Luzerner Stadtrat will Schliessung der Stadtautobahn nicht prüfen

Unbestritten, sagt der Luzerner Stadtrat, das städtebauliche Potenzial im Raum Kasernenplatz bis Ibach sei hoch und auch ausgewiesen. Dennoch will er von einer Schliessung der Stadtautobahn - zumindest zum heutigen Zeitpunkt - nichts wissen.

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(sda) Mit einer Potenzialstudie soll der Stadtrat aufzeigen, welche Chancen sich aus einem Rückbau der Stadtautobahn vom Gebiet Ibach bis Kasernenplatz in Bezug auf den Städtebau, den öffentlichen Raum, die Wohn- und Gewerbesituation sowie auf den Natur- und Erholungsraum ergäben. Dies fordert die Grüne Stadtparlamentarierin Korintha Bärtsch in einer Motion.

Zudem solle sich der Stadtrat gegenüber Bund und Kanton für einen sechsspurigen Bypass mit gleichzeitiger Schliessung der heutigen Stadtautobahn einsetzen.

Engpass ist erkannt

Die Verkehrssituation am Kasernenplatz wird seit langem immer wieder diskutiert. In der Vergangenheit wurde mehrfach ein «Stadtreparatur» gefordert. Denn: Der Autobahnanschluss direkt ins Stadtzentrum führt dazu, dass täglich rund 30'000 Fahrzeuge über diesen Anschluss verkehren.

Die Engpassbeseitigung auf der Nationalstrasse plant das Bundesamt für Strassen (Astra) mit dem Projekt Bypass. Nach aktuellem Stand soll ein neuer Tunnel mit zwei Röhren und je zwei Fahrstreifen von Kriens bis nach Ibach den bestehenden Autobahnabschnitt entlasten.

Der Transitverkehr soll dann durch diesen neuen Tunnel geführt werden, und der alte Autobahnabschnitt würde als Stadtautobahn mehrheitlich vom Agglomerationsverkehr zwischen Kriens und Emmen genutzt. Dafür plant der Kanton - im Auftrag des Astra - den Anschluss Lochhof auszubauen und mit der Spange Nord und der neuen Fluhmühlebrücke an das kantonale Strassennetz anzuschliessen.

Der Stadtrat lehnt die Spange Nord und die Fluhmühlebrücke entschieden ab. Diese teilweise vierspurigen Bauwerke bedeuteten einen zu grossen Eingriff in die Stadt und beeinflussten die Siedlungsentwicklung negativ, so die Stadtregierung.

Dass das städtebauliche Potenzial im Raum Kasernenplatz hoch sei, sei unbestritten und wurde auch in verschiedenen Studien auch ausgewiesen, schreibt der Stadtrat in seiner am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme zur Motion. Ein Rückbau der Stadtautobahn wäre laut Stadtrat auch eine markante Aufwertung dieses Gebiets. «Und die von der Motionärin geforderte Planungsstudie könnte durchaus interessante Ergebnisse zeigen.»

Aber für den Stadtrat ist der Zeitpunkt dafür unpassend. Er will zuerst Klarheit in Bezug auf die Entwicklung der Projekte Bypass und Spange Nord. Und dann allenfalls gemeinsam mit den zuständigen Stellen von Bund und Kanton eine städtebauliche Studie initiieren.

Zudem befürchtet er eine Mehrbelastung der übrigen Autobahnanschlüsse und Zufahrtsachsen. Und, so gesteht die Stadtregierung: «Mit der Schliessung würde die attraktive, direkte Anfahrtsmöglichkeit ins Stadtzentrum entfallen.» Sie lehnt die Motion ab.