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LUZERNERSTRASSE: Schulhaus Grenzhof: Einem Abbruch kommt der Denkmalschutz in die Quere

Die Sanierung des Grenzhofs lohnt sich aus Sicht des Stadtrats nicht. Für genügend Schulraum soll ein Neubau in der Nähe sorgen. Ein Wörtchen mitzureden hat beim Abriss aber noch der Denkmalschutz.
v.l.n.r.: Andreas Madoery, Projektleiter Immobilien Stadt Luzern, Stadträtin und Baudirektorin Manuela Jost (GLP), Vreni Völkle, Rektorin der Volksschule beim Schulhaus Rönnimoos. (Bild: Gabriela Jordan / LZ)

v.l.n.r.: Andreas Madoery, Projektleiter Immobilien Stadt Luzern, Stadträtin und Baudirektorin Manuela Jost (GLP), Vreni Völkle, Rektorin der Volksschule beim Schulhaus Rönnimoos. (Bild: Gabriela Jordan / LZ)

Lange war beim Littauer Schulhaus Grenzhof von einer Sanierung die Rede. Von diesen Plänen hat sich der Luzerner Stadtrat nun aber definitiv verabschiedet: Vor den Medien stellte er am Dienstag das Ersatzneubauprojekt inklusive Dreifachturnhalle vor und sprach sich für einen Abriss des Grenzhofs aus. «Leider ist das Schulhaus heute in einem schlechten Zustand – der Erneuerungsbedarf wäre enorm», sagte Baudirektorin Manuela Jost (GLP).

Um genügend Schulraum zu schaffen, soll dafür das nahe gelegene Schulhaus Rönnimoos für 30,5 Millionen Franken erweitert werden. Dieses liegt bloss rund 700 Meter vom Grenzhof entfernt. Derzeit werden in den beiden Schulanlagen 16 Primarklassen à zirka 19 Schüler unterrichtet, in der zusammengelegten Schulanlage soll Platz für 20 Klassen geschaffen werden.

Schadstoffe würden Sanierung erschweren

Grund für den Abrissentscheid ist die Schadstoffbelastung im Grenzhof. Seit einiger Zeit wurden in den Pavillons auffällige Gerüche festgestellt, die auf ein Baumaterial im Boden zurückzuführen sind. Giftig ist dies für die Kinder und Lehrer laut Manuela Jost nicht. Die Konzentration sei nicht sehr hoch und könne durch regelmässiges Lüften tief gehalten werden. Bei einer Sanierung müssten die Böden folglich aber erneuert werden, wodurch die Bauten fast auf ihren Rohbau rückgebaut werden müssten. Ohne die Kosten für die Schadstoffsanierung geht der Stadtrat von Sanierungskosten von mindestens 27,7 Millionen Franken aus – fast so viel wie für den Ersatzneubau selbst. Darin enthalten sind zum Beispiel Massnahmen zur Erdbebensicherheit, Haustechnik und behindertengerechten Erschliessung. Zuletzt saniert wurde der Grenzhof von 1992 bis 1995.

Aller Mängel zum Trotz: Die kantonale Denkmalpflege stuft die Grenzhof-Anlage aus dem Jahr 1964 mit ihren gestaffelten Gebäuden als «schützenswertes Objekt» ein. Ob sie es angesichts des drohenden Abrisses gar unter Denkmalschutz stellt, ist offen. Der Stadtrat erwartet einen Entscheid bis Ende 2017. Einer allfälligen Unterschutzstellung würde sich der Stadtrat laut Jost auf rechtlichem Weg widersetzen.

Wie die Schulanlage Rönnimoos dereinst genau aussehen könnte, hängt von den zukünftigen Projekten des Architekturwettbewerbs ab. Vorgesehen sind ein Ersatzneubau, eine neue Dreifachturnhalle und ein neues Kunstrasenfeld. Die Einfachturnhalle Rönnimoos soll zur Aula umgebaut werden. Später besteht die Möglichkeit, die Schulanlage noch weiter zu vergrössern. Der Stadtrat beantragt dem Parlament einen Projektierungs- und Wettbewerbkredit in Höhe von 2,46 Millionen Franken. Der grobe Zeitplan sieht vor, dass im Oktober 2020 mit den Bauarbeiten begonnen wird und die Schulanlagen im Sommer 2023 zusammengelegt werden können. Eine Herausforderung stellt die Hochspannungsleitung dar, die wohl in die Erde verlegt werden dürfte.

Neue Anlage erleichtert den Betrieb

Vorteile ergäben sich durch die Zusammenlegung auch im Betrieb: Es ermögliche einen klassen- und jahrgangsübergreifenden Unterricht sowie das Führen von Parallelklassen. Auch könnten kurzfristige Ausfälle von Lehrern besser aufgefangen werden.

Weiteres Einsparpotenzial ergäbe sich bei Aula, Bibliothek, Heizungs- und Technikzentrale, die heute in beiden Schulhäusern existieren. Der Stadtrat rechnet mit einem Einsparpotenzial von rund 100'000 Franken pro Jahr.

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Der Stadtrat will das Schulhaus Grenzhof in Littau nicht sanieren, sondern schliessen. (Bild: Dominik Wunderli)

Der Stadtrat will das Schulhaus Grenzhof in Littau nicht sanieren, sondern schliessen. (Bild: Dominik Wunderli)

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