Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MALTERS: Altes Bauernhaus wird abgerissen

2011 erteilte die Gemeinde die Bewilligung für einen Neubau mit der Auflage, das alte Bauernhaus abzureissen. Nun hat ein Bundesgerichtsurteil die Abrissverfügung bestätigt: In drei Monaten muss das Haus weg.
Sandra Monika Ziegler
SVP-Kantonsrätin Barbara Lang muss um ihren Bauernhof fürchten. (Bild: Dominik Wunderli (Hellbühl, 24. Oktober 2013))

SVP-Kantonsrätin Barbara Lang muss um ihren Bauernhof fürchten. (Bild: Dominik Wunderli (Hellbühl, 24. Oktober 2013))

Nun ist es definitiv: Das alte Bauernhaus in Hellbühl in der Gemeinde Malters muss abgerissen werden. Zwar hatte dies die Gemeinde bereits im Jahr 2011 mit der Baubewilligung für den Neubau verfügt, doch bis heute steht das Haus. Grund dafür waren juristische Auseinandersetzungen.

Der Fall durchlief alle Instanzen und landete schliesslich beim Bundesgericht (Artikel vom 27. August). Dieses hat nun entschieden, dass das Haus wegmuss. Die Besitzerin, SVP-Kantonsrätin Barbara Lang, sagt zum Urteil: «Nun herrscht Klarheit. Was im Bundesgerichtsentscheid steht, werden wir umsetzen.» Dies, obwohl sie das Haus eigentlich lieber stehen gelassen hätte. Dieser Wunsch wurde zusätzlich genährt, weil bereits zwei Jahre nach der Baubewilligung und der Abrissauflage das Bauernhaus ins kantonale Bauinventar aufgenommen und daher als erhaltenswert eingestuft wurde. Im kantonalen Bauinventar blieb das alte Bauernhaus nur drei Jahre. Dazu sagt die kantonale Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder: «Die kantonale Denkmalpflege hatte keine Kenntnisse von der Abrissverfügung und hat aufgrund fachlicher Kriterien das Bauernhaus als erhaltenswert ins kantonale Bauinventar aufgenommen.»

2016 aus dem Bauinventar gestrichen

Das widerspricht der schriftlichen Antwort von FDP-Gemeinderat und Bauvorsteher Dani Wyss. Zur Frage, was die Gemeinde für Schlüsse aus dem Entscheid zieht, schreibt er: «Die kommunale und die kantonale Dienststelle müssen koordiniert zusammenarbeiten. In diesem Fall hatte dies gut funktioniert.»

Trotzdem strich die kantonale Denkmalpflege das Bauernhaus erst, nachdem sie von der Abrissverfügung erfahren hatte, aus dem Bauinventar. Das war im Oktober 2016. «Gebäude, bei denen bereits eine rechtskräftige Abbruchverfügung vorliegt, werden praxisgemäss nicht ins Bauinventar aufgenommen. Dieses Vorgehen entspricht den Vorgaben des Bundesgerichts», erklärt Grünenfelder. So kam es, dass das Objekt drei Jahre nach Aufnahme und fünf Jahre nach der Abrissverfügung aus dem Bauinventar gestrichen wurde. Dazu Cony Grünenfelder: «Soweit für uns bisher ersichtlich, erfolgte damals weder von Seiten der Gemeinde noch von Seiten der Eigentümerschaft ein Hinweis auf eine bestehende Abbruchverfügung, weshalb das Gebäude, gestützt auf die fachliche Einschätzung, ins Bauinventar aufgenommen wurde.»

Abriss bis auf das Untergeschoss

Das Besitzerpaar liess so seine Hoffnung weiter gedeihen, das alte Bauernhaus doch noch stehen lassen zu dürfen. Doch der Traum platzte mit dem gestern veröffentlichten Bundesgerichtsurteil definitiv. Das Gericht entschied, dass das Haus bis auf das Untergeschoss abgerissen werden muss. Damit hat die höchste Instanz die bereits von der Gemeinde verfügte Auflage und den Kantonsgerichtsentscheid bestätigt. Dazu schreibt Gemeinderat Dani Wyss: «Das Urteil zeigt, dass das Baubewilligungsverfahren sauber und gemäss Gesetzesvorgabe bearbeitet wurde.»

Dass Baueinsprachen bis ans Bundesgericht gelangen, ist für Wyss ein Novum. «Die Einsprachen bei Baugesuchsverfahren haben in der jüngsten Zeit generell zugenommen. Es war jedoch die erste Einsprache in meiner 13-jährigen Amtszeit, welche bis ans Bundesgericht weitergezogen wurde.» Wo immer möglich werde eine Einspracheverhandlung durchgeführt, so Wyss. In vielen Fällen seien es Kleinigkeiten, welche vor Baueingabe nachbarschaftlich besprochen und oder erledigt werden könnten.

Das Bauernhaus muss nun innerhalb von drei Monaten abgerissen werden. Die Gemeinde, so Wyss, werde diese Frist erneut verfügen. Wyss fügt an: «Zu bemerken gilt, dass der Abbruch bereits mit der Baubewilligung des neuen Wohnhauses von 2011 rechtskräftig verfügt wurde, also bekannt war.»

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Urteil 1C_333/2017 vom 22. November 2017.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.