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Mäusebussarde verjagen Joggerin in Rothenburg und Neuenkirch

Jeweils von Mai bis Juli brüten Mäusebussard-Paare ihre Eier aus. In dieser Zeit verteidigen sie ihre Jungen. So aktuell auch in Rothenburg und Neuenkirch: Dort haben sie eine Joggerin angegriffen.
Sandra Peter
Ein Mäusebussard, fotografiert in der Vogelwarte Sempach. (Bild: Boris Bürgisser)

Ein Mäusebussard, fotografiert in der Vogelwarte Sempach. (Bild: Boris Bürgisser)

In dieser Woche ist eine Joggerin gleich aus zwei Revieren vertrieben worden. Am Montag war sie in Rothenburg im Gebiet «Böltschi» unterwegs, als sich ein Mäusebussard auf sie stürzte. Dabei habe er sie am Kopf berührt. Sie habe aber keine Verletzung davon getragen, gibt die Frau aus Emmenbrücke gegenüber unserer Zeitung Auskunft. Im besagten Gebiet brüteten auch schon in anderen Jahren Mäusebussarde und verjagten dabei Jogger.

«In diesem Jahr haben wir bisher eine entsprechende Meldung erhalten», bestätigt der Geschäftsführer der Gemeinde Rothenburg Philipp Rölli auf Anfrage. «Nun haben wir die Tafeln, die über die Mäusebussarde informieren, in diesem Gebiet wieder aufgestellt.» Über eine Meldung sei die Gemeinde jeweils froh, damit sie wisse, wo die Mäusebussarde gerade brüten würden.

Mäusebussard in Rothenburg und Neuenkirch

«Uns wurden Vorfälle in der Nähe von Adelwil in der Gemeinde Neuenkirch mitgeteilt», sagt auch Livio Rey von der Vogelwarte Sempach auf Anfrage hin. «Wir erfahren jeweils von rund einem Dutzend Fälle pro Jahr, meist zwischen Mai und Juli, wenn die Mäusebussarde Junge haben», fügt er an. Gemäss den Angaben der Vogelwarte Sempach gibt es in der Schweiz rund 20'000 bis 25'000 Mäusebussard-Paare. «Die Mäusebussarde verteidigen ihre Jungen, weil sie Jogger als Gefahr für ihre Jungen wahrnehmen. Es handelt sich meist um Scheinangriffe mit dem Ziel, die Leute zu vertreiben, nicht zu verletzen», erklärt Rey. Ihm seien keine gravierenden Verletzungen bekannt, es sei aber gelegentlich schon zu Kratzern gekommen. Mäusebussarde würden sich meist von hinten nähern.

Bereits helfen könne es, wenn ein Jogger im Gebiet der Mäusebussarde gehe und nicht laufe, führt Rey aus. Denn Spaziergänger würden meist nicht angegriffen. «Ich habe auch schon gehört, dass sich Leute Augen auf den Hinterkopf gemalt oder geklebt haben, damit der Mäusebussard denkt, er werde beobachtet. Dies scheint in einigen Fällen funktioniert zu haben», äussert sich Rey zu kreativen Massnahmen.

Was tun, wenn Mäusebussarde brüten oder angreifen?

Tipps der Vogelwarte Sempach:

  • Das Gebiet rund 500 Meter um den Horst meiden oder dort Gehen statt Joggen.
  • Kapuzenpulli, Mütze oder Helm tragen, um den Kopf zu schützen.
  • Hausarzt aufsuchen und Impfungen abklären (z.B. Tetanus), falls es zu Kratzern kommt.

Zum Merkblatt der Vogelwarte Sempach.

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