Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Experte: Politische Vorstösse behindern Luzerner Tourismus-Diskussion

Die Stadt muss eine Tourismus-Strategie entwickeln. Dafür sei nun eine breite Diskussion nötig, so Experte Jürg Stettler vom Institut für Tourismuswirtschaft. Politische Vorstösse zum Parkhaus Musegg oder zur Metro stünden dieser aber im Weg.
Stefan Dähler
Eine asiatische Touristengruppe in der Stadt Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann, 5. Juni 2018)

Eine asiatische Touristengruppe in der Stadt Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann, 5. Juni 2018)

Wie soll sich der Luzerner Tourismus in Zukunft entwickeln? Mit dieser Grundsatzfrage muss sich die städtische Politik nach der Zurückweisung des Bericht und Antrags «Attraktive Innenstadt» befassen (wir berichteten). Am Donnerstagabend gab es einen kleinen Vorgeschmack auf die anstehenden Diskussionen – Luzern Tourismus und das Tourismus Forum veranstalteten im Hotel Schweizerhof ein Podium zum Thema, rund 130 Personen kamen vorbei.

Diese Grundsatzdiskussion und damit die Entwicklung einer langfristigen Gesamtsicht sei auch nötig, sagte Jürg Stettler, Leiter des Instituts für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern, in seinem Eröffnungsreferat.

«Weiterhin eine offene, tolerante Tourismusstadt bleiben...»

Marcel Perren, Direktor Luzern Tourismus

Bisher drehte sich die politische Diskussion vor allem um Gruppentouristen und «isolierte Einzelmassnahmen». So sind etwa zum Parkhaus Musegg oder der Metro noch Volksinitiativen hängig. Stettler empfahl den Urhebern, ihre jeweiligen Vorstösse zurückzuziehen – zuerst sollte ebendiese Gesamtsicht entwickelt werden. Ähnlich äusserte sich bereits Stadtpräsident Beat Züsli (SP) gegenüber unserer Zeitung. Sofortmassnahmen wie Gebühren für Carparkplätze sollten eingebettet in eine Gesamtstrategie umgesetzt werden.

Schweizer sind immer noch klar in der Überzahl

Stettler empfahl weiter, genauere Daten zu erheben und Modelle zu entwickeln. «Ohne Daten geht es nicht.» Bisher existierten nur Schätzungen, die besagen, dass die Zahl der Logiernächte von 1,3 Millionen im Jahr 2017 bis 2030 auf 1,6 Millionen zunehmen werden, die Zahl der Tagestouristen von 10 auf 12 bis 14 Millionen.

Wobei Stettler noch anfügte, dass rund 80 Prozent der Tagestouristen Schweizer seien. Die Asiaten würden aber stärker wahrgenommen – wegen der örtlichen Konzentration, der zuletzt starken Zunahme der Besucherzahlen und der kulturellen Unterschiede. Nichtsdestotrotz sei die Kapazität in Luzern begrenzt, die Hektik in der Stadt heute schon gross. «Letztlich wird man nicht darum herumkommen, über Kapazitätsgrenzen und allenfalls Maximalwerte zu diskutieren.» Wichtig sei nun ein partizipativer Prozess mit allen Interessengruppen und auch der Bevölkerung, wie ihn der Stadtrat plant.

«Es braucht eine Lenkung, die Entwicklung darf nicht ausser Kontrolle geraten.»

André Bachmann, Co-Präsident der IG weltoffenes Luzern

Marcel Perren, Direktor Luzern Tourismus, betonte danach in einem weiteren Referat, dass man weiterhin eine «offene, tolerante Tourismusstadt» bleiben will. Es brauche eine gemeinsam erarbeitete Strategie zur Besucherlenkung, «mit der alle leben können».

In der Folge kam es zu einer von SRF-Redaktor Stefan Eiholzer moderierten Podiumsdiskussion, die trotz einiger engagierter Voten grundsätzlich harmonisch ablief. Zuerst wollte Eiholzer wissen, wie die Stimmung gegenüber den Touristen in der Bevölkerung ist. Konditor Bruno Heini und Grossstadträtin Korintha Bärtsch (Grüne) meinten, dass man handeln müsse, bevor der Missmut überhand nehme.

Diskussion über Eintritte für Cartouristen

Doch welche Massnahmen sollen es denn sein? Eintritte für Cartouristen zu verlangen, wie es Montana-Direktor Fritz Erni vorschlug, sei nicht zielführend, sagte Ferdinand Zehnder, Verwaltungsratspräsident von Luzern Tourismus. Die Stadt sei kein Museum.

«Die Stadt ist kein Museum!»

Ferdinand Zehnder, VR-Präsident Luzern Tourismus

Für André Bachmann, Co-Präsident der IG weltoffenes Luzern, geht die Idee aber in die richtige Richtung. «Es braucht eine Lenkung, die Entwicklung darf nicht ausser Kontrolle geraten.» Zuerst müssten aber die Ziele dieser Lenkung definiert werden, Schnellschüsse wären gefährlich.

Bärtsch schlug dafür eine Bevölkerungsbefragung vor. «Wichtig ist, dass der Tourismus auch künftig von den Einheimischen getragen wird.» Dabei dürfe man die Individualtouristen nicht vergessen, warnte eine Zuhörerin. Auch diese könnten zur Belastung werden. Man dürfe daher den Gästen auch Verhaltensregeln näherbringen, meine Bachmann. Andere Destinationen täten das auch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.