MALTERS: 400-jähriges Gasthaus geht endlich wieder auf

Nach knapp zwei Jahren Pause wird das «Klösterli» am Samstag wiedereröffnet. Neu kann man eigenen Wein mitbringen.

Roger Rüegger
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Ruth Felber, die neue «Klösterli»-Betriebsleiterin, im Tagesrestaurant, das derzeit noch eine Baustelle ist. (Bild Philipp Schmidli)

Ruth Felber, die neue «Klösterli»-Betriebsleiterin, im Tagesrestaurant, das derzeit noch eine Baustelle ist. (Bild Philipp Schmidli)

Die Dämmerung hat längst eingesetzt, doch im Restaurant Klösterli in Malters denkt niemand an Feierabend. In der Gaststube lackiert eine Malerin Holzwände, im Tagesrestaurant schliesst ein Elektriker Kabel an, und hinter dem Haus gestalten Gartenbauer die Umgebung. «Wir sind auf der Zielgeraden. Am Freitag feiern wir mit den Handwerkern Aufrichte», sagt Ruth Felber (46), die künftige Betriebsleiterin. Sie präsentiert voller Freude, was die Besitzerinnen Christina Rubin (56) und Trudy Weibel (56) über ein Jahr lang konzeptioniert und was die vorwiegend einheimischen Handwerker umgesetzt haben: vom neu gestalteten Garten über den Treppenhausanbau, von dem aus die elf Zimmer erreichbar sind, bis zum einstigen Säli, das zum Tagesrestaurant wird (siehe Bild).

«Wie ein Sechser im Lotto»

Die Kombination aus Alt und Neu zieht sich durch das ganze Haus. So bleiben das historische Bild vom Freischarenkrieg in der Gaststube, der alte Ofen und die Lederpolster auf den Bänken bestehen, während neue Tische platziert werden. «Das war während 14 Jahren meine zweite Stube. Ich war oft Gast hier», sagt Felber, die einige Jahre lang in Malters wohnte.

Dass sie Gastgeberin des «Klösterli» wird, war nie geplant. «Das kam unverhofft, wie ein Sechser im Lotto», sagt Felber, die neu in der Gastrobranche ist, aber zuvor das Floristikunternehmen Rosenkavalier mit 80 Mitarbeitern geführt hat.

Felber kennt die Besitzerinnen, welche in dem 400 Jahre alten Gebäude aufgewachsen sind, seit Jahren. Rubin, die als Geschäftsführerin agieren wird, sagt: «Es ist ein grosses Glück, dass wir Ruth gewinnen konnten. Wir spürten ihr Interesse.» Während der Umbauzeit habe sich die gute Zusammenarbeit gezeigt. «Es machte Freude, das Haus gemeinsam zu restaurieren.» Rund 2 Millionen haben die Besitzerinnen in den Umbau investiert. Der Zeitplan verzögerte sich; ursprünglich wollte man bereits im Frühling eröffnen. Nun passiert dies am Samstag und Sonntag.

Die Besitzerinnen haben vor Monaten diverse Restaurants in Australien, dem Wohnort von Trudy Weibel, besucht und werden ein dort übliches Konzept übernehmen: So kann man ins «Klösterli» neu seinen eigenen Wein mitbringen. «Wenn jemand seinen Lieblingswein bei einem guten Essen geniessen will, bieten wir ihm die Plattform dazu.»

Gemeindepräsident zollt Respekt

Dass das «Klösterli» in neuem Glanz erstrahlt, freut Gemeindepräsident Ruedi Amrein. «Das Haus hat einen guten Namen und wurde von vielen Vereinen besucht. In den zwei Jahren, als das Haus leer stand, fehlte etwas.» Als Vertreter der Gemeinde habe er grossen Respekt vor den Besitzerinnen, dass sie sich entschieden hätten, das Gebäude zu renovieren und zu investieren.

Hinweis

Weitere Infos auf www.kloesterli-malters.ch