Luzerns Stadtrat Adrian Borgula nach dem Nein aus Kriens zum Carparking Hinterschlund: «Eine Lösung wird nicht einfach»

Der Luzerner Stadtrat muss Alternativen für ein Carparking suchen. Einer schnellen Umsetzung der Inseli-Initiative sei dies «nicht förderlich».

Stefan Dähler
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Der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula.

Der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula.

Bild: Pius Amrein

Der Krienser Einwohnerrat will kein Carparking auf dem Areal Hinterschlund, das sich in Kriens befindet und der Stadt Luzern gehört. Das Parlament hat eine Motion überwiesen, um entsprechende Pläne der Stadt Luzern via Bau- und Zonenreglement zu verhindern (wir berichteten). Wie reagiert die Stadt Luzern? Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) nimmt Stellung.

Ist das Carparking Hinterschlund gestorben?

Adrian Borgula: Wir müssen das noch analysieren, denn immerhin muss eine Reglementsänderung nochmals in den Einwohnerrat. Aber es wird sicher schwierig.

Der Hinterschlund sollte als Inseli-Ersatz dienen. Ist ein carfreies Inseli in absehbarer Zeit noch möglich?

Am Versprechen, das Inseli erst carfrei zu gestalten, wenn eine brauchbare Alternative vorliegt, halten wir fest. Der Einwohnerrats-Entscheid ist einer schnellen Umsetzung sicher nicht förderlich.

Der Krienser Stadtrat wollte im Gegenzug für das Carparking Hinterschlund Areale im Eigentum der Stadt Luzern für eine Freizeitanlage oder ein Schulhaus nutzen. Werden die Verhandlungen weitergeführt?

Selbstverständlich, der Entscheid ändert nichts daran, dass wir weiterhin mit Kriens konstruktiv zusammenarbeiten und gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Der Krienser Stadtrat stellt ein Grundstück beim Südpol als Alternative für ein Carparking in Aussicht. Ist das eine valable Lösung für Sie?

Das Grundstück ist eine von mehreren Alternativlösungen, die wir nun prüfen. Welche weiteren das sind, können wir aber noch nicht bekannt geben. Eine Lösung zu finden ist nicht einfach, da Carparkplätze nirgends begehrt sind und eine unterirdische Anlage teuer wäre.

Im Krienser Einwohnerrat wurde die Stadt Luzern kritisiert, sie profitiere vom Tourismus und schiebe die Cars ab. Was sagen Sie dazu?

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig für die ganze Zentralschweiz. Auch die Stadt Kriens profitiert mit den Pilatusbahnen, Unterkünften und der Gastronomie und vor allem mit zahlreichen Einwohnerinnen und Einwohnern, die im Tourismus ihr Einkommen finden. Aber es gibt eben auch Belastungen, die die Region zu tragen hat. Die Stadt Luzern trägt in vielen Bereichen zentralörtliche Lasten etwa bei der Kulturfinanzierung oder bei der Mobilität. Das machen wir gerne, aber bei gewissen Themen müssen wir auch die Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus suchen, damit wir für alle tragbare Lösungen finden.

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