Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Mall of Switzerland – alles nur ein Hype?

Nach einem halben Jahr hinkt das zweitgrösste Einkaufszentrum der Schweiz seinem Ziel von 5 Millionen Besuchern pro Jahr hinterher. Dennoch gibt sich Center-Manager Jan Wengeler optimistisch.
Nilani Mohan, Marlene Zimmermann und Carolin Braun
Am Eröffnungstag der Mall of Switzerland war der Andrang gross. (Bild: Dominik Wunderli, 8. November 2017)

Am Eröffnungstag der Mall of Switzerland war der Andrang gross. (Bild: Dominik Wunderli, 8. November 2017)

Zwischen Wunsch und Realität klafft bei der Mall of Switzerland in Ebikon ein grosses Loch – zumindest was den Besucherstrom betrifft: Die Zahl von 5 Millionen Besuchern pro Jahr hat sich Center-Manager Jan Wengeler zum Ziel gesetzt. Nach über einem halben Jahr haben rund 2 Millionen die Mall besucht. Geht es so weiter, wird die 5 Millionen Grenze in diesem Jahr kaum erreicht.

Ein Besuch im Einkaufszentrum an einem normalen Werktag bestätigt dies. Die Mall wirkt ruhig und unbesucht. Viele Geschäfte, vor allem mit in der Schweiz unbekannteren Marken, sind fast leer. «Bei der Eröffnung gab es extrem viele Kunden, mit der Zeit nahm der Kundenstrom aber ab», sagt eine Verkäuferin des Fruchtsaftladens «Joe & The Juice». Kein Wunder: Der Eröffnungszeitpunkt kurz vor dem umsatzstarken Weihnachtsgeschäft wurde geschickt gewählt.

Mall dient Jungen primär als Treffpunkt

Durchaus beliebt ist die Mall aber bei Jungen. Dies bestätigen mehrere Verkäufer, unter anderem Albin Ukaj vom Kleidergeschäft «New Yorker». Die Verkäufer schätzen das Alter der meisten Kunden auf 16 bis 35 Jahre. Und das, obwohl sich die Läden an ein älteres Publikum richten. Diese seien kaufkräftiger, erklärt Sophie Delprete, eine Verkäuferin des Kleidergeschäfts Terranova. «Für die Jugendlichen ist die Mall mit Kino und Fitnesscenter eher ein Treffpunkt und Vergnügungsort», finden Michaela Wettstein (21) und Martina Gwerder (20) auf dem Weg ins Einkaufszentrum. Begeben sich die Jüngeren in die Läden, schauen und probieren sie die Kleider zwar an. Oftmals kaufen sie diese dann aber nicht. Verkäufer vermuten, dass die Jungen die Artikel nach der Beratung im Laden dann online bestellen. Ein weiterer Grund, weshalb diese nicht zum Zielpublikum gehören.

Onlineshopping ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. In der Schweiz stieg der Umsatz von knapp 4,7 Milliarden Franken im Jahr 2008 auf 8,6 Milliarden im vergangenen Jahr. Onlineshopping ist schneller, einfacher und die Auswahl ist grösser als in den Geschäften. Dem Online-Trend kann auch die Mall of Switzerland nicht entgegenwirken. Sie versucht aber, ein Stück des Kuchens abzuschneiden. Durch eine Zusammenarbeit mit der Post wurde eine «Pick-Post»-Stelle errichtet. Kunden von Onlineshops können in der Mall ihre bestellte Ware entgegennehmen. Highlight ist eine virtuelle Umkleidekabine mit individuell verstellbarem Video-Hintergrund. Dort können die Online-Kunden ihre Sachen anprobieren und, falls sie nicht passen, direkt zurückschicken. Wie stark das Angebot genutzt wird, ist unklar. Dem Augenschein nach ist die Nachfrage bescheiden. Weder bei der Post noch bei der Mall konnte man Angaben zur Nutzung der «Pick-Post»-Stelle machen.

Erfolg ist vom Marketing der Mieter abhängig

Center-Manager Jan Wengeler nimmt zum Geschäftsgang in der Mall nur schriftlich Stellung. Er schreibt von einer positiven Entwicklung im ersten Halbjahr. Die Besucherfrequenz sei hoch. Der von den Verkäufern beobachtete Rückgang der Besucherzahlen habe vor allem mit saisonalen Schwankungen zu tun. «Neben Witterungsbedingungen und wechselnden Kollektionen ist der Erfolg unter anderem auch von den Marketingaktivitäten der einzelnen Mieter abhängig», schreibt Wengeler.

Er zeigt sich für die Zukunft optimistisch: «Wir haben einen stets wachsenden und spannenden Mietermix.» Damit spricht Wengeler an, dass die Ladenflächen im Einkaufszentrum erst zu 80 Prozent vermietet sind. Offenbar ist er sich bewusst, dass es noch einiges braucht, um das Ziel von 5 Millionen Kunden jährlich zu erreichen. Besucher anlocken soll unter anderem die Indoor-Surfwelle – die Hauptattraktion, welche im September eröffnet wird. Mitte Mai berichtete unsere Zeitung über eine weitere Neuerung: Ab November wird es im Einkaufszentrum auch eine Arztpraxis geben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.