Malters: Die Stiftung Schul- und Wohnzentrum schliesst ihr Internat

Das Internat der Stiftung Schul- und Wohnzentrum in Malters wird auf Ende des Schuljahres geschlossen. Die Stiftung will ihr pädagogisches Angebot verfeinern und die bestehenden Angebote weiter ausbauen.

Sandra Monika Ziegler
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Das Internatsgebäude in Malters.

Das Internatsgebäude in Malters.

Bild: PD

Das Schul- und Wohnzentrum Malters (SWZ) bietet im Kanton Luzern eine qualifizierte Sonderschulung für Lernende während der obligatorischen Schulzeit mit einem besonderen Förderbedarf im Bereich Verhalten. Betrieben wird das Angebot von der Stiftung. Diese Nachfrage nach Sonderschulinternatsplätzen habe stark abgenommen, wie die Stiftung mitteilt. Nun hat die Kommission für soziale Einrichtungen entschieden, den Internatsbetrieb im SWZ am 3. Juli zu schliessen.

Angebot der Nachfrage anpassen

Stärker gefragt seien indes besonders auf Sekundarstufe Tagesschulangebote zur Betreuung von verhaltensauffälligen Lernenden, wie die Stiftung festhält. Dem will sie nun Rechnung tragen. Dazu SWZ-Geschäftsleiter Lukas Baeschlin: «Wir werden zukünftig ausschliesslich Externatsplätze für Schülerinnen und Schüler mit einer Verhaltensbehinderung anbieten können.

Ein weiteres wichtiges Angebot bleibt die Begleitung von Schülerinnen und Schülern und deren Eltern in der integrativen Sonderschulung, welche aber vor Ort in der jeweiligen Regelschule erfolgt.» Zukünftig werden die Externatsplätze erhöht. Ziel sei es, die Kapazität bis Sommer 2023 erhöht zu haben, so Baeschlin. Da der Schliessungsentscheid bereits im Frühjahr 2019 fiel, konnte das Internat schrittweise aufgelöst werden.

Zudem seien keine neuen Schülerinnen aufgenommen worden. Baeschlin: «Die Schüler aus der 9. Klasse wurden in die Berufswelt entlassen. So verblieb noch ein einziger Schüler. Er kann in Mariazell Sursee das letzte Schuljahr in Angriff nehmen.»

Baukommission plant neue Infrastruktur

Die Internatsräumlichkeiten in Malters stehen jetzt leer. Die Stiftung hat durch einen Architekten bereits eine erste Studie machen lassen, ob und wie das Gebäude umgenutzt oder durch bauliche Veränderungen die Kapazität erhöht werden könnte. «Die Gebäudestruktur, der Zustand und die noch teilweise Nutzung lassen eine einfache Umnutzung nicht zu. Die nötigen baulichen Anpassungen würden viel zu hohe Kosten verursachen, sodass sich dies nicht lohnen würde.» Deshalb sei eine Baukommission zusammengestellt worden, welche zum Ziel hat, eine Anpassung der Infrastruktur zu planen, mit der die Kapazität erhöht werden kann. Dabei werden natürlich die Möglichkeiten der bestehenden Gebäude in die Planung mit einbezogen werden. Da alles erst noch in Planung ist, gibt es zu den Investitionen noch keine näheren Angaben. Einen weiteren Fokus legt die Stiftung auf die spezialisierte «ASS-Lernwerkstatt». Sie wurde für Schülerinnen und Schüler mit Autismus konzipiert, welche aufgrund Ihrer Betroffenheit in einem regulären Sonderschulsetting nicht optimal gefördert werden können.

Zusätzliches Angebot in Malters

Die ASS-Lernwerkstatt soll um einen zusätzlichen Standort erweitert werden. Dazu wurden die ersten Schritte bereits unternommen. «Wir haben ein Vorprojekt erarbeitet für die Nutzung des Schulhauses Brunau in Malters. Aktuell sind wir mit der Gemeinde bezüglich einer möglichen Miete des Gebäudes im Kontakt», sagt Baeschlin und fügt an: «Gleichzeitig müssen mit dem Kanton Luzern die Rahmenbedingungen und der Bedarf abschliessend geklärt werden.» Definitive Entscheide seien bis dato jedoch noch keine gefällt worden.

Sollte der Plan mit dem Schulhaus Brunau aufgehen und das Projekt bis im Sommer 2021 realisiert werden können, dann wären dort eine Erhöhung der Kapazität auf voraussichtlich 18 bis 20 Plätze vorgesehen. Das Angebot der ASS-Lernwerkstatt bietet das SWZ seit 2017 an. Im Jahr 2019 wurden in allen Angeboten insgesamt 177 Schülerinnen und Schüler gefördert und betreut.


Hinweis Weitere Infos unter: www.swz.ch