MAJID TAWAKOLI: «Im Iran erwartet mich vielleicht der Tod»

Siebeneinhalb Jahre musste er auf den Bescheid der Behörden warten. Jetzt droht dem islamkritischen Majid Tawakoli die Zwangsrückführung in den Iran.

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Majid Tawakoli. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Majid Tawakoli. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Etwas über acht Jahre ist es her, seit Majid Tawakoli beim Bundesamt für Migration (BFM) einen Antrag auf Asyl stellte. Der 43-jährige Iraner, der aus seiner Heimatstadt Teheran flüchten musste, nachdem er sich kritisch über das Regime von Regierungschef Mahmud Ahmadinedschad äusserte und vom Islam abkehrte, reiste am 15. Juli 2000 illegal in die Schweiz ein. Seither wohnte er in Dagmersellen und in Luzern.

Am 21. März 2001 wurde sein Asylgesuch vom BFM abgelehnt, worauf Tawakoli beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichte aus Angst, wie er gestern bei einem Treffen erklärte. «In meinem Heimatland gelte ich als Oppositioneller und als Verräter des Islams. Wenn ich in den Iran zurückkehren muss, erwarten mich Gefängnis, Folter, vielleicht sogar der Tod.» Denn wer in eine islamische Familie geboren werde und sich später vom islamischen Glauben abwende oder sogar wie er es getan habe den Propheten Mohammed in Frage stelle, der könne im Iran mit der Todesstrafe belegt werden.

«Rückkehr ist zumutbar»
Siebeneinhalb Jahre lang hörte Tawakoli von den Behörden nichts bis am 6. Juni dieses Jahres, als seine Beschwerde abgelehnt wurde. In einem informellen Schreiben vom 27. August 2008 beruft sich das Amt für Migration des Kantons Luzern auf den ursprünglichen Entscheid des BFM: «Dieses stellte ausdrücklich fest, dass die Rückkehr ins Heimatland zumutbar ist.» Demnach liege auch kein so genannter Härtefall vor, welchen Tawakoli nach dem Gerichtsentscheid geltend machen wollte, und der ihn doch noch vor der Rückführung in sein Heimatland bewahren könnte.

Pikant: Die dafür zuständige Kommission beim Bund kam bei der Beurteilung von Tawakolis Situation zum Schluss, dass die Kriterien für eine Härtefallregelung erfüllt sind. «Doch es liegt in der Kompetenz des kantonalen Amtes für Migration, bei uns einen Antrag auf eine Härtefallregelung zu stellen», erklärt Jonas Montani vom Bundesamt für Migration in Bern. Dieser werde in aller Regel bewilligt.

Pascal Imbach

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.