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Luzerner Stadtrat will in Stelleninseraten den Lohn nicht offenlegen

Wer sich für eine offene Stelle bei der Luzerner Stadtverwaltung interessiert, soll gleich wissen, welcher Lohn zu erwarten ist. Das forderte die GLP. Doch der Stadtrat will davon nichts wissen.
Stefan Dähler
Die Stadt soll künftig bei Stelleninseraten angeben, welche Lohnbandbreite für die Anstellung vorgesehen ist, fordert die GLP. (Bild: Archiv Luzerner Zeitung)

Die Stadt soll künftig bei Stelleninseraten angeben, welche Lohnbandbreite für die Anstellung vorgesehen ist, fordert die GLP. (Bild: Archiv Luzerner Zeitung)

Wie viel ein Angestellter bei der Luzerner Stadtverwaltung verdient, wird nicht einfach nach Gutdünken festgelegt. Es existieren für jede Art von Stelle sogenannte Lohnklassen mit festgelegten Bandbreiten, die von Position und Aufgabenbereich abhängen. Diese seien gestützt auf interne und externe Vergleichswerte, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf ein Postulat der GLP. In der tiefsten Lohnklasse 1 verdient ein Angestellter zwischen 48’220 bis 62’884 Franken, in der höchsten Lohnklasse 25 zwischen 150’049 bis 204’074 Franken.

Die GLP forderte im erwähnten Postulat, dass die Lohnbandbreite künftig bei ausgeschriebenen Stellen angegeben wird, wie es bereits bei den Verkehrsbetrieben Zürich der Fall ist. Diese Regelung sollte für die Luzerner Stadtverwaltung, aber auch für ausgegliederte Betriebe wie VBL, EWL oder Viva Luzern gelten. Damit wollte die GLP die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen bekämpfen. Transparenz bei den Löhnen könne dazu einen Beitrag leisten.

Exekutive will Betrieben keine Vorgaben machen

Der Stadtrat lehnt das Postulat jedoch ab. Er «respektiere die unternehmerische Freiheit der stadteigenen Beteiligungsgesellschaften» und wolle daher nicht in deren operatives Geschäft eingreifen.

Auch bei Stellenausschreibungen der Stadtverwaltung will die Exekutive weiterhin keine Lohnangaben machen. Die aktuelle Praxis sei transparent. Zwar wird die Bandbreite im Inserat nicht angegeben, doch im «konkreten Rekrutierungsprozess» werde den Bewerbern die Zuordnung der Stelle zu den Lohnklassen «näher erläutert». Man habe von den Bewerbern jeweils positive Rückmeldungen zu diesem Vorgehen erhalten.

Für Postulantin Judith Wyrsch (GLP) ist nicht verständlich, warum die Lohnbandbreite nicht gleich von Beginn weg bekannt gegeben wird. «Es entsteht dadurch kaum Aufwand und es hilft beiden Seiten.» Die Bewerbungsgespräche könnten zielgerichteter und ruhiger verlaufen, weil unrealistische Lohnvorstellungen von Anfang an kein Thema mehr wären. Sie verweist zudem auf eine Interface-Studie, die zeige, dass in Europa immer mehr Unternehmen und Verwaltungen in ihren Stellenausschreibungen die zu erwartenden Löhne kommunizierten. Dies auch, weil Transparenz dabei helfe, Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu verringern und die Lohngleichheit anzustreben.

Die Verkehrsbetriebe Zürich legen die Lohnspanne seit 2013 offen, wie sie auf Anfrage mitteilen. Sie ziehen ein positives Fazit. Man befinde sich mit Bewerbern «auf Augenhöhe». Sie geben «alles von sich preis, darum machen wir das auch».

Soviel verdienen die Luzerner Stadt-Angestellten

Welche Funktionen und Berufe zu welcher Lohnklasse gehören, regelt die Personalverordnung (ab Seite 54).

Frauen verdienen 4,3 Prozent weniger

Die Stadt Luzern überprüft jeweils im Rahmen des Geschäftsberichts die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen in der Verwaltung. 2017 verdienten Frauen bei gleicher Ausbildung, Berufserfahrung, gleichem Dienstalter, demselben Kompetenzniveau sowie gleicher Funktion und hierarchischer Stellung 4,3 Prozent weniger.

Bei den Führungskräften in einem Vollzeitpensum sind die Männer mit 80 Prozent (in absoluten Zahlen: 69 Männer und 17 Frauen) klar übervertreten. Hingegen liegt der Frauenanteil bei den Führungskräften, die in einem Teilzeitpensum arbeiten, bei 60 Prozent (52 Frauen und 34 Männer).

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