Luzerner Standesinitiative gegen Gewalt

Besonders gewalttätige Sportarten und gewaltverherrlichende Computergames sollen in der Schweiz verboten werden. Dies verlangt der Luzerner Kantonsrat mit einer Standesinitiative vom Bund.

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Kilergames sollen nach Ansicht des Luzerner Kantonsrats verboten werden. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Kilergames sollen nach Ansicht des Luzerner Kantonsrats verboten werden. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Kampfveranstaltungen in «Mixed Martial Arts» und «Ultimate Fighting» sollen in der Schweiz verboten werden. Auch das Trainieren und Ausüben dieser als verwerflich eingestuften Sportarten will der Luzerner Kantonsrat mit seiner Standesinitiative generell untersagen. Bilder von Kampfveranstaltungen dürften nicht mehr veröffentlicht werden.

Die Luzerner Regierung hatte beantragt, das Trainieren und Ausüben von «Mixed Martial Arts» und «Ultimate Fighting» nur für Kinder und Jugendliche zu verbieten. Der Kantonsrat entschied an seiner Sitzung vom Montag aber auf Antrag von Guido Luternauer (SVP) mit 65 zu 29 Stimmen eine Verschärfung. Die Ratsminderheit hatte das generelle Verbot als rechtlich heikel und unverhältnismässig bezeichnet.

Hart vorgehen soll der Bund auch gegen Killergames. Herstellung, Werbung, Einfuhr, Verkauf und Weitergabe von Spielen, in denen grausame Gewalttätigkeiten zum Spielerfolg beitragen, sollen verboten werden. Peter Bucher (CVP) sagte, Gewaltvideospiele könnten labile Menschen negativ beeinflussen.

Der Kantonsrat begründet seinen Appell an den Bund damit, dass nur mit einer schweizweiten Lösung die Verbreitung von Gewaltdarstellungen und -verherrlichungen eingedämmt werden könnten. Die Gesellschaft habe hier Grenzen zu setzen, sagte Monique Frey (Grüne). In der Schlussabstimmung hiess das Parlament die Standesinitiative mit 104 zu 1 Stimmen gut.

sda/zim

Reaktion

«Game Rights», eine schweizerische Vereinigung für Gamer mit rund 1300 Mitgliedern, nimmt die Standesinitiative des Kantons Luzern «mit Bedauern» zur Kenntnis. Die Vereinigung findet, «dass solche Vorstösse effektiveren und gerechteren Massnahmen Aufmerksamkeit sowie Geld entziehen und den Eltern das Gefühl geben, dass man selbst nichts tun kann.»

Zudem kritisiert die Vereinigung, dass die Standesinitiative der «virtuellen Gewalt» mehr Aufmerksamkeit schenke als der «realen». Die Regierung fordert ein allgemeines Verbot von gewaltbeinhaltenden Video- und Computerspielen, nicht jedoch für Mixed Martial Arts und Ultimate Fighting, wo ein Teilnahmeverbot für Minderjährige vorgesehen ist.

pd/das