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MALTERS: 36 Jahre im Einsatz für strahlende Zähne

Heute hat Marianne Bachmann ihren letzten Arbeitstag als «Zahnfee». Das Zähneputzen habe sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, so Bachmann. Das Resultat lässt sich sehen.
Das Riesengebiss und die Zahnbürste waren Marianne Bachmanns wichtigste Arbeitsinstrumente. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Riesengebiss und die Zahnbürste waren Marianne Bachmanns wichtigste Arbeitsinstrumente. (Bild Corinne Glanzmann)

Sandra Monika Ziegler

«Zahnfee tönt durchaus positiv, besonders bei den Kleinsten», sagt Marianne Bachmann (64). Während 36 Jahren war sie in den Malterser Schulen unterwegs und brachte den Schülern das gründliche Zähneputzen bei. 23 Jahre davon war sie zusätzlich in Neuenkirch tätig. Heute hat die «Schulzahnpflegeinstruktorin», wie sie offiziell heisst, ihren letzten Arbeitstag.

Zu ihrer Tätigkeit kam die gelernte Verkäuferin durch ihren Zahnarzt. Sie war begeistert von der Idee und stimmte zu. Bevor sie als Zahnfee auf Tour ging, absolvierte sie einen Einführungskurs. Weiterbildungskurse, so Bachmann, gab es dann jeweils mindestens zwei pro Jahr. Thematisiert wurde unter anderem Ernährung, Methodik, Einsatz der Zahnseide, Putztechnik oder auch Bildung von Plaque. Zur Grundausrüstung gehörten bei Bachmann ein überdimensioniertes Gebiss, eine Riesenzahnbürste – und ein strahlendes Lächeln. Altersgerecht wurde so den Erstklässlern wie auch den Oberstufenschülern die Mundhygiene beigebracht. «Langweilig war es nie. Und kaum zu glauben, die Schülerinnen und Schüler waren meistens interessiert.»

Kreiseln war gestern

Marianne Bachmann hat in unzählige Münder gesehen. Und sie trifft heute noch Menschen an, denen sie einst Ratschläge zum richtigen Zähneputzen vermittelte. «Wenn ich heute ab und zu ehemalige Schülerinnen oder Schüler treffe, erfreue ich mich an ihren schönen Zähnen», erzählt Bachmann und fügt an: «Für sie bin ich meist noch ihr Zahnfröili.» Dass sie diesen Job 36 Jahre machte, habe vor allem auch mit ihrer Liebe zu den Kindern zu tun. Die Technik, so Bachmann, habe sich in den letzten Jahren verändert. Wurde früher gekreiselt, so ist heute am Oberkiefer das Bürsten von oben nach unten und am Unterkiefer von unten nach oben angesagt. Damit werde das Zahnfleisch massiert, besser durchblutet und auch fester. Bachmann: «Ganz früher wurde ja hin und her geschrubbt, dann kam das Kreiseln. Beides wurde abgeschafft, um Zahnfleischschäden zu vermeiden. Mit der heutigen Auf- und Abbewegung werden auch die Zahnzwischenräume gründlicher geputzt.»

Doch nicht nur die Putztechnik hat sich geändert, auch die Utensilien dazu. Die elektrische Zahnbürste hat Einzug im Badezimmer gehalten, die Zahnpasten wurden milder, und die Zahnseide ist nicht mehr wegzudenken. «Das Zahnsidele ist enorm wichtig, muss aber richtig angewendet werden.»

Kampf gegen den Zucker

Die heutigen Schüler sind besser informiert und putzen auch besser als noch vor Jahren, so Bachmann. Da haben wohl die hohen Zahnarztrechnungen auch ihre Wirkung gezeigt. Doch Putzen allein genügt nicht. Bachmann: «Eine gesunde Ernährung, besonders bei den Zwischenmahlzeiten ist das A und O.»

Massiv unterschätzt werde heute der Zuckergehalt in Süssgetränken. «Den kann sich aber jeder selber veranschaulichen. Ein Würfelzucker hat in etwa 4 Gramm. Dividiert man den angegebenen Zuckergehalt durch 4 hat man die Anzahl Würfelzucker, die im Getränk drin sind», motiviert Bachmann zum genaueren Hinsehen. Machen wir die Probe aufs Exempel mit 0,5 Deziliter Rivella rot – das Ergebnis überrascht: Nicht weniger als 11 Zuckerwürfel spülen wir damit herunter. Bei der gleichen Menge Coca Cola sind es sogar 12 Würfelzucker. «Sehen Sie, das wird immer unterschätzt. Bei Zucker denkt man eben meistens an etwas Essbares», sagt Marianne Bachmann. Dennoch: «Der grösste Feind des Zahnes sind die Schleckereien. Vor allem die, die an den Zähnen kleben, wie etwa die süss-sauren Zungen», weiss Bachmann. Leider werden diese immer noch zu oft als Belohnung oder zwischendurch gegessen. Hier gilt: Wenn nicht die Möglichkeit besteht, danach die Zähne zu putzen, dann sollte nur Süsses mit den Zahnmändli drauf gegessen werden – die sind zahnschonend und zuckerfrei.

Die Zahnfee war auch Lausfrau

Nebst den Zähnen kümmerte sich Bachmann auch um die Kopfläuse. «Als ich damit angefangen habe, waren etwa 100 Kinder in der Gemeinde betroffen, doch das ist neun Jahre her.» Heute, so Bachmann, hat es nur noch zwischen 10 bis 15 betroffene Kinder. Die massive Reduktion ist auf die Kontrollen und die gute Mitarbeit der Eltern zurückzuführen. «So haben wir die lästigen Viecher gut im Griff», lobt Bachmann die Zusammenarbeit. Läuse sind kein Problem, Hauptsache, sie werden bemerkt. Das Wichtigste sei, der Schule den Läusebefall zu melden, ein Extra-Shampoo zu benutzen und die Kopfläuseeier von Hand aus den Haaren zu entfernen. Das Lausen lässt sie nicht. Bachmann: «Das mach ich noch zweimal pro Jahr.»

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