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Luzerner Ständeratssitz: SVP und CVP-Frauen wittern Morgenluft

Wer erbt 2019 den Ständeratssitz des zurücktretenden Konrad Graber (60, CVP)? In Stellung bringt sich die SVP, obwohl ein prominenter Kopf der Partei Vorbehalte hat. Auch bei der CVP winkt eine bekannte Person ab, will aber bei der Suche einer Nachfolge für Graber eine aktive Rolle einnehmen.
Christian Glaus

Mehr als 40 Jahre in der Politik sind genug. Der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber will nächstes Jahr nicht mehr zur Wahl antreten, wie er an der Delegiertenversammlung am Donnerstagabend bekannt gegeben hat.

Konrad Grabers Politik-Karriere in Bildern: Konrad Graber (rechts) während der Delegiertenversammlung der CVP Kanton Luzern in Schenkon im April 1999. Damals amtete er als Präsident. (Bild: Archiv LZ)
Konrad Graber besucht das CVP-Frauenfest in Altishofen im Mai 1999 und stösst mit Marianne Moser (v.l.) , Rösy Blöchliger, Brigitte Mürner, Rosmarie Dormann, Klara Röösli und Ida Glanzmann beim Schloss Altishofen an. (Bild: Archiv LZ)
Konrad Graber übergibt 2001 das Präsidentenamt der CVP Luzern an Ruedi Lustenberger. (Bild: Archiv LZ)
Die VBL stellt im November 2006 ihren ersten Doppelgelenktrolleybus im Fahrzeugdepot in Luzern der Öffentlichkeit vor. Mit dabei sind der damalige VBL-Verwaltungsratspräsident Konrad Graber (v.r.), Paul Wirth von der Hess AG, VBL-Direktor Norbert Schmassmann und VBL-Chef Technik Walter Sennrich.
(Archiv LZ)
Die CVP Luzern nominiert im Mai 2007 ihre Ständeratskandidaten im Kulturzentrum Braui in Hochdorf. Einer der drei Kandidaten ist Konrad Graber-Wyss. (Bild: Archiv LZ)
Konrad Graber ist ein passionierter Orientierungsläufer und posiert daher im entsprechenden Tenue vor seinem Heimatort Grossdietwil im September 2007.
(Bild: Archiv LZ)
Konrad Graber (2.v.r.) nahm gemeinsam mit anderen Kandidaten an der Veranstaltung «KMU-Arena» im September 2007 in Emmen teil. Bei der Arena beantworteten die Ständerats- und Nationalratskandidaten verschiedene Fragen. Die weiteren Kandidaten (v.r.): Pius Zängerle (am Mikrofon), Walter Häcki, Helen Leumann-Würsch, Felix Müri, Albert Vitali, Yvette Estermann, Ruedi Stöckli. (Bild: Philipp Schmidli)
Konrad Graber und Helen Leumann während den National- und Ständeratswahlen im Oktober 2007 in Luzern. Konrad Graber wird als Luzerner Ständerat gewählt. (Bild: Nadia Schärli)
Konrad Graber spricht im Oktober 2007 bei der Delegiertenversammlung der CVP Kanton Luzern in Wolhusen als gewählter Ständerat. (Bild: Archiv LZ)
Konrad Graber fährt im Dezember 2007 im Zug zu seiner ersten Session in Bern als Ständerat. (Bild: Corinne Glanzmann)
Konrad Graber nimmt im Januar 2008 zusammen mit der damaligen SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga (hinten) und dem damaligen Chefreporter Politik der damaligen Neuen Luzerner Zeitung Jürg Auf der Maur (Mitte) an der Podiumsdiskussion der AWG-Veranstaltung zur Unternehmenssteuerreform II in der Hochschule Luzern teil.
(Bild: Manuela Jans-Koch)
Konrad Graber gibt im Oktober 2008 der damaligen Neuen Luzerner Zeitung ein Interview zum Hilfspaket des Bundesrats.
(Bild: Manuela Jans)
Konrad Graber läuft im Oktober 2009 am 3. Lucerne Marathon mit. Damit ist er einer von insgesamt rund 8800 Teilnehmern.
Mit seiner Ehefrau Andrea Wyss besucht Konrad Graber die 17. Theater-Gala der Krankenversicherung CSS im Luzerner Theater im Oktober 2010. (Bild: Archiv LZ)
Der CVP-Ständerat Konrad Graber feiert mit Ehefrau Andrea Wyss sowie Rahel und Norbert Schmassmann (von links) an der 17. Theater-Gala der Krankenversicherung CSS im Luzerner Theater im Oktober 2010. (Bild: Archiv LZ)
Im Mai 2011 nominiert die CVP Konrad Graber erneut als Kandidat für die Wahl in den Ständerat. Patricia Schaller gratuliert ihm dazu und überreicht ihm einen Blumenstrauss während der Versammlung im Zentrum Gersag in Emmenbrücke. (Bild: Pius Amrein)
Während der Eröffnungsfeier zum Ausbau und der Tieflegung der Zentralbahn im November 2012 in der unterirdischen Haltestelle Messe Allmend in Luzern haben offenbar der Ständerat Konrad Graber und Bundesrätin Doris Leuthard gut lachen.
Im April 2013 startet Ständerat Konrad Graber beim Solidaritätslauf am Luzerner Stadtlauf.
Die Wirtschaftskommission des Ständerats besucht im Oktober 2013 das Emmi Kaltbach Käselager. Mit dabei sind Regierungsrat Robert Küng, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Konrad Graber als Präsident der Wirtschaftskommission des Ständerats und als Verwaltungsratspräsident der Emmi Gruppe. (Bild: Boris Bürgisser)
2015 wird Konrad Graber erneut in den Ständerat gewählt. Mit ihm zusammen wird Damian Müller (FDP) die Luzerner in Bern vertreten.
Im Februar 2016 führen Konrad Graber und Franz Steinegger ein Streitgespräch über die Gotthard-Abstimmung. (Bild: Nadia Schärli)
Im März 2016 spricht Konrad Graber als Verwaltungsratspräsident von Emmi während der Bilanzmedienkonferenz im Hotel Radisson in Luzern. Die Tätigkeit als Verwaltungsratspräsident will er nach seinem Abschied aus der Politik weiterhin wahrnehmen. (Bild: Eveline Beerkircher)
Im Mai 2016 spricht Bundesrat Alain Berset anlässlich einer Informationsveranstaltung an der Uni Luzern zur Rentenreform 2020 mit Konrad Graber. (Bild: Nadia Schärli)
Konrad Graber (rechts) ist in Kriens zu Hause. Damit befindet er sich in bester Spitzenpolitiker-Gesellschaft: Paul Winiker (v.l.), Marcel Schwerzmann und Yvette Estermann wohnen ebenfalls in Kriens. (Bild: Pius Amrein)
Am Mittwoch, 29. August 2018 gibt Konrad Graber an der CVP-Delegiertenversammlung in Sursee seinen Rückzug aus der Politik bekannt. (Bild: Eveline Beerkircher)
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Konrad Grabers Politik-Karriere in Bildern

«Damit ist das Rennen frisch eröffnet», sagt SVP-Präsidentin Angela Lüthold, die durch unsere Zeitung von Grabers Rückzug aus der Politik erfahren hat. Die SVP versucht schon lange, einen Sitz im Ständerat zu erobern. Zuletzt bei den Wahlen 2015, als Yvette Estermann (Kriens) im ersten Wahlgang mit 37'015 Stimmen auf dem vierten Platz landete.

SVP-Nationalrätin Yvette Estermann ist unter Vorbehalten bereit, für den Ständerat zu kandidieren. (Bild: Corinne Glanzmann)

SVP-Nationalrätin Yvette Estermann ist unter Vorbehalten bereit, für den Ständerat zu kandidieren. (Bild: Corinne Glanzmann)

Da Grabers Sitz frei wird und die SVP somit nicht gegen einen Bisherigen antreten muss, sei die Ausgangslage für ihre Partei gut, sagt Lüthold. Die Wahlkommission wird sich nun auf die Suche nach geeigneten Ständeratskandidaten machen. Lüthold bestätigt, dass sowohl Yvette Estermann als auch Franz Grüter als mögliche Kandidaten in Frage kämen. Auf Anfrage unserer Zeitung äussert Estermann allerdings Vorbehalte. Wenn FDP und CVP sich mit gemeinsamen Listen wieder gegenseitig unterstützen, sei die Chance klein, einen Sitz zu erobern. «Es ist nicht in meinem Sinn, ein zweites Mal zuschauen zu müssen, wie CVP und FDP das Rennen unter sich ausmachen», sagt Estermann - und winkt damit indirekt ab. Wenn sie Wahlchancen sehe, sei sie aber bereit, sich zur Verfügung zu stellen.

SVP-Nationalrat Franz Grüter ist in der Wirtschaft stark engagiert. (Bild: Pius Amrein)

SVP-Nationalrat Franz Grüter ist in der Wirtschaft stark engagiert. (Bild: Pius Amrein)

Eher nein zu einer Kandidatur sagt auch SVP-Nationalrat Franz Grüter. Er sei stark beschäftigt, etwa durch das Verwaltungsratspräsidium beim Internetdienstleister Green oder das Verwaltungsratsmandat bei der Luzerner Kantonalbank. «Das Amt als Ständerat wäre ein zusätzliches grosses Engagement. Das müsste und würde ich mir gut überlegen, wenn mich die Partei anfragen würde», so Grüter.

Ida Glanzmann sieht CVP-Frauen in der Pflicht

Klar ist, dass die CVP versuchen wird, ihren Ständeratssitz zu verteidigen. Ob sich Regierungsrat Guido Graf aufstellen lässt, ist unklar. «Mein nächstes politisches Ziel ist die Wahl Ende März 2019 in die Luzerner Regierung», erklärte er bereits am Mittwochabend nach Grabers Ankündigung, nicht mehr anzutreten. Weiter dazu äussern will sich Graf nicht. Innerhalb der CVP gibt es allerdings einige weitere Personen, die für das attraktive Amt in Bern in Frage kämen. So etwa Nationalrätin Andrea Gmür-Schönenberger (54). Für eine Stellungnahme war sie noch nicht erreichbar, parteiintern ist ihr Name aber bereits gefallen. Weitere mögliche Kandidaten sind die Kantonsräte Yvonne Hunkeler, Claudia Bernasconi und Fraktionschef Ludwig Peyer.

CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann sagt klar nein zu einer Ständeratskandidatur. (Bild: PD)

CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann sagt klar nein zu einer Ständeratskandidatur. (Bild: PD)

Die CVP-Frauen seien nun in der Pflicht, mögliche Kandidatinnen vorzuschlagen, sagt Nationalrätin Ida Glanzmann. Sie ist seit 2006 in der grossen Kammer und hätte ebenfalls das Format für's Stöckli. Eine eigene Kandidatur sei ausgeschlossen, sagt Glanzmann. Ein Kandidat müsse bereit sein, mindestens zwei Legislaturen à vier Jahre im Amt zu bleiben. In acht Jahren wäre Glanzmann 69. «So lange will ich nicht mehr politisch tätig sein. Klar ist aber, dass ich nächstes Jahr nochmals als Nationalrätin kandidieren werde.»

Offen ist, wie die SP auf Grabers Rücktritt reagiert. Die Partei erachtet die neue Ausgangslage als Chance. Es gebe verschiedene Varianten für eine Kandidatur, so SP-Vizepräsidentin Priska Lorenz. Die Personaldecke sei breit. Sie bestätigt, Gespräche mit verschiedenen Personen geführt zu haben. Darunter etwa Nationalrätin und Konsumentenschützerin Prisca Birrer-Heimo und Kantonalpräsident David Roth. Lorenz betont, dass es an den Sektionen liegt, Kandidaten vorzuschlagen. So wie dies die Stadtluzerner SP mit David Roth bereits getan hat. Am Schluss entscheide die Delegiertenversammlung am 22. November.

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