xxx

Die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden haben einen 38-jährigen Mann aus dem Kosovo ermittelt, welcher im Jahr 2010 aus einem Gefängnis im Kanton Zug geflohen ist und sich nach Brasilien abgesetzt hat. Dem Mann wird unter anderem gewerbs- und bandenmässiger Drogenhandel vorgeworfen.

Merken
Drucken
Teilen

(fmü) Die Luzerner Behörden haben nach der Flucht des Mannes über Jahre hinweg intensiv nach dem Flüchtigen gesucht. Der Mann wurde international zur Verhaftung ausgeschrieben. Zudem liefen intensive Ermittlungen in den sozialen Medien, wie es in einer Mitteilung heisst. Im letzten Jahr konnte die Polizei feststellen, dass sich der Flüchtige in Brasilien aufhielt. Dort lebte er unter falschem Namen mit gefälschten Dokumenten. Er wurde von der brasilianischen Polizei an seinem Wohnort festgenommen und Mitte September 2019 in die Schweiz überführt.

Dazu haben die Luzerner Untersuchungsbehörden eng mit dem Fedpol, dem Bundesamt für Justiz und der brasilianischen Polizei und Justizbehörden zusammengearbeitet. Nach seiner Flucht aus Zug hatte der Beschuldigte seine Fingerkuppen verändert, damit er bei der Einreise in Brasilien nicht erkannt wurde.

Drogeneinfuhr im dreistelligen Kilo-Bereich

Die Staatsanwaltschaft Luzern ermittelt gegen den 38-jährigen Mann wegen gewerbs- und bandenmässigem Drogenhandels in der Zeit von Frühling 2004 bis Dezember 2007. Die Strafuntersuchungsbehörden gehen davon aus, dass der Beschuldigte grosse Mengen Heroin in die Schweiz eingeführt und zum Teil verkauft hat, heisst es in einer Mitteilung weiter. Ebenfalls wird dem Mann Geldwäscherei vorgeworfen. Zudem soll er illegalerweise über Waffen wie ein Elektroschockgerät, ein Teleskopschlagstock und eine Pump Action verfügt haben. Der Mann wurde von der Luzerner Polizei im Dezember 2007 in St. Erhard festgenommen.

Der Beschuldigte wurde vom Kantonsgericht des Kantons Luzern wegen einfacher Körperverletzung, mehrfachen Tätlichkeiten, Gefährdung des Lebens sowie mehrfachen Drohungen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren, fünf Monaten und 15 Tagen verurteilt. Er hat im April 2005 seine frühere Freundin massiv gewürgt, geschlagen und ihr Verletzungen zugefügt hat. Schon früher hatte er ihr mehrfach gedroht, sie umzubringen. Diese Strafe sass er in der Strafanstalt in Zug ab. Die aufwendige Untersuchung der Staatsanwaltschaft Luzern dauerte an, bis dem Beschuldigten am 23. August 2010 die Flucht aus der Strafanstalt Zug gelang.