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Luzerner Theologin kämpft für eine gleichwertige Kirche und trifft im Juni Bischof Felix Gmür

Jacqueline Keune reagierte mit einem Schreiben zusammen mit Gleichgesinnten auf die Kirchenaustritte von Schweizer Feministinnen im November 2018. Nun ist die Luzerner Theologin mit sechs weiteren Mitunterzeichnenden zu einem Treffen mit Bischof Felix Gmür eingeladen.
Janick Wetterwald

«Wir haben es satt!» lautet der Titel des Schreibens von der Luzerner Theologin Jacqueline Keune und sechs weiteren Personen. Es ist das nächste Kapitel in einer Geschichte, die ihren Anfang im November 2018 genommen hat.

Jacqueline Keune. (Bild: PD)

Jacqueline Keune. (Bild: PD)

Damals traten sechs bekannte Schweizer Feministinnen gemeinsam demonstrativ aus der katholischen Kirche aus. Auslöser war die Äusserung vom Papst, welcher Abtreibung als «Auftragsmord» bezeichnete. Als Reaktion darauf brachten Keune und Monika Hungerbühler, Theologin aus Basel, in einer Mitteilung von Anfang Dezember ihren Unmut über die aktuellen Zustände in der katholischen Kirche auf's Papier.

Unter dem Titel «Eine Kirche umfassender Gleichwertigkeit» gingen die beiden Frauen schonungslos mit der Kirche ins Gericht. So heisst es zum Beispiel:

«Wir können nicht verstehen, wie Papst Franziskus die frauenverachtenden Zustände im Weltenhaus beklagen und gleichzeitig so wenig Gespür und Bewusstsein für die Würde der Frauen im eigenen Haus haben kann.»

Ebenfalls ein grosses Übel sei die Blindheit der Kirche: «Die Unfähigkeit, ihre krank machenden Strukturen zu erkennen.» Das Schreiben wurde von über 300 Theologinnen und Theologen mitgetragen und zeigte Wirkung.

20 Forderungen als Grundlage

Die beiden Verfasserinnen sowie fünf weitere Mitunterzeichnende wurden nun zu einem Gespräch mit Bischof Felix Gmür und Generalvikar Markus Thürig eingeladen.

Bischof Felix Gmür. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 16. November 2017)

Bischof Felix Gmür. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 16. November 2017)

Als Grundlage für dieses Gespräch Mitte Juni in Solothurn haben die sieben Eingeladenen ein Grundlagen-Papier ausgearbeitet. Die Hauptaussage:

«Wir haben es satt, dass die gleichen Anliegen seit Jahrzehnten auf der kirchlichen Traktandenliste stehen und mit den Reformabsichten nicht wirklich ernst gemacht wird!»

Darunter haben die Theologinnen und der Theologe 20 Forderungen an Gmür und alle Schweizer Bischöfe formuliert. «Wir erwarten eine grundlegende Umgestaltung unserer Kirche, die sich an Jesu Botschaft und Praxis prophetischer Reich-Gottes-Gerechtigkeit orientiert, nicht nur von Bischöfen, sondern auch von uns selber. Es ist Aufgabe aller, an ihren Orten und mit ihren Möglichkeiten daran mitzuwirken.», heisst es in der Mitteilung.

Keune erhofft sich vom Treffen, dass Bischof Gmür zuhört und die ernstgemeinten Anliegen auch wirklich ernst nimmt. Weiter sagt die Theologin: «Die grösste Hoffnung ist, dass wir einen Bischof überzeugen und in unser Boot holen können.»

Hier können Sie das ganze Schreiben lesen:
Wir haben es satt! – Grundlagen-Papier vor Treffen mit Bischof Felix Gmür.pdf.

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