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Ein Jahr Einkaufszentrum: Top oder Flop? Was sagen Sie zur Mall?

Den Kritikern zum Trotz ist die Mall of Switzerland für viele Ebikoner im ersten Betriebsjahr zum Treffpunkt geworden – und nicht nur für sie. Manche Besucher kommen gar von weit her.
Roman Hodel

In der grossen Halle der Mall of Switzerland ist ein Seil in rund 15 Metern Höhe über die Köpfe gespannt. Hochseilartist Freddy Nock läuft mir nichts, dir nichts darüber. Was heisst läuft, er tänzelt! «Hey Alte, wie macht der das bloss?», sagt ein Jugendlicher und schubst seinen Kollegen. Dutzende Mall-Besucher stehen an den Brüstungen und staunen. Nock ist Teil des grossen Programms zum einjährigen Geburtstag des riesigen Einkaufs- und Freizeitkomplexes am Rande von Ebikon. Das Ziel solcher Events ist klar: Kunden anlocken.

Davon kann die Mall durchaus noch ein paar brauchen – wie mehrere Besuche zu unterschiedlichen Zeiten zeigen. Platz hat man genügend, sei es in den Ladenstrassen oder im Parkhaus. Den Kunden solls recht sein. «Genau deshalb komme ich gerne her», sagt etwa Stefanie Stamm aus Buttisholz. «Ich mag es gar nicht, wenn ich an der Kasse lange anstehen muss.» Die 33-Jährige ist erst zum zweiten Mal hier und findet es toll, dass es andere Läden hat als im Emmen Center oder im Länderpark. «Am meisten freue ich mich auf den neuen Möbelladen Maisons du Monde», sagt sie – und wird Minuten später allerdings enttäuscht feststellen müssen, dass dieser noch gar nicht offen ist. «Schade.»

Freddy Nock zusammen mit seinem Sohn Leo (7) auf dem Hochseil in der Mall of Switzerland. (Bild: Manuela Jans-Koch (Ebikon, 8. November 2018))

Freddy Nock zusammen mit seinem Sohn Leo (7) auf dem Hochseil in der Mall of Switzerland. (Bild: Manuela Jans-Koch (Ebikon, 8. November 2018))

«Viele Ebikoner waren anfänglich skeptisch»

Im Gegensatz zu Stefanie Stamm ist Isabella Buchwalder eine Kundin der ersten Stunde. Die 83-Jährige sitzt auf einem Sofa in der Passage zur S-Bahn und streichelt ihren Golden Retriever. Sie sagt: «Ich hätte nie gedacht, dass ich so oft in die Mall gehen würde.» Buchwalder wohnt ganz in der Nähe und nutzt das Einkaufszentrum quasi als Quartierladen. «Die Ebikoner waren anfänglich skeptisch.» Doch mittlerweile seien viele Kritiker verstummt. «Die Mall ist zum Treffpunkt geworden.» Sie sei sogar schon mehrmals im Kino gewesen und habe auch in diversen Restaurants gegessen, sagt die Seniorin nicht ohne Stolz. «Denn im Gegensatz dazu ist das Angebot vieler Läden schon eher für die Jungen.»

Zu diesen Jungen zählt etwa Nejra Omerbegovic aus Ebikon. Die 28-jährige Mutter kommt gerne und oft hier einkaufen, wie sie sagt: «Vor allem das Kinderland ist lässig.» Sie findet, dass Ebikon durch die Mall aufgewertet wurde: «Bislang konnte man hier ja nicht wirklich shoppen und musste dafür in die Stadt.»

Akzeptanz für die Mall in der Region steigt

Dass sich die Ebikoner an die Mall gewöhnt haben und diese öfter aufsuchen, findet auch Diena Infanger. Der 57-Jährige wohnt nicht weit vom Center entfernt und sitzt gerade im Bachmann-Café. «Anfangs bin ich nur wegen des Nespresso-Shops gekommen – inzwischen kaufe ich ebenso in anderen Läden ein.» Eins ist ihm aber wichtig: «Ich bleibe auch der Ladengasse treu.»

Dass die Akzeptanz für die Mall in der Region steigt, findet auch Ebikons Gemeindepräsident Daniel Gasser (CVP). Das sagte er jedenfalls im Rahmen der Medienkonferenz zum einjährigen Jubiläum der Mall: «Beim Einkaufen am Samstagmorgen in der Migros treffen wir mittlerweile viele Ebikoner an.»

Freddy Nock (53) zusammen mit seinem Sohn Leo (7) auf dem Hochseil in der Mall of Switzerland. (Ebikon, 8 November 2018)
Freddy Nock gibt einen Balance-Workshop in der Mall of Switzerland. Im Bild: Freddy Nock gibt Teilnehmerin Elisa aus Buchrain Tipps zum Balancieren. (Ebikon, 8 November 2018)
Freddy Nock zusammen mit seinem Sohn Leo (7) auf dem Hochseil in der Mall of Switzerland. (Ebikon, 8 November 2018)
Der Balance-Akt soll geübt sein. (Ebikon, 8 November 2018)
Leo Nock (7) beim «Aufwärmen» in der Mall of Switzerland. (Ebikon, 8 November 2018)
Freddy Nock zusammen mit seinem Sohn Leo (7) auf dem Hochseil in der Mall of Switzerland. (Ebikon, 8 November 2018)
Freddy Nock gibt einen Balance-Workshop in der Mall of Switzerland. (Ebikon, 8 November 2018)
7 Bilder

Hochseil-Show in der Mall of Switzerland

Doch natürlich sind es längst nicht nur Ebikoner, die hier einkaufen. Gemäss den Mall-Verantwortlichen stammen die meisten Kunden aus einem Umkreis von rund 30 Fahrminuten. Zu diesen zählt Ankica Gander. Die 39-Jährige lebt in Inwil und tätigt hier jeweils ihren Wocheneinkauf. «Warum? Weils für mich das nächste Einkaufszentrum ist.» Für ihren eineinhalbjährigen Sohn Theo finde sie zudem tolle Kleider, für sich selber leider weniger. «Das Sortiment für Erwachsene diesbezüglich ist bös gesagt ein ‹Grümpel›.»

Aber: Kleider sind für viele der Hauptgrund, weshalb sie in die Mall kommen: «Bershka zum Beispiel finde ich cool – und den gibts ja weder in Luzern noch in Zug», sagt Svenja Leuthard (21) aus Hünenberg.

Von Andermatt jeden Donnerstag in die Mall

Dann gibt es auch noch jene, die von weiter her anreisen: Kurt Simmen zum Beispiel. Der 65-Jährige wohnt in Andermatt. Er relativiert aber sogleich: «Wir kommen nicht in erster Linie wegen der Mall.» Sondern? «Wir hüten jeden Donnerstag unser Enkelkind in Eschenbach und da liegt die Mall eben ideal.» Abgesehen davon sei das Angebot vielseitig, vor allem in der Migros.

Gar am Zürichsee wohnt Sibylle Lane. Die 46-Jährige ist wegen ihrer Tochter erstmals in der Mall gelandet und des Lobes voll: «Tolle Läden hat es hier – ich bin total beeindruckt.» Sie habe das Center bisher nicht gekannt. Für sie ist klar: «Ich komme wieder.»

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