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Luzerner Synodalrat verärgert mit Schreiben reformierte Pfarrer

Reformierte Pfarrer sollen sich zur umstrittenen Volkswahl nur zurückhaltend äussern. Diese Forderung des Synodalrats sorgt für Unmut: Das Referendumskomitee spricht von einem Einschüchterungsversuch.
Jonas von Flüe
Der Wetterhahn zeigt es an: Der Synodalrat muss beim Referendum gegen das Personalgesetz mit Gegenwind der reformierten Pfarrer rechnen. (Symbolbild: Urs Bucher)

Der Wetterhahn zeigt es an: Der Synodalrat muss beim Referendum gegen das Personalgesetz mit Gegenwind der reformierten Pfarrer rechnen. (Symbolbild: Urs Bucher)

Eine Gruppe von fünf Personen hat das Referendum gegen das neue Personalgesetz der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons Luzern ergriffen. Sie stört sich daran, dass Pfarrer künftig nicht mehr von der Kirchgemeinde gewählt, sondern vom Kirchenvorstand oder der Kirchenpflege eingestellt werden sollen.

Nun hat der Synodalrat mit einem Schreiben den Kirchgemeinden, Pfarrern und Sozialdiakonen Regeln im Umgang mit dem Referendum auferlegt. Im Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, mahnt der Synodalrat, dass sich Kirchgemeinden nicht in eine Abstimmung der Kantonalkirchen einmischen und Steuergelder nicht in das private Referendumskomitee fliessen dürften. Den Pfarrern gesteht man zwar zu, sich öffentlich zur Volkswahl zu äussern, aber nur zurückhaltend, sachlich und ausserhalb der Arbeitszeiten sowie des Arbeitsortes – also nicht während des Gottesdienstes.

Schreiben soll als Hilfestellung dienen

Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA begründete der Synodalrat das Schreiben wie folgt: Es sei das erste Referendum in der rund 50-jährigen Geschichte der Reformierten Kirche im Kanton Luzern. Der Brief sei eine Hilfestellung, damit das Abstimmungsverfahren korrekt ablaufe und es nicht zu Beschwerden komme. Dies sei im Interesse aller Beteiligten. Synodalratspräsidentin Ursula Stämmer-Horst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Beim Referendumskomitee reagiert man indes irritiert auf das Schreiben. «Man kann es als Einschüchterungsversuch verstehen. Den Pfarrern steht das Recht zu, sich auf die freie Meinungsäusserung zu berufen», sagt Verena Marti, die Präsidentin des Referendumskomitees und der Kirchenpflege Kriens. Sie habe den Eindruck, der Synodalrat habe ein anderes Demokratieverständnis als das Komitee.

Krienser Pfarrer arbeitet für Referendumskomitee

Besonders sauer dürfte dem Synodalrat das Engagement des Krienser Pfarrers Karl Däppen aufgestossen sein. Er führt im Auftrag der Kirchenpflege Kriens das Sekretariat des Komitees. «Karl Däppen nimmt es lediglich auf sich, die Interessen des Referendumskomitees gegen aussen zu vertreten. Viele Leute sind unserer Meinung, getrauen sich aber nicht, dazu zu stehen», meint Marti. Das Schreiben bestärke das Komitee, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Das neue Personalgesetz wurde am 30. Mai vom Kirchenparlament – der Synode – mit 35 zu 15 Stimmen angenommen. Bereits damals machten sich die Pfarrer für eine Beibehaltung der Volkswahl stark. Damit es zu einer Volksabstimmung kommt, muss das Referendumskomitee 500 Stimmen sammeln. Die Unterschriftensammlung läuft am 25. Juli ab.

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