Luzerner Universitätsrat und freigestellter Theologieprofessor einigen sich doch noch

Die Kündigung des Theologieprofessors Martin Mark durch den Universitätsrat der Uni Luzern warf hohe Wellen und hatte ein juristisches Nachspiel. Dieses ist jetzt beendet. Martin Mark kehrt nun ins Erzbistum Freiburg im Breisgau zurück.

Alexander von Däniken
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Blick in die Universität Luzern. (Bild. Roger Grütter)

Blick in die Universität Luzern. (Bild. Roger Grütter)

Die Universität Luzern und Martin Mark haben sich nach verschiedenen Gesprächen rund um die Kündigung des Arbeitsverhältnisses des Theologieprofessors durch den Universitätsrat per 31. Januar 2019 auf eine einvernehmliche Lösung geeinigt. Dies teilt die Uni Luzern mit. Der Universitätsrat ist das strategische Organ der Uni.

Die Kündigung per 31. Januar 2019 wird in eine ordentliche Emeritierung per 1. März 2019 umgewandelt. Martin Mark hat im Gegenzug die Klage gegen seine Freistellung an der Universität Luzern zurückgezogen. Die Kündigung wurde im letzten Sommer publik und schlug hohe Wellen.  Viele Studenten setzten sich gegen die Entlassung des Theologieprofessors ein - unter anderem mit einer Petition. (Artikel vom 23. Juli). 

«Meinungsäusserungen teilweise zu emotional»

«Martin Mark räumt ein, dass die Meinungsäusserungen teilweise zu emotional waren und den sachlich gebotenen Rahmen überschritten», heisst es in der Mitteilung. Er bedaure dies und erklärt, keine persönlichen Verletzungen beabsichtigt zu haben.

Für Martin Mark seien bei allen Meinungsverschiedenheiten und Konflikten «die Unabhängigkeit und die Qualität der Lehrtätigkeit, die Korrektheit der Finanz- und Verwaltungsabläufe und der wissenschaftliche Ruf» im Vordergrund gestanden. Sowohl die Universität Luzern wie auch Martin Mark verzichten auf weitere öffentliche Aussagen.

In seiner persönlichen Medienmitteilung erklärt Martin Mark, durch die ordentliche Emeritierung sei seine wichtigste Forderung erfüllt. Darum sehe er von einem Weiterzug seiner Klage gegen die Kündigung ab. Martin Mark kündigt an, in sein Heimatbistum Freiburg im Breisgau zurückzukehren, und dort eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Darum werde er auch seine priesterliche Tätigkeit im Pastoralraum Malters beenden, vermutlich auf den 31. Juli. Dort hat er in einem kleinen Pensum gearbeitet.

«Den Menschen dieser Region fühle ich mich verbunden. Ich liebe das Puretütsch, in welchem ich Ähnlichkeiten mit meinen Schwarzwälder Heimatdialekt entdecke», schreibt Martin Mark. Er wandere leidenschaftlich gerne «in der wunderbaren Landschaft». Viele Bauernhöfe kenne er mit Namen. «Vor den Hofhunden habe ich keine Angst, auch wenn mir vor Kurzem ein Collie meine Hose zerriss.»

Theologieprofessor Mark muss die Uni Luzern verlassen

Ende August räumte der entlassene Theologieprofessor Martin Mark sein Büro in der Universität Luzern. Inzwischen hat das Kantonsgericht Luzern entschieden, seine Freistellung nicht mehr länger zu sistieren. Mark wirft dem zuständigen Richter einen Interessenkonflikt vor.
Simon Mathis