LUZERN/INDIEN: Luzerner Priester wollte Gold für wohltätige Zwecke einsetzen

Ein im Kanton Luzern tätiger Priester hat am Flughafen im südindischen Kochi am Montag versucht, Goldbarren in Schokoladenpapier eingewickelt am Zoll vorbeizuschleusen. Dabei war der Katholik bei den Behörden aufgeflogen. Das Gold hat er für wohltätige Zwecke einsetzen wollen.

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Der Luzerner Priester versuchte, Goldbarren, die in Schockoladen-Papier gewickelt waren, am Zoll vorbeizuschleusen. (Symbolbild) (Bild: Archiv LZ)

Der Luzerner Priester versuchte, Goldbarren, die in Schockoladen-Papier gewickelt waren, am Zoll vorbeizuschleusen. (Symbolbild) (Bild: Archiv LZ)

Ein Sprecher des Zolls am internationalen Flughafen von Kochi bestätigte am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda den Vorfall. Über diesen berichteten zwei indische Zeitungen.

Nach Angaben des Sprechers hatte der 59-jährige Priester drei Goldbarren zu je 100 Gramm in seinem Gepäck. Diese waren in Schokoladenpapier eingewickelt. Die Barren befanden sich unter echter Schokolade.

Das Gold hatte einen Wert von knapp 12'000 Franken. Gemäss lokalem Gesetz hätte der Seelsorger dafür rund zehn Prozent oder 1200 Franken Steuern zahlen müssen.

Nun ist bekannt: Bei dem Priester handelt es sich um Issac K., der als Kaplan im Seelsorgeverband Beromünster-Neudorf-Pfeffikon-Rickenbach-Schwarzenbach tätig ist. Dies teilte das Bistum Basel am Mittwoch mit. Dieser gab gegenüber dem Bistum an, dass er die 300 Gramm Gold für wohltätige Zwecke habe einsetzen wollen. Der Priester ist für einen Urlaub nach Indien gereist.

Der Kirchenmann sei den Behörden aufgrund seines Verhaltens aufgefallen, sagte der Sprecher. Er wurde gestoppt, als er versuchte, den Flughafenterminal durch den Zollfrei-Ausgang zu verlassen.

Der Geistliche wurde nicht verhaftet. Ihm droht nun eine Busse. Zudem wurde eine Untersuchung eingeleitet, ob der Priester Verbindungen zu Gold-Schmugglern hat.

Bei der Kirchgemeinde, bei der der Mann als Seelsorger tätig ist, wusste man bisher nichts von dem Vorfall. Wie der Kirchenratspräsident auf Anfrage sagte, sei der Priester für einen Urlaub nach Indien gereist. (sda)