Kommentar

Mall sendet mit Halbierung der Parkgebühren falsches Signal aus

Gut einen Monat bevor die Buslinie 1 neu bis zur Mall of Switzerland fährt, hat das Ebikoner Einkaufs- und Freizeitzentrum die Parkgebühren markant gesenkt. Redaktor Roman Hodel sagt, warum das nicht geschickt ist.

Roman Hodel
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Roman Hodel.

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Für motorisierte Mall-Kunden mag die Halbierung der Parkgebühren eine frohe Botschaft sein. Denn bei Gebühren im Allgemeinen und jenen fürs Parkieren im Besonderen reagiert die Volksseele empfindlich. Es soll ja nicht wenige geben, die nur schon wegen der Gratis-Parkplätze zum Shoppen ins Emmen Center oder ins «Schönbühl» fahren.

Nur: In diesem Fall sendet die Mall of Switzerland ein falsches Signal aus – und dies ausgerechnet einen Monat bevor der 1er-Bus erstmals bis zur Mall fährt – notabene die frequenzstärkste Linie der Region. Die Mall betont zwar stets, wie wichtig diese Verbindung neben dem quasi eigenen S-Bahnhof sei. Und mit Stolz verweist man auf den hohen Anteil an Kunden, die mit dem ÖV kommen und damit auf den Umweltschutzgedanken. Doch die Tarifsenkung hinterlässt den Eindruck, dass es den Verantwortlichen nicht wirklich ernst damit ist.

Denn nun ist davon auszugehen, dass vermehrt Kunden mit dem Auto anreisen. Leidtragende sind am Ende jene, die im Rontal wohnen oder arbeiten: Es drohen Mehrverkehr und Staus. Und das wiederum könnte sich für die Mall als Eigengoal erweisen. Denn die Tarifsenkung ist ja nichts anderes als ein weiterer Versuch, mehr Kunden nach Ebikon zu locken.

Mall of Switzerland halbiert Parkgebühren – VCS ist verärgert

Bis drei Stunden Parkieren für zwei statt wie bisher vier Franken: Der VCS Luzern kritisiert die Tarifsenkung der Ebikoner Mall als «offensive Auslegung» der behördlichen Bewilligung, zudem sei es nicht mit den Klimaschutz-Anstrengungen zu vereinbaren.
Roman Hodel