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150-Jahr-Jubiläum von Kolping Schweiz: «Wir machen die Welt etwas besser»

Kolping Schweiz feiert am Sonntag in der Klosterkirche Baldegg das 150-Jahr-Jubiläum. Während das katholische Hilfswerk bei uns teilweise wie ein Freizeitverein wirkt, rettet es in armen Ländern Existenzen.
Stephan Santschi
Christof Unternährer, Präsident Kolping Hochdorf, auf dem Besinnungsweg von Adolph Kolping in Hochdorf. (Bild: Manuela Jans-Koch, 27. September 2018)

Christof Unternährer, Präsident Kolping Hochdorf, auf dem Besinnungsweg von Adolph Kolping in Hochdorf. (Bild: Manuela Jans-Koch, 27. September 2018)

Wer sich auf den Adolph-Kolping-Besinnungsweg zwischen Hochdorf und Baldegg macht, geniesst die Schönheit der malerischen Natur. Und er wundert sich vielleicht, was es mit diesen Texttafeln auf sich hat, die ihm unterwegs auf der rund fünf Kilometer langen Wanderroute begegnen. Darauf stehen Informationen zu Adolph Kolping, zur Entstehung seines katholischen Sozialverbands, aber auch soziale Fragen direkt an den Lesenden gerichtet.

«Die Menschen finden so zu Kolping und zu sich selbst», sagt Christof Unternährer (46), Präsident von Kolping Hochdorf. Insgesamt gibt es in der Schweiz 78 solcher Ortsvereine mit 8000 Mitgliedern, die sich als Familien bezeichnen – Kolpingfamilien.

400 Gäste aus der ganzen Welt erwartet

Dieser Tage rückt der bei uns etwas in Vergessenheit geratene Adolph Kolping wieder in den Blickpunkt. Grund sind die 150-Jahr-Feierlichkeiten von Kolping Schweiz am Sonntag in der Klosterkirche Baldegg. Rund 400 Gäste aus der Schweiz, Europa, Indien, Afrika und Südamerika treffen sich zum Gottesdienst und zum gemeinsamen Essen.

«Kolping geht es um Partnerschaften, nicht um Patenschaften.»

Christof Unternährer, Präsident Kolping Hochdorf

Doch wer war dieser Adolph Kolping? Die Historie umschreibt den deutschen Priester als einen Sozialreformer der ersten Stunde, als volksnahen Seelsorger, der im Zusammenschluss von Gleichgesinnten ein Mittel zur Bewältigung gesellschaftlicher Probleme sah. So entstand ein internationales katholisches Hilfswerk, das mittlerweile in über 60 Ländern aktiv ist. «Kolping macht die Welt ein wenig besser. Es geht dabei um Partnerschaften, nicht um Patenschaften», erklärt Unternährer.

Anders formuliert: um Hilfe mit der Perspektive zur Selbsthilfe. Dass dies je nach Wirkungsort auf unterschiedliche Weise geschieht, liegt im Sinn der Sache. In Bolivien beispielsweise entstanden Gesundheitszentren mit medizinischen Leistungen, die auch für die Unterschicht bezahlbar sind. In Kolumbien half Kolping beim Aufbau einer Schule. In Indien erhalten Frauen kleine Kredite, um Unternehmen zu gründen und über den wirtschaftlichen Erfolg ihre gesellschaftliche Stellung zu verbessern. In Südafrika werden Berufsbildungskurse angeboten.

«Auf einen Freizeitverein darf man uns nicht reduzieren.»

Christof Unternährer, Präsident Kolping Hochdorf

Und in der Schweiz? «Mutieren die Kolpingfamilien teilweise zu Freizeitvereinen», bemerkt der nach 30 Jahren abtretende Geschäftsleiter von Kolping Schweiz, Bernhard Burger, etwas unzufrieden.

Gilt dies auch für Hochdorf, wo Schnee-Weekends und Herbstwanderungen auf dem Programm stehen und man sich jeden Donnerstag zum Vereinsabend trifft? «Auf einen Freizeitverein darf man uns nicht reduzieren», entgegnet Unternährer und fügt an: «Als Verein kommen wir wegen administrativer Hürden schnell an unsere Grenzen, wenn wir für ärmere Familien etwas auf die Beine stellen wollen. Das ist schade, spricht aber auch für die professionelle Sozialhilfe in der Schweiz.»

Kolpingfamilie Hochdorf: seit 96 Jahren engagiert

Die rund 100 Mitglieder zählende und seit 1922 bestehende Kolpingfamilie Hochdorf engagiert sich dafür stark in der Pfarrei und unterstützt weltweit Projekte mit Spenden. Die Gelder generiert sie mit zwei Ständen am Hochdorfer Weihnachtsmarkt und der Mitarbeit bei der Kleidersammlung von Texaid.

Neben der Patientenstelle Zentralschweiz unterstützen sie Massnahmen in Bolivien, Litauen, Tschechien oder Rumänien. Mit Reisen machen sie sich jeweils vor Ort ein Bild der Lage, wie etwa in Oituz, einem kleinen Dorf in den rumänischen Karpaten, wo Kolping eine Kindertagesstätte betreibt. «Die Kinder erhalten dort warmes Essen, Betreuung, können sich waschen und kürzlich wurde auch eine Werkstatt für handwerkliche Kurse eröffnet», erzählt Unternährer. Das sei ganz im Sinne von Adolph Kolping, der stets den Menschen in den Mittelpunkt gestellt habe.

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