Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

LUZERNER THEATER: Vom Fischmädchen und seinen Wünschen

Das neue Kinderstück «Undine – die kleine Meerjungfrau» wurde gestern von 19 Schulklassen begeistert gefeiert. Die Inszenierung ist ein Spektakel.
Yvonne Imbach
Die kleine Meerjungfrau Undine will in die Menschenwelt gehen, weil sie sich verliebt hat. Dafür ist ihr kein Preis zu hoch. (Bild: Luzerner Theater/Ingo Höhn)

Die kleine Meerjungfrau Undine will in die Menschenwelt gehen, weil sie sich verliebt hat. Dafür ist ihr kein Preis zu hoch. (Bild: Luzerner Theater/Ingo Höhn)

Yvonne Imbach

Die Geschichte von Undine, einer kleinen Meerjungfrau, bietet viel Potenzial für eine effektvolle Gestaltung, da sie die meiste Zeit unter Wasser spielt. Obwohl das Bühnenbild vorwiegend nur drei grosse weisse Krater zeigt, taucht der Zuschauer sofort ab in die Unterwasserwelt: Es flitzen Fische auf Skateboards vorbei, ein Kugelfisch dümpelt vor sich hin, und zwei Quallen schweben anmutig durch die Gegend. Das Lichtkonzept wechselt stimmig von grünblauen Wassernuancen zu hellem Weiss, wenn Undine in die Menschenwelt auftaucht. Für zusätzliche Effekte sorgen die beiden Musiker Christian Aregger und Roland Bucher, die hauptsächlich Schlagzeug und E-Gitarre spielen. Sie schaffen es, zusätzlich mit ungewöhnlichen Methoden die Geräusche zu erzeugen, die typisch für die Akustik unter dem Wasserspiegel sind.

Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)
Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)
Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)
Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)
Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)Undine – die kleine Meerjungfrau: Bilder von der Premiere am Mittwoch, 18. November. (Bild: Stadttheater Luzern)
5 Bilder

Undine – die kleine Meerjungfrau

Kostüme aus Plastikelementen

Birgit Künzler hat es ausgezeichnet verstanden, die Kostüme der Figuren unter Wasser und an Land überaus ansprechend und originell zu entwerfen. Wie ein roter Faden sieht ihr Konzept vor, jedes Kostüm mit dem Werkstoff Plastik zu vervollständigen. Der Kugelfisch etwa hat unzählige Plastik-Cocktailbecher um sich befestigt. Die Wasserhexe kommt auf einem pompösen Thron daher, der aus PET-Flaschen gebaut ist. Und die feinen Plastiksäckchen, die den Überrock der Luftgeister bilden, haben den zusätzlichen Effekt, bei jeder Bewegung zu rascheln, was der Figur noch mehr Magie schenkt.

Die Spieler begeistern durch ihr Können, sich so zu bewegen, als würden sie schwerelos durchs Wasser schwimmen. Dabei setzen sie Mimik und Gestik so ein, dass aus der Geschichte ein sensibles und sehr lebendiges Schauspiel wird. Judith Cuénod als Undine zieht das Publikum vom ersten Moment an mit ihrer rührenden, naiven und doch so klugen Art in den Bann. Man möchte sie heiraten oder adoptieren. Gleich drei Rollen spielt Patric Gehrig und erweckt den Vater Kühleborn ebenso mächtig zum Leben wie den strengen Zeremonienmeister. Dazwischen schlüpft er in das Polypenkostüm – eine sportliche Leistung. Nico Herzig als Prinz Hans würde man selber auch vor dem Ertrinken retten, so knuffig wirkt er. Der Meerhexe ein herrlich-divenhaftes Gesicht gibt Bettina Riebesel. Zum Ensemble gehören auch Katharina Kessler und Melina Pyschny, welche die Schwestern von Undine ebenso reizend spielen wie die Dienerinnen am Königshof (originell der Touch «Chinoise») und die anmutigen Luftgeister. Fünf Buben glänzen in ihren Nebenrollen durch coole Hip-Hop-Einlagen. Inszeniert hat das Stück Claudia Brier.

Echte Menschen beeindrucken

Zur Premiere gestern Nachmittag waren 19 Schulklassen eingeladen, die an einem Bastelwettbewerb des Luzerner Theaters mitgemacht hatten. Wenn noch vor Spielbeginn ein entsprechender Geräuschpegel dominierte, änderte sich dies schlagartig, als es losging. Offene Münder und volle Konzentration auf die Geschichte waren auf allen Rängen zu beobachten. Und schon die Pause wurde mit trampelnden Füssen und begeistertem Applaus eingeläutet. Janis Kleger (9) aus Emmenbrücke bestätigte dann auch, dass ihm der erste Teil sehr gefallen hat: «Ich finde die Figuren sehr lustig, und ich mag Theater mehr als Fernsehen schauen. Die Menschen hier sind echt, das beeindruckt mich.»

Für das Kinderstück hat Franziska Steiof Motive von Hans Christian Andersen und Friedrich de la Motte Fouqué verarbeitet und in eine heutige, kindgerechte Sprache übersetzt. Dass ihr dies gelungen ist, zeigten die Kinder gestern am Ende des Spiels: Sie wurden nicht müde, «Zugabe!» zu rufen, zu trampeln und leidenschaftlich zu klatschen und zu jubeln.

HINWEIS

Weitere Aufführungen bis 17. Januar 2016. Reservationen unter Telefon 041 228 14 14 oder www.luzernertheater.ch. Empfohlen ab 6 Jahren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.