinige Treppe ersetzt werden. Auch ein neuer Lift soll an dieser Stelle entstehen (siehe Grafik).

Mehr Parkplätze für weniger Geld

Ganz in trockenen Tüchern ist die Unterführung nicht. Denn ausgerechnet das, was das Parlament im September 2017 wünschte, fehlt. Der Stadtrat nimmt ausdrücklich Abstand von der Idee, aus dem Posttunnel einen durchgängig befahrbaren Velotunnel zwischen Habsburgerstrasse und Inseliquai zu machen. Die Begründung: Nur ohne befahrbare Spur sei es möglich, die Anzahl der Parkplätze zu erhöhen.

Der ehemalige Posttunnel ist sechs Meter breit. Dort sollen beidseitig so genannte «Doppelstockparker» installiert werden, die zusätzlichen Platz für 800 Velos bieten sollen. Diese Parker behindern aber die Durchfahrt per Velo. Eine Verbreiterung des Tunnels stünde nicht zur Debatte; das käme noch viel teurer. Immerhin werde es möglich sein, die Velos durch den Tunnel zur Velostation an der Uni zu schieben.

In diesem ungenutzten Teil des Posttunnels unterhalb des Bahnhofs Luzern sollen 800 neue Velo-Abstellplätze entstehen. (Bild: PD)

In diesem ungenutzten Teil des Posttunnels unterhalb des Bahnhofs Luzern sollen 800 neue Velo-Abstellplätze entstehen. (Bild: PD)

Wolle man den befahrbaren Velotunnel umsetzen, verlöre man am Bahnhof gar Velo-Abstellplätze. «Die Verbindung zwischen Habsburgerstrasse und Inseli wäre zwar bedeutend, aber so attraktiv nun auch wieder nicht», sagt Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität.

Die höhere Anzahl der Abstellplätze ist nicht das einzige Argument des Stadtrates. Natürlich spielen auch die Kosten eine Rolle: Sie fallen deutlich tiefer aus. Die Durchfahrtsspur zum Inseli würde der Stadt voraussichtlich rund 15,5 Millionen Franken kosten, also 6,75 Millionen mehr – bei weniger Parkplätzen.

Durchgangsbahnhof stellt sich quer zum Velotunnel

«Eine Durchfahrt zum Inseli wäre unverhältnismässig teuer», sagte Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne). «Zumal sie ohnehin nur Bestand hätte, bis der Umbau des Durchgangsbahnhofes beginnt.» Denn der neue Bahnhof in Luzern wird sich wortwörtlich quer zum Posttunnel stellen.

Die Investition lohne sich deshalb, weil die Rampe auch beim neuen Tiefbahnhof benutzt werden könne, erläutert Borgula. Die Velofahrer müssten sich dann allerdings zurückziehen. Denn die Rampe würde als hindernisfreier Zugang für den Fussverkehr genutzt. Borgula: «Es handelt sich um eine Vorinvestition für den Durchgangsbahnhof.» Als Sparübung will Adrian Borgula das vorgeschlagene Projekt nicht verstanden wissen: «Wir investieren wesentlich mehr Geld, als wir das bei unser ursprünglicher Vorschlag getan hätten.»

«Ich hoffe schwer, dass der Antrag durchkommt»

Korintha Bärtsch, Co-Präsidentin Pro Velo Luzern

Trotzdem: Der Stadtrat kommt vom Wunsch des Parlaments ab, das vor einem Jahr die «Minimalvariante» abwies. Lässt sich der Grosse Stadtrat von der Argumentation überzeugen? Erste positive Signale gibt es. «Dass die Rampe bei der Habsburgerstrasse nun endlich gebaut wird, ist sehr begrüssenswert», sagt Korintha Bärtsch (Grüne), Grossstadträtin und Co-Präsidentin von Pro Velo Luzern.

Zwar sei es bedauerlich, dass die Durchfahrt nicht realisiert werden könne. Bärtsch kann sich damit abfinden, fordert aber Verbesserungen am Bahnhofplatz: «Wenn wir die Parkplätze der Durchfahrt vorziehen, müssen wir die Velosicherheit auf dem Bahnhofplatz massiv erhöhen. Ansonsten ist er für viele Velofahrerinnen immer noch zu gefährlich.» Dennoch, Bärtsch stellt sich hinter das Projekt des Stadtrats: «Ich hoffe schwer, dass der Antrag durchkommt.»

2024 soll der Tunnel in Betrieb gehen

Damit sei auch die Hoffnung verbunden, den Velotunnel innert nützlicher Frist benutzen zu können. «Seit mehr als zehn Jahren sprechen wir nun schon davon. Es ist höchste Zeit, dass sich da etwas tut», so Bärtsch. Auch, dass die Veloparkplätze im Posttunnel lediglich Provisorien wären, stört Bärtsch nicht. «Die Veloparking-Situation am Bahnhof ist zurzeit unhaltbar. Alles, was sich an dieser Situation verbessern lässt, sollte man lieber früher als später in Angriff nehmen», so die Grossstadträtin.

Ganz so schnell geht es mit dem Velotunnel dann doch nicht: Geplant ist, dass er 2024 in Betrieb genommen wird. Ein Provisorium mit 400 Veloplätzen öffnet indes bereits nächstes Jahr.

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