Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Video

Luzerner Ständeratskandidaten liefern sich heftiges Wortgefecht ums Stöckli am Podium

Am Podium am Mittwochabend zeigten die sieben Luzerner Ständeratskandidaten, wie sie zu aktuellen Themen stehen.
Yasmin Kunz

So lief die Diskussionsrunde:

00:00 – Begrüssung
06:17 – 1. Diskussionsrunde mit Monique Frey (Grüne), Andrea Gmür (CVP) und Franz Grüter (SVP) zu den Themen Klimawandel / CO2-Ausstoss und Beziehungen
36:00 – Werbespot von Franz Grüter (SVP)
36:57 – Werbespot von Andrea Gmür (CVP)
37:58 – Werbespot von Monique Frey (Grüne)
39:56 – 2. Diskussionsrunde mit Florian Studer (parteilos), Michèle Graber (GLP), David Roth (SP) und Damian Müller (FDP) zu den Themen Krankenkassenprämien sowie Reform der Altersvorsorge
1:24:26 – Werbespot von Florian Studer (parteilos)
1:25:20 – Werbespot von Michèle Graber (GLP)
1:25:44 – Werbespot von David Roth (SP)
1:27:05 – Werbespot von Damian Müller (FDP)
1:28:52 – Schlussrunde mit Knigge-Quiz

In 17 Tagen ist es soweit: Dann wählen die Luzerner Bürgerinnen und Bürger ihre Vertreter ins Bundeshaus. Neben den Nationalrätinnen- und -räten auch jene für den Ständerat. Im Kanton Luzern gibt es sieben Kandidierende für zwei Sitze (siehe Kasten). Der eine Sitz, derzeit besetzt von Damian Müller (FDP), und der frei werdende des abtretenden CVP-Politikers Konrad Graber. Die heisse Phase ist eingeläutet. Hier ein Podium, da ein Podium. Jede Stimme zählt.

Sie kandidieren für den Ständerat (von links): Monique Frey (Grüne), Andrea Gmür (CVP) und Franz Grüter (SVP). Moderiert wurde der Anlass von Jérôme Martinu, Chefredaktor der «Luzerner Zeitung», und Christian Peter Meier, stellvertretender Chefredaktor. (Bild: Eveline Beerkircher, 2. Oktober 2019)

Sie kandidieren für den Ständerat (von links): Monique Frey (Grüne), Andrea Gmür (CVP) und Franz Grüter (SVP). Moderiert wurde der Anlass von Jérôme Martinu, Chefredaktor der «Luzerner Zeitung», und Christian Peter Meier, stellvertretender Chefredaktor. (Bild: Eveline Beerkircher, 2. Oktober 2019)

So kreuzten die Kandidaten auch am Mittwochabend im LZ-Auditorium die Klingen. Rund 160 Zuschauer waren den Diskussionen gefolgt. Die Debatte wurde von Jérôme Martinu, Chefredaktor der «Luzerner Zeitung», und Christian Peter Meier, stellvertretender Chefredaktor, moderiert. Im Zentrum standen die aktuellen Themen Klimawandel, steigende Gesundheitskosten, Beziehungen zur EU und die Altersvorsorge.

Gmür und Frey fordern Gesetze für besseres Klima

Die sieben Kandidaten wurden in zwei Gruppen eingeteilt. In der ersten Runde waren Monique Frey (Grüne), Andrea Gmür (CVP) und Franz Grüter (SVP). Sie diskutierten über das allgegenwärtige Thema Klimawandel. Nur in einem Punkt sind sich die drei offenbar einig: Es braucht Massnahmen, um den Klimawandel aufzuhalten. Die Basis – damit ist die Klimajugend gemeint – habe gezeigt, dass die Politik bei diesem Thema versagt habe, sagt Kantonsrätin Monique Frey (Grüne). Das Scheitern beziehe sich auf die letzten dreissig Jahre, betont sie. «Es braucht nun Gesetze auf Bundesebene, die etwa den CO2- Ausstoss drosseln.» Gleicher Meinung ist die CVP-Nationalrätin Andrea Gmür: «Der Druck, den die Klimabewegung auf die Politik ausübt, ist nötig, damit etwas geht.» Sie plädiert ebenfalls für verschärfte CO2-Gesetze und für Flugticketabgaben.

Etwas anders sieht das der SVP-Nationalrat Franz Grüter. Er anerkenne die globale Bewegung zum Klimawandel und würde diesen auch nicht verleugnen. «Wir müssen Sorge zur Umwelt tragen». Doch für ihn gilt: «Verbote und Verteuerungen sind keine Lösung.» Er appelliert an Eigenverantwortung und verweist darauf, dass die Schweiz gute innovative Ideen hat. Insbesondere Andrea Gmür enerviert sich ob der Aussage von Grüter: Das sei alles Schönfärberei. Die SVP lehne kategorisch alle Bemühungen, das Klima zu schützen, ab, und verweist dabei auf das kantonale Energiegesetz, welches die SVP erfolglos bekämpfte. Das lässt Franz Grüter nicht auf sich sitzen. «Wir haben zahlreiche Gewerbler und Bauern, die viel in die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz investieren.» Für Monique Frey ist «freiwillig» keine Option. Sie sagt: «Wir brauchen von den Politik gleiche Voraussetzungen für alle, und es muss Regeln geben.»

Gesundheitskosten sparen: Weniger Spitäler, mehr Ambulatorien

Florian Studer (parteilos), Michèle Graber (GLP), David Roth (SP) und Damian Müller (FDP) (von links) wollen ebenfalls ins Stöckli. (Bild: Eveline Beerkircher, 2. Oktober 2019)

Florian Studer (parteilos), Michèle Graber (GLP), David Roth (SP) und Damian Müller (FDP) (von links) wollen ebenfalls ins Stöckli. (Bild: Eveline Beerkircher, 2. Oktober 2019)

Zur zweiten Runde angetreten sind SP-Kantonsrat David Roth, GLP-Kantonsrätin Michèle Graber, Florian Studer (parteilos) und der bisherige Ständerat Damian Müller (FDP). Sie zogen das Los, über die Gesundheitskosten in unserem Land zu debattieren. Selbst wenn die Prämien schweizweit 2020 nur marginal ansteigen werden, braucht es kostensenkende Massnahmen. In diesem Punkt sind sich alle einig. Die Lösungsansätze sind allerdings ganz unterschiedlich.

Damian Müller etwa kritisiert die Strategie ambulant vor stationär. «Diese verschiebt nur die Kosten, reduziert sie aber nicht» Er findet, mit den Spitalfusionen sei man auf gutem Weg: «Nun müssen Kompetenzzentren geschaffen werden. Nicht jedes Spital muss alles anbieten. Damit können Kosten gesenkt werden.»

Die GLP-Kantonsrätin Michèle Graber geht noch einen Schritt weiter: «Wir brauchen gar nicht so viele Spitäler.» Das getraue sich kaum einer zu sagen, weil es unpopulär sei. «Fakt ist aber, dass in den Spitälern viele Betten leer sind.» Sie würde stattdessen ambulante Zentren begrüssen.

Für David Roth, SP-Kantonalparteipräsident, führt der Weg zum Sparziel über mehr staatliche Kontrolle. Denn: «Das heutige Gesundheitssystem ist pulverisiert und an jeder Ecke will jemand noch etwas verdienen.» So könne nicht gespart werden, zudem führe das zu einer Überversorgung, die es zu vermeiden gelte. «Überversorgung geschieht nicht bei den Grundversicherten, sondern bei den Zusatzversicherten, und das zahlen letztlich wieder wir alle.»

Florian Studer appelliert vor allem an mehr Selbstverantwortung. Er bemängelt unter anderem das Versicherungssystem und ortet genau dort Sparpotenzial. Ihm schwebt zum Beispiel eine Einheitskasse vor.

Das sind die Anwärter

(kuy) Sieben Kandidaten kämpfen bei den Ständeratswahlen vom 20. Oktober um zwei Sitze in der kleinen Kammer. Frei wird der Sitz des zurücktretenden Konrad Graber (CVP). Damian Müller (FDP, 34, Hitzkirch), bisheriger Ständerat, buhlt um seine Wiederwahl. Ferner bemühen sich Monique Frey (Grüne, 54, Emmen), Andrea Gmür (CVP, 55, Luzern), Michèle Graber (GLP, 53, Udligenswil), Franz Grüter (SVP, 56, Eich), David Roth (SP, 34, Luzern), Florian Studer (parteilos, 33, Luzern) um die Wahl in den Ständerat.

Podium vom Jugendparlament

Das Jugendparlament von Kanton und Stadt Luzern organisiert in Zusammenarbeit mit dem Radio 3FACH ebenfalls ein Ständeratspodium. Dieses findet am Donnerstag, 3. Oktober, um 20 Uhr im Treibhaus in Luzern statt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.