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MALTERS: Es läuft «auch ohne Amrein»

Ruedi Amrein tritt nach 18 Jahren als Gemeindepräsident von Malters zurück. Sein Nachfolger werde einen Fokus auf die Senioren legen müssen, sagt er.
Interview Stefan Roschi
Ruedi Amrein: «Ein vernünftiger Kopfentscheid.» (Bild Philipp Schmidli)

Ruedi Amrein: «Ein vernünftiger Kopfentscheid.» (Bild Philipp Schmidli)

Die Gemeinde Malters erhält ab nächsten Sommer einen neuen Gemeindepräsidenten. Denn der bisherige Amtsinhaber, Ruedi Amrein (54), hat vorgestern Abend in einer Mitteilung seinen Rücktritt nach 18 Jahren verkündet (Ausgabe von gestern).

Amrein hat eine lange politische Karriere hinter sich und sass während 18 Jahren für die FDP im Grossen Rat (heute Kantonsrat), wo er 2005 zurücktrat. 2004 bis 2011 präsidierte er den Verband Luzerner Gemeinden. Sein Amt als Gemeindepräsident gibt er auf den 31. August 2014 ab.

Ruedi Amrein, im nächsten Sommer ist nach 18 Jahren Schluss. Warum ist dieser Entscheid genau jetzt gekommen?

Ruedi Amrein: Selber habe ich mir schon länger darüber Gedanken gemacht und bin jetzt einfach zum Schluss gekommen, dass der Zeitpunkt stimmt. Ich möchte im Beruf noch das eine oder andere erreichen und Weiterbildungen machen, was mit 60 schwieriger wird. Die Aufgabe als Gemeindepräsident macht mir zwar nach wie vor Freude, von daher hätte ich es durchaus noch länger machen können. Aber ich sagte mir: In beispielsweise zwei Jahren fiele es dir genauso schwer, aufzuhören. Von daher ist es ein vernünftiger Kopfentscheid gewesen.

Das Pensum als Gemeindepräsident betrug offiziell 45 Prozent. Werden Sie nun diese Zeit voll in die Tätigkeit als Geschäftsführer der Genossenschaft Agro-Treuhand Sursee investieren?

Amrein: Wie viele Gemeinderäte habe ich mit dem Beruf eingerechnet mehr als 100 Prozent gearbeitet. Die frei werdende Zeit werde ich ab Sommer aber sicher ausfüllen können – mit einer Weiterbildung im Treuhand-Bereich und zusätzlichen Aufgaben in meinem Beruf als Agro-Treuhand-Genossenschaftspräsident.

Im Rücktrittsschreiben heisst es offen formuliert: «Die politische Laufbahn geht realistischerweise zu Ende.» Schliessen Sie nächsten Sommer endgültig mit der Politik ab?

Amrein: Ich würde es so sagen: Ich mag die Politik und politisiere gerne. Aber ich brauche wohl vorerst eine Pause. Zum jetzigen Zeitpunkt könnte ich mir jedenfalls nicht vorstellen, sofort ein anderes Amt zu übernehmen. Aber wer weiss; was danach kommt, lasse ich offen.

18 Jahre sind eine lange Zeit. Wo sehen Sie Ihre persönlichen Highlights?

Amrein: Wenn ich das Malters von damals mit dem Malters von heute vergleiche, muss ich sagen, dass es uns gelungen ist, die Gemeinde attraktiver zu gestalten. Natürlich haben die Rahmenbedingungen gepasst. Aber wir konnten die Gemeinde positiv entwickeln; das zeigt zum Beispiel die Zentrumsentwicklung Weiermatte. Die Gemeinde Malters ist heute finanziell gut aufgestellt und zieht neue Bewohner an.

Gibt es Veranstaltungen, die besonders in Erinnerung geblieben sind?

Amrein: Wir hatten ein glanzvolles Jodelfest und ein paar schöne Feiern von lokalen Regierungsräten und Kantonsratspräsidenten. Und was ich auch schön finde, ist, dass ich immer das Vertrauen der Bevölkerung von Malters gespürt habe.

Welches waren die schwierigen Momente als Gemeindepräsident?

Amrein: Besonders betroffen war ich immer, wenn wir ganz junge Menschen durch Unglücksfälle verloren haben. Leider hat es ein paar solche Fälle in unserer Gemeinde gegeben. Das war immer sehr hart für die betroffenen Familien und ist auch an mir nicht einfach so vorbeigegangen. Ein spezieller Moment war zudem das starke Unwetter 2005 mit den Überschwemmungen. Das hat uns als Gemeinde herausgefordert.

Welche Ziele setzen Sie sich noch bis zum Sommer 2014?

Amrein: Ich setzte mir keine besonderen Ziele, sondern werde in den nächsten Monaten genau gleich weiterziehen, wie ich das bisher getan habe. Wichtig ist, dass viele Projekte auf gutem Weg sind. Das Zentrumsprojekt Weiermatte zum Beispiel kann jetzt an die Investoren übergeben werden. Andere Bereiche muss dann mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin zu Ende bringen, was nicht tragisch ist. Die Gemeinde wird laufen – mit oder ohne Amrein.

Vor welchen Herausforderungen steht Malters in den nächsten Jahren?

Amrein: Die Frage, wo die Gemeindeverwaltung künftig hinsoll, muss geklärt werden. Zudem steht das neue Siedlungsleitbild an, das zeigt, wie sich Malters künftig entwickeln soll. Und einen Fokus wird man auf die Anliegen von Seniorinnen und Senioren legen müssen. Wir sind bereits intensiv am Abklären, welche Bedürfnisse hier vorhanden sind.

Haben Sie einen Wunschkandidaten für Ihre Nachfolge?

Amrein: Es wäre nicht seriös, wenn ich mich dazu äussern würde. Die Stimmbürger sollen sagen, wen sie wollen.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger oder Ihrer Nachfolgerin?

Amrein: Eine gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und dass ihm oder ihr die Aufgabe genauso ans Herz wächst, wie sie mir ans Herz gewachsen ist.

Hinweis

Ruedi Amrein ist 54-jährig, verheiratet und hat drei Kinder.

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