Luzerner wollen Power aus der Tiefe

In Basel endete das Experiment mit einem Erdbeben. Trotzdem möchte die FDP im Kanton Luzern nach geeigneten Bohrstellen für Geothermie suchen.

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Geothermische Systeme (Bild: Loris Succo/Neue LZ)

Geothermische Systeme (Bild: Loris Succo/Neue LZ)

5000 Meter im Erdinnern schlummern dank grosser Hitze fast unerschöpfliche Energiequellen. Geht es nach der Luzerner FDP, sollen diese Wärmequellen mit den Methoden der Tiefengeothermie dereinst im Kanton Luzern zur Stromgewinnung genutzt werden. Kantonsrat Robert Küng und 21 Parteikolleginnen und -kollegen fordern die Regierung in einem Vorstoss auf, mögliche Standorte für ein Geothermie-Kraftwerk abzuklären.

Noch hat man hierzulande nur wenig Erfahrung mit der Technik. Ein Versuch aus Basel zeigt, dass die Tiefengeothermie auch Gefahren birgt: 2006 kam es infolge geothermischer Bohrungen zu einem Erdbeben. Das Projekt musste eingestellt werden. Laut Experten dürfte es zudem auch aus geologischer Sicht nicht einfach sein, in Luzern erfolgreich zu bohren. Beat Keller, Mitinhaber der geologischen Beraterfirma Keller & Lorenz AG, sagt: «Vor allem im Süden des Kantons liegen über den allenfalls Felsgrundwasser führenden Gesteinen bis zu 4 Kilometer dicke Molasse-Ablagerungen.»

Thomas Heer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Sonntag in der Zentralschweiz am Sonntag.

Vom heissen Wasser zum Strom

eer.Wasser in grossen Tiefen kann deutlich über 100 Grad heiss werden. Der Druck verhindert, dass die Flüssigkeit verdampft. Wird das Wasser an die Oberfläche gepumpt, gelangt es in einen Wärmetauscher und wird dort abgekühlt. Das abgekühlte Wasser wird in einem nachfolgenden Schritt wieder ins Innere des Erdmantels gepresst. Die Wärme aus dem Wärmetauscher hingegen gelangt in einen Turbinenkreislauf. Damit kann ein Generator angetrieben werden, und somit entsteht der gewünschte Strom. Wasser Das heisse Wasser kann aber auch in ein Fernwärmenetz eingespeist und so zu Heizzwecken verwendet werden.