MALTERS: Bauboom auf dem Höhepunkt

Bis ins Jahr 2019 werden rund 200 neue Wohnungen erstellt. Dann ist das eingezonte Land praktisch überbaut. Um ein weiteres Wachstum zu ermöglichen, muss der Zonenplan angepasst werden.

Sandra Monika Ziegler
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Mit der Zentrumsüberbauung Malters Höfe entstehen 200 neue Wohnungen. (Bild: Pius Amrein (Malters, 24. Januar 2017))

Mit der Zentrumsüberbauung Malters Höfe entstehen 200 neue Wohnungen. (Bild: Pius Amrein (Malters, 24. Januar 2017))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Das Dorfbild von Malters hat sich in den letzten Jahren unübersehbar verändert. Wohin man auch schaut – mindestens ein Kran ragt in die Höhe. Neue Überbauungen wie etwa jene am Emmenberg mit rund 46 neuen Wohnungen oder die «Zwiebacki» an der Hauptstrasse mit 56 neuen Eigentums- und Mietwohnungen haben das Erscheinungsbild der Gemeinde bereits verändert. Malters geht es dabei nicht anders als den anderen Agglomerationsgemeinden: Es boomt im Baubereich. Hauptsächlich geht es bei den erteilten Baubewilligungen um Um- oder Erweiterungsbauten, wie dem offiziellen Mitteilungsblatt der Gemeinde Malters zu entnehmen ist.

Der Bauboom wirkt sich auch auf die Gemeindefinanzen aus: Bei der Grundstückgewinnsteuer konnten letztes Jahr rund 96000 Franken mehr als budgetiert eingezogen werden. Bei der Handänderungssteuer betrugen die Mehreinnahmen 244500 Franken. FDP-Gemeinderat Dani Wyss führt dies auf den Generationenwechsel bei den Haus­besitzern zurück.

Die aktuell prominenteste Baustelle in der Gemeinde ist die Zentrumsüberbauung direkt in Bahnhofsnähe. Hier sollen bis 2019 rund 200 Wohnungen entstehen und ein attraktiver Dorfplatz dazu. Dort wird die Migros einziehen und im Sommer 2018 die Gemeindeverwaltung. Das werde das Gesicht von Malters nochmals verändern, so Wyss. Und wie sieht es mit der Infrastruktur aus, genügt die? Wyss: «In den letzten Jahren wurde viel in die Infrastruktur investiert, und weitere Projekte sind gemäss Mehrjahresprogramm geplant, sodass wir für das noch zu erwartende Bevölkerungswachstum gut dastehen.»

Die Landreserven in Malters werden knapper. Wyss: «Es sind nur noch wenige unüberbaute Flächen, insbesondere in der zweigeschossigen Wohnzone in den Hanglagen, verfügbar. Das ist in den Gebieten Halde und Luegeten.» Die Gemeindestrategie sehe gemäss Siedlungsleitbild ab von Neueinzonungen, wie sie etwa im Jahr 2007 getätigt wurden. «Deshalb wird in Zukunft auf verdichtetes Bauen gesetzt«, so Wyss, «wir haben im Gemeinderat bereits mögliche Gebiete evaluiert. So könnte etwa in den Gebieten Oberfeld, Unterfeld oder auch im Widacherring höher gebaut werden.» Dabei gehe es darum, die bestehenden Bauten um jeweils ein Stockwerk zu erhöhen. «Damit könnten weitere 200 Wohnungen gewonnen werden», sagt Dani Wyss. Dafür ist eine Zonenplanänderung nötig. Der Gemeinderat will diese noch im laufenden Jahr anpacken.

Deponieerweiterung: Abstimmung im Mai

Der Bauboom, der in der Region herrscht, zeigt sich in Malters auch noch in einer anderen Form. Die Deponiezone Im Spitz soll erweitert werden. Dafür braucht es ebenfalls eine Zonenplanänderung. Bisher wurden rund 800000 Kubikmeter Material gelagert, nun soll die Deponie um 350000 Kubikmeter auf einer Fläche von 57000 Quadratmetern erweitert werden. «Im Spitz werden vorwiegend unverschmutzte Aushub- und Ausbruchmaterialien gelagert», erklärt Wyss. Das Baugesuch der Firma Lötscher Tiefbau AG, der Betreiberin der Deponie, liegt bis zum 20. Februar auf.

Vom Kanton wurde bereits die Umweltverträglichkeit geprüft. «Die Deponie liegt verkehrstechnisch optimal und hat nur eine Zufahrt vom nördlichen Gebiet Stechenrain», so Wyss. Nach der Auflage und dem Bearbeiten eventueller Einsprachen können die Malterser am 21. Mai über die Erweiterung der Deponiezone abstimmen.

Hinweis

Weitere Infos zu den Baugesuchen unter: www.malters.ch