MAIHOF: Ärger über auswärtige Dauerparkierer

Das Quartier befürchtet durch das geplante Parkhaus beim Luzerner Kantonsspital mehr Verkehr. Dennoch wird es auch als Chance angesehen – weil es ein anderes Problem lösen könnte.

Hugo Bischof
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Im Parkhaus beim Kantonsspital in Luzern ist zu wenig Platz – es gibt regelmässig Stau oder die Autofahrer weichen auf das Maihof-Quartier aus.

Im Parkhaus beim Kantonsspital in Luzern ist zu wenig Platz – es gibt regelmässig Stau oder die Autofahrer weichen auf das Maihof-Quartier aus.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Das Kantonsspital Luzern plant ein neues Mitarbeiter-Parkhaus mit 606 Plätzen an der Friedentalstrasse, um das heutige Parkhaus zu entlasten. Dem steht der Quartierverein Maihof mit gemischten Gefühlen gegenüber. «Ein neues Parkhaus wird fast ­sicher zusätzlichen Verkehr generieren», sagt Quartiervereins­präsident Thomas Wüest.

Die Sedelstrasse und die Spitalstrasse seien schon heute in Spitzenzeiten stark belastet: «Mit dem neuen Parkhaus würden die Zufahrt zu den Quartieren und die Wegfahrt auf die Autobahn im Sedel in den Morgen- und Abendstunden für die Anwohner noch mehr belastet. Das wäre ein Grund gegen das Parkhaus.»

Parkhaus könnte Parkplatzsituation entlasten

Es gibt aber eine Kehrseite der Medaille. Heute sei es nämlich so, dass viele Mitarbeiter des ­Spitals die öffentlichen Parkplätze in den benachbarten Quartieren mit Dauerparkkarten «regelrecht zuparkieren», beklagt sich ­Wüest. «So ist es etwa in der Libellenstrasse für Anwohner oder Besucher fast unmöglich, einen öffentlichen Parkplatz zu finden.» Denn diese seien nahezu rund um die Uhr und die ganze Woche besetzt, seitdem die ­Spitalleitung die Mitarbeiter­tarife im heutigen Parkhaus stark erhöht habe. Dazu komme, dass auch viele Pendler ihre Autos im Maihofquartier abstellten. «Das wäre dann ein Grund für das neue Parkhaus», sagt Wüest.

Der Quartiervereinspräsident setzt noch einen drauf: Das Dauerparkieren passiere wohl «so ziemlich von der Stadtverwaltung unbemerkt». Der Grund dafür: «Die Stadt vergibt die Dauerparkkarten offensichtlich auch jedem Pendler, der sie beantragt.» Die genaue Praxis der Vergabe der Parkkarten kenne er nicht, sagt Wüest: «Was jedoch auffällt, sind die vielen Autos mit ausserkantonalen Kennzeichen, die mit Parkkarten bestückt in der Libellenstrasse stehen.»

Auswärtige zahlen 20 Franken mehr

Was sagt der Stadtrat zu diesen Vorwürfen? «Abgesehen von vereinzelten Meldungen über Parkplatzprobleme sind uns und insbesondere der Dienstabteilung Stadtraum und Veranstaltungen, die für den Verkauf der Parkkarten zuständig ist, bisher keine Rückmeldungen bekannt, dass die Parksituation im Maihofquartier ausserordentlich prekär sein soll», erklärt Adrian Borgula, Vorsteher der Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit. Und was ist mit der Vergabe von Dauerparkkarten an Pendler? Es handle sich hier um Parkplätze der Zone Z, betont Borgula: «Für diese können Parkkarten ohne Voraussetzungen bezogen werden.»

Für Auswärtige sei eine solche Karte aber teurer als für An­wohner, so Borgula. Der Anwohnertarif beträgt 60 Franken pro Monat, Auswärtige zahlen 80 Franken. Beim Verkauf von Parkkarten werde zudem darauf hingewiesen, «dass die Parkkarte keinen Anspruch auf einen Parkplatz verleiht», so Borgula. Das heute gültige Parkplatzreglement wurde 2014 vom Grossen Stadtrat beschlossen. «Eine Änderung dieses Reglements liegt in der Kompetenz des Parlaments», sagt Borgula weiter. «Die Stadt könnte also ohnehin nicht kurzfristig eine Anpassung der Zonen und/oder der Berechtigung zum Bezug von Parkkarten vornehmen.»

Mengenbeschränkung kaum praktikabel

Die Frage nach einer mengenmässigen Beschränkung der Parkkarten sei im Rahmen der Revision des Parkkartenreglements diskutiert worden, erklärt Adrian Borgula. «Nach Reglement gibt es keine Mengenbeschränkung. Eine Beschränkung müsste in einem fairen und offenen Vergabeverfahren erfolgen.» Das sei viel zu aufwendig und kaum praktikabel. Zudem: «Eine Vergabe nach dem ‹Windhund-Prinzip› (‹de Schneller isch de Gschwinder›, das heisst nach Bestellungseingang) wäre sicher nicht fair.»

Eine Verschärfung der Bezugskriterien und eine Kontingentierung bezeichnete der Stadtrat im April 2016 auch in seiner Antwort auf ein Postulat der CVP und der FDP als «nicht zielführend». Dabei standen die öffentlichen Parkplätze im Neustadtquartier im Fokus der Diskussionen. CVP und FDP beklagten, dass diese Parkplätze oft ­tagelang durch Besitzer von Dauerparkkarten (darunter Anwohner) belegt und so nicht mehr für die Kundschaft der dortigen Geschäfte zugänglich seien.

So soll das neue Parkhaus an der Friedentalstrasse aussehen. (Bild: Visualisierung Luzerner Kantonsspital)

So soll das neue Parkhaus an der Friedentalstrasse aussehen. (Bild: Visualisierung Luzerner Kantonsspital)