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Luzernerin nach zehn Jahren als reformierte Synodalrätin: «Ich hätte die Legislatur gerne beendet»

An der Synode in Luzern wurden am Dienstag Yvonne Lehmann und Daniel Rüegg verabschiedet. Damit hat die Exekutive der Reformierten fünf Mitglieder. Für Lehmann endet damit eine Karriere, die an der Basis begonnen hat.
Interview: Alexander von Däniken
Yvonne Lehmann und Daniel Rüegg hatten gestern ihren letzten Auftritt als Synodalräte der reformierten Kirche Luzern. Von nun an besteht die Exekutive der reformierten Kantonalkirche aus fünf statt sieben Mitgliedern. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 28. Mai 2019)

Yvonne Lehmann und Daniel Rüegg hatten gestern ihren letzten Auftritt als Synodalräte der reformierten Kirche Luzern. Von nun an besteht die Exekutive der reformierten Kantonalkirche aus fünf statt sieben Mitgliedern. (Bild: Jakob Ineichen, Luzern, 28. Mai 2019)

Es war eine denkwürdige Synode der evangelisch-reformierten Landeskirche Luzern: Das Parlament genehmigte gestern in zweiter Lesung das kirchliche Organisationsgesetz und das Finanzhaushaltsgesetz. Damit setzte es die neue Kirchenverfassung vom 1. Januar 2017 um, welche eine Verkleinerung des Synodalrats von sieben auf fünf Mitglieder per 1. Juli 2019 vorsieht.

Zwei Synodalräte wurden denn auch gestern offiziell verabschiedet: Yvonne Lehmann und Daniel Rüegg treten per Ende Juni von ihren Ämtern zurück. Rüegg war seit 1. Juli 2017 für das Departement Diakonie und Soziales zuständig. Yvonne Lehmann leitete während zehn Jahren als Synodalrätin das Departement Bildung und kantonale Seelsorgestellen. Für sie endet auch die kirchliche Laufbahn auf Gemeindeebene.

Ihre Amtszeit würde eigentlich bis nächstes Jahr dauern. Mit welchen Gefühlen treten Sie nun vorzeitig zurück?

Yvonne Lehmann: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich hätte die Legislatur gerne noch beendet, da ich das Amt sehr mag. Auf der anderen Seite sieht nun die Kirchenverfassung fünf statt sieben Synodalräte vor, was ich respektiere.

Sie hatten das Departement Bildung und kantonale Seelsorgestellen unter sich. Womit hatten Sie es konkret zu tun?

Bei der Bildung geht es um eine im Kanton Luzern einheitliche Ausbildung von Katechetinnen. Hier konnten wir ein religionspädagogisches Konzept erstellen, das vor etwa sechs Jahren verabschiedet wurde. Bei der Seelsorge geht es um den regelmässigen Austausch mit Spitalseelsorgern und dem Care Team, welches bei tragischen Ereignissen wie etwa Suiziden zum Einsatz kommt.

Vom Mitgliederschwund bei der reformierten Kirche wurde schon viel geschrieben. Gibt es noch genügend Seelsorger und Katechetinnen?

Wir erhalten sicherlich nicht gerade 100 Bewerbungen auf eine offene Stelle. Aber unsere Vakanzen konnten immer mit guten und engagierten Personen besetzt werden.

Wie haben Sie in den letzten zehn Jahren die Zusammenarbeit innerhalb des Synodalrats erlebt?

Wir pflegen innerhalb des Synodalrats einen wertschätzenden und konstruktiven Umgang. Es gibt natürlich auch Meinungsverschiedenheiten. Aber diese konnten immer zu Gunsten einer Lösung beigelegt werden. Für mich war es anfangs schon eine Umstellung, weil ich von der Basis her komme und es nicht gewohnt war, strategisch und übergeordnet zu denken.

Sie sprechen es an: Sie sind ja auch Diakonin in der Stadt Luzern.

Aber nur noch bis Ende Juni. Dann werde ich pensioniert.

Sie machen auch Handauflegen. Werden Sie das weiterhin praktizieren?

Ja, das liegt mir am Herzen. Hier werde ich weiterhin Kurse geben und auch selbst weiter tätig sein.

Sie sprechen auch Predigten aufs Telefon und tauschen die Kanzel mit katholischen Pfarrern. Probieren Sie gerne Neues aus?

Auf jeden Fall. Wichtig ist, mit der Zeit zu gehen und bei den Leuten zu sein.

Kann der Mitgliederschwund so aufgehalten werden?

Das glaube ich nicht. Den Mitgliederschwund sehe ich als Zeiterscheinung, die sich auch wieder ändern kann.

Bis dahin wird der Synodalrat weiterhin von fünf Personen besetzt sein. Kann das funktionieren?

Unser Synodalrat ist sehr schlagkräftig und wird die Herausforderungen auch in der neuen Konstellation meistern.

Das wird sowieso nicht mehr Ihre Sorge sein. Was sind Ihre Pläne für die nächsten Jahre?

Ehrlich gesagt habe ich noch nichts geplant. Ich will mir zuerst etwas Zeit geben. Dann ergibt sich schon etwas. Wenn man etwas plant, kommt es sowieso meistens anders.

Hinweis: Yvonne Lehmann (63) wohnt in Luzern. Nach einer KV-Lehre und zehn Berufsjahren begann sie ihre Karriere in der evangelisch-reformierten Kirche.

Parlament hat neue Präsidentin

An der Synode der reformierten Kirche Luzern vom Dienstag hat das Parlament eine neue Synodepräsidentin gewählt: Ruth Burgherr (Horw) tritt die Nachfolge von Fritz Bösiger (Ufhusen) an, der turnusgemäss nach einer Amtszeit von zwei Jahren zurücktritt. Alexander Boerlin aus Luzern wird neuer Vizepräsident. Im Synodalrat (Exekutive) bleibt mit Ausnahme von Yvonne Lehmann und Daniel Rüegg alles gleich: Ursula Stämmer-Horst, Lilian Bachmann, Ulf Becker, Florian Fischer und Christian Marti bilden das Gremium. Die Synode verabschiedete auch das Organisations- und Finanzhaushaltsgesetz.

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