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Zu viele Steinböcke am Pilatus – Jungtiere sollen geschossen werden

Die Steinböcke am Pilatus konkurrenzieren sich gegenseitig und machen gleichzeitig anderen Tieren das Leben schwer. Daher plant der Kanton nun, bis Ende November 13 der hiesigen Steinböcke schiessen zu lassen.
Lucien Rahm
Im Kanton Luzern leben zwei Steinbockkolonien – eine davon im Pilatus-Gebiet, die andere an den Hängen des Brienzer Rothorns. (Leserbild: Marianne Schmid)

Im Kanton Luzern leben zwei Steinbockkolonien – eine davon im Pilatus-Gebiet, die andere an den Hängen des Brienzer Rothorns. (Leserbild: Marianne Schmid)

Gut 300 Steinböcke leben am Pilatus und am Brienzer Rothorn. Mit ihrer Anzahl wirken sie sich nicht nur positiv auf ihre Umwelt aus. Daher werden wohl nun einige von ihnen bald nicht mehr wort- sondern sprichwörtlich ins Gras beissen.

Denn die 101 Tiere, die den Pilatus bevölkern, sind so viele, dass nicht alle davon gesund sind. Lebensraum und Nahrung am Berg sind nämlich begrenzt. Bei einer zu hohen Population beginnen die Steinböcke also, sich in dieser Hinsicht gegenseitig zu konkurrenzieren. «Der Stress für die Tiere wird grösser», sagt Peter Ulmann, Leiter der kantonalen Abteilung Natur, Jagd und Fischerei, auf Anfrage. Auch deshalb soll ihre Zahl reduziert werden, damit die «Vitalität der Population» wieder verbessert werden kann, wie es seitens der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) heisst. Nicht nur die eigene, auch fremde Arten gefährden die vielen Böcke: Die Gamsbestände am Pilatus werden durch die Steinböcke ebenfalls beeinträchtigt. Auch sie teilen sich Lebensraum und Nahrung.

Rothorn-Böcke beschädigen Schutzwald

Neun der über 100 Böcke sollen daher nun geschossen werden – maximal drei davon auf Luzerner Boden. Für die restlichen Tiere sind die Kantone Nid- und Obwalden verantwortlich. Doch nicht nur die Böcke am Pilatus machen Probleme. Auch die Steinböcke am Brienzer Rothorn schaden ihrer Umgebung etwas zu intensiv. Dort ist der Kanton Luzern für die «Regulierung» von zehn Steinböcken zuständig. Aus der 200 Tiere umfassenden Gruppe sollen insgesamt 24 geschossen werden. Diese verursachen Probleme, indem sie während der Wintermonate bis zu den Schutzwäldern ob Brienz hinunterwandern. Dort machen sie sich insbesondere an den für sie schmackhaften Jungtrieben der Bäume zu schaffen. «Damit beeinträchtigen sie die natürliche Waldverjüngung», sagt Ulmann. Die Schutzfunktion der Wälder wird dadurch negativ beeinflusst. Um die Beschädigungen auf ein verträgliches Ausmass zu reduzieren, sei der Abschuss einzelner Tiere notwendig. Definitiv ist die Abschussplanung nach Ablauf ihrer Auflagefrist. Bis zum 5. August können bei der Lawa Einwände eingereicht werden.

Geschossen werden sollen die Steinböcke von Anfang September bis Ende November. Dabei dürfen nur Jungtiere erlegt werden – ein- bis zweijährige Männchen und Weibchen. Stillende Geissen bleiben verschont, wie die eidgenössische Verordnung über die Regulierung von Steinbockbeständen vorschreibt. Aufgrund dieser genauen Vorgaben sei es nicht immer einfach, alle geplanten Abschüsse in der vorgegebenen Zeit durchzuführen, sagt Ulmann. Dann schaue man jeweils, ob die anderen Kantone mehr Steinböcke erlegen können.

Mit den diesjährigen Abschüssen ist es übrigens nicht getan: Der Steinbockbestand muss jährlich reguliert werden, sofern nicht Krankheiten oder extreme Winter den Jägern ihre Arbeit abnehmen. Am Pilatus sollte ihre Zahl für optimale Lebensbedingungen 100 nicht überschreiten.

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