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Mall of Switzerland will mehr Parkplätze an Spitzentagen – dagegen wehrt sich der VCS

Die Mall of Switzerland will mehr Parkplätze an Spitzentagen. Der VCS Luzern wehrt sich gegen diesen Ausbau.
Zéline Odermatt
Geht es nach der Mall, soll der Kiesplatz (hinten rechts) als Parkfläche dienen. (Bild: Dominik Wunderli, Ebikon, 11. Juli 2018).

Geht es nach der Mall, soll der Kiesplatz (hinten rechts) als Parkfläche dienen. (Bild: Dominik Wunderli, Ebikon, 11. Juli 2018).

An Spitzentagen um Ostern und Weihnachten kommt das Parkhaus der Mall of Switzerland in Ebikon an den Anschlag. Deshalb möchte das Shopping-Center rund 80 zusätzliche Ausweichparkplätze schaffen. Aktuell liegt das Baugesuch dazu auf der Gemeindeverwaltung von Ebikon öffentlich auf.

«Normalerweise ist das Parkhaus nicht ausgelastet», sagt Mall-Sprecher Werner Schäppi. Es seien lediglich vier bis fünf Tage im Jahr, vor allem um Ostern und Weihnachten, an denen mehr Parkplätze benötigt würden. «Bis jetzt haben wir an diesen Spitzentagen ausserhalb, beispielsweise im D4 in Root, zusätzliche Parkplätze gemietet und einen Shuttle-Dienst installiert. Dies war aber sehr umständlich für unsere Kunden», so Schäppi. Zudem hätten Nachbarn gemeldet, dass es an Spitzentagen oft Schleichverkehr und Falschparkierer im Quartier gäbe. «Diesen Engpässen möchten wir zuvorkommen», erklärt Schäppi.

Neben den Ausweich-Parkplätzen möchte das Shopping-Center den Platz auch als temporäre Verkaufsfläche wie beispielsweise für einen Weihnachtsmarkt brauchen. In diesem Fall hätten dort noch 69 Autos Platz.

Mall sieht keine Widerhandlung gegen die ursprüngliche Baugenehmigung

Für den VCS Luzern, der eine Einsprache gegen das Baugesuch eingereicht hat, ist klar, dass der Kiesplatz nur als Provisorium gedacht gewesen sei: «Eigentlich müsste die Mall den Kiesplatz vor dem Shopping Center wieder in eine Blumenwiese zurückbauen – die Parkiermöglichkeit war nur als Provisorium bei der Eröffnung bewilligt.»

Die Mall verstösst gemäss dem Umweltverband zudem gegen die geltende Baubewilligung aus dem Jahre 2007. Der VCS schreibt: «Darin wurde im Bebauungsplan eine Maximalzahl von 1828 Parkplätzen festgeschrieben. Schon heute sind 1801 Parkplätze in Betrieb, und das, obwohl die letzte Etappe mit dem Hotel gar noch nicht gebaut ist. Würden der Mall of Switzerland die beantragten zusätzlichen über 80 Parkplätze bewilligt, stiege die Zahl über das in der Baubewilligung festgeschriebene Maximum.»

Für den VCS Luzern sei das nicht tolerierbar. «Auch die Mall of Switzerland muss sich an gültige Bewilligungen halten», sagt VCS-Geschäftsleiter Dominik Hertach.

Schäppi widerspricht:

«Wir sind der Meinung, dass die Benutzung des Kiesplatzes als Ausnahme kongruent ist mit der ursprünglichen Baugenehmigung, welche ja den Normalbetrieb regelt. Bei diesem Baugesuch geht es um eine Ausnahmeregelung für Spitzenbelastungen.»

Die kritische Haltung des VCS überrasche nicht, meint Schäppi. «Letztlich möchten wir aber alle nur eine gute Lösung für das Verkehrsproblem.» Die Mall trage selten zu der Verschärfung der Verkehrssituation bei, wie seitens der Behörden bestätigt worden sei. «Das Hauptproblem liegt bei der unzureichenden Dimensionierung des Autobahn-Zubringers A14a. Das Konzept der Mall mit der direkten Anbindung der S-Bahn und der Infrastruktur für Velos hat sich bewährt und wird sehr geschätzt.»

Zudem erwarte man mit der Anbindung der Buslinie 1 ab Dezember eine Verbesserung der Verkehrssituation. Schäppi: «Mehr als die Hälfte unserer Kunden besuchen uns schon jetzt mit dem öV, Velo oder zu Fuss.»

Der VCS wird die Erhöhung der Anzahl Parkplätze «in jedem Fall strikte bekämpfen». VCS-Geschäftsleiter Dominik Hertach:

«Die Erhöhung der Parkplätze ist keine taugliche Lösung der Verkehrsprobleme rund um die Mall of Switzerland, sie schafft nur mehr Probleme: noch mehr Verkehr und eine noch grössere Belastung für Anwohner und Gemeinde.»

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