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Luzerner wird wegen Sex mit Kindern verwahrt

Ein junger Mann hat unter anderem pornografische Bilder und Videos an unter 16-Jährige verschickt. Jetzt hat das Kriminalgericht entschieden: Der Luzerner kommt er in eine stationäre Behandlung. Und er muss hohe Verfahrenskosten zahlen.
Kilian Küttel

Er sei neugierig gewesen. Und erregt. Ja, es habe ihm gefallen. Das sagt am 10. August 2018 ein junger Mann vor dem Luzerner Kriminalgericht. Er muss sich im abgekürzten Verfahren wegen sexuellen Handlungen mit Kindern verantworten. Weil er pornografische Bilder, Videos und Nachrichten an unter 16-Jährige verschickt hat. Und weil er Nacktbilder mit Minderjährigen im Schutzalter ausgetauscht hat. Dass er all das getan hat, bestreitet der Mann nicht. Aber nur, weil er Mühe habe, mit Gleichaltrigen Kontakt zu knüpfen, heisst es im Urteil, das rechtskräftig und seit Sonntag öffentlich ist.

Zum Zeitpunkt der Verhandlung ist der Mann erst 24 Jahre alt, doch er hat schon ein bewegtes Leben hinter sich. Mit fünf habe ihn sein Bruder sexuell missbraucht. Ab Anfang der 2000er-Jahre geht er in eine Luzerner Sonderschule. 2011 tritt er eine Attestlehre an, die er nach zwei Jahren abbricht. Später arbeitet er in der Gastronomie. Seine Geschichte aber hängt unmittelbar mit seiner ehemaligen Schule zusammen.

Nach seinem Abschluss kommt es zum ersten Zwischenfall mit einem Minderjährigen im Schutzalter, den er dort kennengelernt hatte. Laut Anklage fragte er den damals 14-Jährigen, ob er seinen Penis anfassen dürfe. Der Knabe weigerte sich zuerst, lenkte dann aber ein. Auf einer Busfahrt berührte der Beschuldigte den Knaben ein erstes Mal, das gleiche geschah wenig später auf dem Schulhausareal.

Zwölf Zwischenfälle mit Minderjährigen

Das war 2012. In den folgenden Jahren sollte sich Ähnliches noch mehrmals abspielen. Die Staatsanwaltschaft schildert in der Anklage Zwischenfälle mit zwölf verschiedenen Knaben, die zum Tatzeitpunkt zwischen 12 und 15 Jahren alt waren.

Dabei ging es um gegenseitige Masturbation und das Verschicken von Nacktbildern. Zudem ist es in mindestens einem Fall zu Sex im eigentlichen Sinne gekommen. Im Urteil ist an mehreren Stellen vermerkt, dass alles immer auf freiwilliger Basis passiert sei.

Verwahrung statt Freiheitsstrafe

Dennoch ist für das Kriminalgericht klar: «Die strafbaren Handlungen des Beschuldigten wiegen schwer.» Trotz einer «leichten Intelligenzminderung», attestierte ein Gutachter dem Beschuldigten keine verminderte Schuldfähigkeit. Er geht davon aus, dass eine Rückfallgefahr für die nächsten sieben bis zehn Jahre bestehe. Der Gutachter kommt zum Schluss, eine stationäre Behandlung ist notwendig.

Dieser Empfehlung folgt das Gericht: Eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren schiebt es zu Gunsten einer kleinen Verwahrung auf. Diese dauert bis zu fünf Jahre und kann danach um maximal jeweils fünf Jahre verlängert werden. Zudem muss der Beschuldigte die Verfahrenskosten von fast 45'000 Franken tragen.

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