LUZERN/ZUG: «Spitäler üben den Notfall zu wenig»

Der Mann, der in Zürich bewaffnet in ein Spital eingedrungen ist, wurde noch nicht gefasst. Ein bewaffneter Überfall auf ein Spital könnte sich auch in Luzern oder Zug abpielen

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Besucher im Luzerner Kantonsspital. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Besucher im Luzerner Kantonsspital. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die Schweizer Spitäler könnten mehr tun für ihre Sicherheit. Dies sagt Sicherheitsexperte Urs Cipolat, nachdem am Montag ein bewaffneter Mann in die Zürcher Hirslanden-Klinik eingedrungen ist – auf der Suche nach Morphium. Er ist immer noch flüchtig, wie die Polizei gestern mitteilte.

Besucher können sich frei bewegen
Ein bewaffneter Überfall auf ein Spital könnte sich auch in Luzern oder Zug abspielen. Der Grund: In den grossen Spitälern der Region können sich Besucher frei bewegen. Sowohl am Zuger als auch am Luzerner Kantonsspital sowie an der Hirslanden-Klinik St. Anna in Luzern sind die Eingänge tagsüber für alle offen.

Urs Cipolat, Manager einer Firma, die sich auf Risikomanagement spezialisiert hat, sieht darin ein Problem. Cipolat: «Besucher sollen freien Zugang zur Réception und zum Café haben, das reicht.» Er sei erstaunt, dass an den meisten Spitälern einfach jedermann problemlos in jedes Patientenzimmer trampeln könne.

Weiter ist Cipolat überzeugt: «Spitäler üben zu wenig den Notfall.» Sie verfügten zwar über ein Sicherheitsdispositiv auf Papier. Aber das Personal erhalte zu wenig Gelegenheit, eine Krisensituation durchzuspielen. Und wenn, dann gehe es dabei meist um Brandschutzübungen. Nach Cipolats Ansicht reichen eine oder zwei Übungen pro Jahr, um entsprechend vorbereitet zu sein.

Simone Hinnen

Ein ausführliches Interview mit Urs Cipolat zu diesem Thema lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.