MALTERS: Debatte über CEO-Modell neu lanciert

Kann die Gemeinde mit einem Geschäftsführer effizienter geführt werden? Diese Frage wirft die IG Malters auf. Der Gemeinderat will davon nichts wissen.

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Am Mittwochmorgen war plötzlich kein Wasser mehr da. Im Bild: Die Aussicht auf Malters und die Kirche St. Martin. (Bild: Pius Amrein (Malters, 23. Dezember 2015))

Am Mittwochmorgen war plötzlich kein Wasser mehr da. Im Bild: Die Aussicht auf Malters und die Kirche St. Martin. (Bild: Pius Amrein (Malters, 23. Dezember 2015))

Das sogenannte Geschäftsführermodell ist im Kanton Luzern auf dem Vormarsch. Dabei werden die Pensen des Gemeinderats reduziert; er konzentriert sich auf strategische Aufgaben. Die Gemeindeverwaltung wird von einem Geschäftsführer geleitet. Inzwischen haben zahlreiche Gemeinden dieses Modell eingeführt. Per 1. September letzten Jahres kamen in der Region Luzern Ebikon, Adligenswil und Root dazu. In Adligenswil wurde das Modell gegen den Willen des Gemeinderats eingeführt.

Nun wird die Debatte über die künftige Führungsstruktur in Malters lanciert. Dahinter steht die politische Gruppierung Inter­essengemeinschaft Malters. «Mehrere Gemeinden in der Region Luzern haben zum Geschäftsführermodell gewechselt. Daher ist es angezeigt zu prüfen, ob dieser Schritt auch für Malters Sinn macht», sagt Anita Ottiger von der IG Malters.

Gemeinderat schlägt Einladung aus

Eine konkrete Forderung oder Haltung hat die IG noch nicht. Sie organisiert am nächsten Montag eine Diskussion zum Führungsmodell. Dabei wird Bernhard Büchler (CVP), Gemeindepräsident von Rothenburg, Auskunft über die Erfahrungen seiner Gemeinde mit dem Geschäftsführermodell geben. Rothenburg hat seit 2008 einen CEO. Ebenfalls eingeladen wurden die Parteien sowie der Gemeinderat. Letzterer hat die Einladung abgelehnt. Welche Parteien teilnehmen werden, ist offen.

Die IG Malters gehe das Thema ergebnisoffen an, betont Ottiger. «Wir wollen die Fühler ausstrecken und diskutieren, was die Vor- und Nachteile sind.» Vieles laufe in Malters gut, die Lancierung der Diskussion über ein anderes Führungsmodell sei nicht als Zeichen der Unzufriedenheit zu verstehen. «Wir wissen aber auch, dass Gemeinden, die das Geschäftsführermodell eingeführt haben, heute nicht mehr zurück wollen», sagt Ottiger.

Eine Strategie oder einen Zeitplan für das weitere Vorgehen hat die IG Malters nicht. Die Diskussion am Montag soll zeigen, ob das Thema auf Unterstützung stösst, sagt Anita Ottiger. «Sehen wir Chancen für das Geschäftsführermodell, dann werden wir den Austausch mit den Parteien suchen. Denkbar wäre, die nächsten Schritte gemeinsam einzuleiten.»

Beim Gemeinderat stösst die IG mit ihrer Idee nicht auf offene Ohren. Wie erwähnt, nimmt er nicht am Anlass teil. Gemeindepräsidentin Sibylle Boos-Braun (FDP) schreibt auf Anfrage: «Der Gemeinderat hat entschieden, nicht daran teilzunehmen, da er das Thema derzeit nicht als vordringlich einschätzt.» Ähnliche Diskussionen seien bereits im Zusammenhang mit der Revision der Gemeindeordnung 2007 geführt wurden. «Damals wurde das Führungsmodell vertieft geprüft und entschieden, das heutige Modell beizubehalten.»

Obwohl seither zehn Jahre vergangen sind, will der Gemeinderat nicht über ein anderes Führungsmodell diskutieren. «Wir haben mit den anstehenden Bauprojekten wie dem Ausbau der Schulanlagen oder des Alters- und Pflegeheims andere grosse Herausforderungen zu meistern», so Boos. Malters hat fünf Gemeinderäte. Sie arbeiten in Pensen zwischen 22 Prozent (Hans Wyss, IG Malters) und 100 Prozent (Gemeindeammann Marcel Lotter, CVP).

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Die Diskussion über das Geschäftsführermodell findet am Montag ab 20 Uhr im Restaurant Brauerei in Malters statt. Die Veranstaltung ist öffentlich.